Home

Auf Rechnung.

Auf Rechnung.

Geschäftsbericht 2020

Lagebericht
der Stadtwerke Düsseldorf AG.

Grundlagen der Stadtwerke Düsseldorf AG

Geschäftsmodell

Mehrheitsaktionärin mit einem Anteil von 54,95 % ist die EnBW Energie Baden-Württemberg AG (EnBW AG), Karlsruhe. 25,05 % der Anteile gehören der Holding der Landeshauptstadt Düsseldorf GmbH, Düsseldorf. Alleinige Gesellschafterin ist die Landeshauptstadt Düsseldorf. Die übrigen 20 % der Namensaktien befinden sich im Eigentum der GEW Köln AG, Köln.

Die wesentlichen Beteiligungen der Stadtwerke Düsseldorf AG (SWD AG) umfassen die Tochtergesellschaften Gemeinschaftsheizkraftwerk Fortuna GmbH (GHKW Fortuna), Netzgesellschaft Düsseldorf mbH (NGD), AWISTA Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung mbH (AWISTA) sowie die Grünwerke GmbH (Grünwerke). Des Weiteren halten die SWD AG Beteiligungen an den Gesellschaften Neuss-Düsseldorfer Häfen GmbH & Co. KG (NDH KG), REMONDIS Rhein-Wupper GmbH & Co. KG (RRW KG), RheinWerke GmbH (RheinWerke) sowie Stadtwerke Hilden GmbH (SW Hilden). Über die Strom-, Erdgas-, Trinkwasser- und Fernwärmeversorgung hinaus sind die Stadtwerke Düsseldorf in den Geschäftsfeldern Entsorgung, Energiehandel, Contracting, Erdgasfahrzeuge, Elektromobilität, Energiedienstleistungen sowie in der öffentlichen Beleuchtung tätig.

Bei der Energie- und Trinkwasserversorgung bilden die Stadtwerke Düsseldorf AG und ihre Tochtergesellschaften die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung in eigenen Anlagen bis zur Verteilung an die Kunden ab. Während die GHKW Fortuna den Vermögensgegenstand Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) hält, akquirieren und betreiben die Grünwerke Erzeugungsanlagen bzw. Beteiligungen im Bereich der regenerativen Energien. Im Unterschied dazu beschäftigt sich die NGD im Wesentlichen mit dem Betrieb und dem Ausbau der Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmenetze.

Die SWD AG verfügen über eine eigene Erzeugung von Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Die Erzeugung erfolgt im Kraftwerk Lausward, dem Biomasseheizkraftwerk in Garath und durch Nutzung des Dampfes der Müllverbrennungsanlage (MVA) im Heizkraftwerk Flingern. Daneben verfügen die SWD AG noch über Heizkessel, ein Gasturbinenspitzenlastkraftwerk und dezentrale Contracting-Anlagen mittlerer und kleiner Leistung.


Ziele und Strategien

Die Strategie der SWD AG verfolgt im Kern die Positionierung als Infrastrukturentwickler und -dienstleister im Raum Düsseldorf. Dazu gehört die Fortführung und Stärkung der bestehenden Geschäftsmodelle ebenso wie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Die Strategie fußt auf den drei Säulen:

  • Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur
  • Systemkritische Infrastruktur
  • Intelligente Infrastruktur für den Kunden.

Der Beschluss der Landeshauptstadt Düsseldorf, die Erreichung der Klimaziele auf das Jahr 2035 vorzuziehen, wird auf die Strategieentwicklung der SWD AG zunehmend Einfluss nehmen. Die SWD AG haben frühzeitig damit begonnen, die strategischen Auswirkungen dieser Entscheidung detailliert zu analysieren, die Belegschaft einzubinden und die Landeshauptstadt bei der Definition zielgerichteter Maßnahmen zu unterstützen. Gemeinsam mit anderen Akteuren in Düsseldorf soll ein „Düsseldorfer Weg“ entworfen werden, um die Klimaziele zu erreichen.

Das im Rahmen des Management-Dialoges entwickelte Strategische Zielbild 2030 gibt weiterhin langfristige Orientierung. Ziel ist es, einerseits durch Effizienzsteigerungen im Bestandsgeschäft, zum anderen durch den Aufbau von Neugeschäft das Unternehmensergebnis bis 2030 zu steigern. Die Marktsicht sowie die energiewirtschaftliche Umfeldanalyse wurden im Jahr 2020 unter besonderer Berücksichtigung der „Düsseldorfer Klimaziele 2035“ überarbeitet und verstetigt. Mit diesen Ergebnissen bekommt das Strategische Zielbild eine aktualisierte Basis. Weiteres Ziel des Management-Dialogs ist es, die angestrebte nachhaltige und zukunftsgerichtete Transformation der Unternehmenskultur zu ermöglichen und zu beschleunigen. Gewonnene Erkenntnisse aus dem Initiativen-Programm von 2019 sind daher in konkrete Maßnahmen überführt worden. Zur Weiterentwicklung unserer Zusammenarbeit und Führung ist der Prozess „Führung im Wandel“ gestartet. Ziel ist, bei den Führungskräften ein neues, gemeinsames Verständnis von Führung zu erzeugen. Zur Optimierung interner Prozesse und Strukturen wurde das Projektmanagement neu definiert. Die erarbeitete Projekt-Guideline setzt dabei den Startpunkt für eine neue, moderne Form zur Realisierung der Projekte im Unternehmen.

Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur

Diesem strategischen Feld sind insbesondere die Themen Vermarktung des GuD-Heizkraftwerkes Block F, der damit verbundene Fernwärmeausbau sowie der Ausbau der Erneuerbaren Energien – hier vornehmlich Wind onshore – zugeordnet.

MVA-Projekt

Im Jahr 2020 wurde im Rahmen einer Vorplanung eine Machbarkeitsstudie erstellt. Demnach ist ein Neubau von ein bzw. zwei Verbrennungslinien auf dem Gelände westlich der Bestandsanlage möglich. Zur Konkretisierung der weiteren Planungen (u. a. Genehmigung und Beschaffung) fand Mitte 2020 eine Ausschreibung der Generalplanungsleistungen statt. Aktuell laufen die Verhandlungen mit den Anbietern. Der Beginn der Generalplanung ist zum 01.04.2021 möglich. Aus heutiger Sicht könnte die Neuanlage in 2027 den kommerziellen Betrieb aufnehmen.

Systemkritische Infrastruktur

Die vielfältigen Infrastrukturmaßnahmen der SWD AG sind Teil der Gestaltung eines tiefgreifenden Strukturwandels der Landeshauptstadt Düsseldorf. Sie stellen die Weichen für die Zukunft der SWD AG, seien es Maßnahmen zur Modernisierung der Strom- und Wassernetze, der städtischen Beleuchtung oder Maßnahmen zur Digitalisierung der Netze durch die Einführung der Funktechnik CDMA 450. Der zwischen der Landeshauptstadt Düsseldorf und SWD AG im Jahr 2009 geschlossene Betriebsführungsvertrag der öffentlichen Beleuchtung wurde ordentlich zum 31.12.2020 seitens der Landeshauptstadt gekündigt. Der Ausschreibungsprozess für die Neuvergabe des Betriebsführungsvertrags (Laufzeit 2021 bis 2035) wurde in 2020 gestartet. Die SWD AG haben sich erfolgreich für das Verfahren beworben und nehmen am Hauptverfahren teil.

Intelligente infrastruktur für den Kunden

In diesem strategischen Feld wird nach „Neugeschäft“ und „Kundenentwicklungsgeschäft“ unterschieden.

Neugeschäft

In der Kategorie Neugeschäft fokussieren sich die SWD AG auf die vier Geschäftsfelder „Mobilität“, „Immobilien und Quartiere“, „Vernetzende Plattformen“ und „Energiedienstleistungen“. Der Bedeutung dieser vier Geschäftsfelder entsprechend befassen sich vier Teilprojekte des Management-Dialogs mit ihrer weiteren Ausgestaltung und Entwicklung.

Unter „Mobilität“ fallen sämtliche Aktivitäten zum Aufbau der E-Mobilitäts-Ladeinfrastruktur (LIS) sowie von Mobilstationen, zum Bike- und Carsharing, zu Themen der Fuhrparkmobilität und die Landstromaktivitäten der RheinWerke.

Als aktiver Gestalter der Mobilitätswende in Düsseldorf konnte die SWD AG den Betrieb des Rollersharing-Angebots „eddy“ sowie des RidePooling-Angebots „CleverShuttle“ im Berichtsjahr weiter optimieren. Zum Ende des Berichtsjahres wird der Betrieb des Rollersharings überführt, sodass eddy ab dem 1.1.2021 zu 100% zu den Stadtwerken Düsseldorf gehört. Darüber hinaus unterstützen die SWD AG die Landeshauptstadt Düsseldorf zum Beispiel als strategischer Partner für Mobilstationen dabei, die übergeordneten Klimaschutzziele zu erreichen. Die Ladeinfrastruktur wurde insbesondere bezüglich des Themas „Laden bei Unternehmen“ weiter verdichtet – die Liste der Referenzkunden umfasst dabei den Landtag, Ergo, Henkel, L’Oréal, Provinzial, Rheinische Post sowie Vodafone. Abgerundet werden die Aktivitäten im Mobilitätssektor mit gemeinsamen Marketingaktionen mit Düsseldorfer Autohäusern – wie u. a. mit der Mercedes-Benz Niederlassung Rhein-Ruhr, um die Marktreife des elektrischen Fahrens interessierten Bürgern vorzustellen – oder der Kooperation mit dem Tankstellenbetreiber TOTAL zwecks Aufbau von öffentlich zugänglicher Schnellladeinfrastruktur durch die SWD AG an hoch frequentierten Verkehrsknotenpunkten.

Im Teilprojekt „Immobilien und Quartiere“ stellen sich die SWD AG weiterhin auf Basis eigener Projekte als Partner für Immobiliengesellschaften, Handwerker und Endkunden dar und werden hierbei die Vernetzung von Wohnen bzw. Arbeiten mit energiewirtschaftlichen und Mobilitätsthemen anschaulich umsetzen.

Das Teilprojekt „Vernetzende Plattformen“ dient dem Ziel, durch Datenvernetzung Mehrwert für den Kunden und damit Geschäft zu kreieren. Der Fokus wird dabei auf die Bereiche Mobilität, Immobilien und Quartiere und „neue Energiewelten“ gelegt. Mit der Mitfahrplattform „route D“ wird Pendlern eine einfache und schnelle Alternative zur Nutzung des eigenen Pkws angeboten; sie trägt so dazu bei, den Individualverkehr in und um Düsseldorf zu reduzieren. Die „Thermobox“ widmet sich mit effizienten Prozessen der Digitalisierung des Heizungsmarktes für alle Akteure, während die smartlab Innovationsgesellschaft mbH mit einem passenden Produktportfolio alle Belange des Betriebs und der Nutzung von Ladeinfrastruktur abdeckt.

Im Teilprojekt „Energiedienstleistungen“ werden für das Neukunden- wie für das Bestandskundengeschäft, entlang deren Bedürfnisse, bestehende Produkte weiterentwickelt und neue Ansätze, wie sie sich beispielsweise aus Mobilitätsthemen, Wärme- oder Kältebedarfe oder aus Möglichkeiten der fortschreitenden Digitalisierung und Vernetzung ergeben, bis zur Produktreife entwickelt.

Kundenentwicklungsgeschäft

Unter „Kundenentwicklungsgeschäft“ werden alle Aktivitäten zusammengefasst, die mit der Modernisierung und Digitalisierung des bisherigen Kundengeschäfts zusammenhängen. Im Mittelpunkt des Handelns steht dabei das Bedürfnis der Kunden. Die Maßnahmen reichen vom Interessenmanagement zur Gewinnung von Neukunden über das Kundenbindungsmanagement für die Bestandskunden bis zum Kundenrückgewinnungsmanagement für verlorene Kunden im Privat- und Geschäftskundensegment. Parallel dazu wird die starke Marke „Stadtwerke Düsseldorf“ durch weitere Marketingmaßnahmen regional und auch bundesweit weiter ausgeplant und der weitere Ausbau von Vertriebskanälen – insbesondere im digitalen Sektor und im social media-Bereich – forciert. Neben den Investitionen besitzen die Kooperationen mit der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Industrie, dem Handwerk und dem Handel sowie mit der Kölner RheinEnergie AG und den Stadtwerken Duisburg eine stetig wachsende strategische Bedeutung.

Im Berichtsjahr wurde im Rahmen einer Pressekonferenz das Projekt „Zukunftsviertel“ vorgestellt. In diesem Modellprojekt soll in den beiden Düsseldorfer Stadtteilen Unterbilk und Friedrichstadt ein Beitrag für mehr Lebensqualität und Klimaschutz geleistet werden. Der integrierte Ansatz bündelt etablierte und innovative Maßnahmen in den Bereichen Energieberatung, Mobilität, Infrastruktur, Wärme und dezentrale Lösungen.

In Rahmen der „Düsselschmiede“ – einer Kooperation des Flughafens Düsseldorf, der Messegesellschaft Düsseldorf, der Rheinischen Post Mediengruppe, der Stadtsparkasse Düsseldorf sowie den Stadtwerken Düsseldorf – haben sich die Partner zu verschiedenen Themen aus den Bereichen Mobilität und Logistik sowie Daten und Digitalisierung ausgetauscht.

Das strategische Ziel der Kooperation mit der RheinEnergie AG im Rahmen der gemeinsamen Tochtergesellschaft RheinWerke ist auch 2020 weiterverfolgt worden. Die Umsetzung von weiteren Landstromsäulen für die Rhein-Schifffahrt am Standort in Düsseldorf schreitet voran und wurde durch die Beauftragungen von fünf Landstromanschlüssen weiter forciert. Weitere Landstromanschlüsse – auch überregional – befinden sich in der Akquisition.

In einer Machbarkeitsstudie, die aus Mitteln des Bundesverkehrsministeriums gefördert wurde, haben die RheinWerke die technische Machbarkeit sowie eine wirtschaftliche Annäherung für den Einsatz von Rheinschiffen als Nahverkehrsmittel in Köln und Düsseldorf untersuchen lassen. Im Fokus der Studie stehen voll elektrische Systeme. Die RheinWerke nähern sich dem Thema aus einer infrastrukturellen Perspektive, um unter anderem Synergien zum Thema Landstromversorgung zu identifizieren. Zudem hat die Elektrifizierung einen hohen Nutzen für Klimaschutz und Luftreinhaltung, insbesondere dann, wenn die Anwendungen mit Grünstrom versorgt werden.

Große strategische Bedeutung für den Fernwärme-Ausbau und die Erreichung der Klimaziele in Düsseldorf hat die Fernwärmeschiene Rheinland (FWSRL). Eine Ende 2019 fertiggestellte Machbarkeitsstudie kam zu dem Ergebnis, dass ein linksrheinischer Trassenverlauf und eine Umsetzung in Teilprojekten sinnvoll sind. Das „Teilprojekt Neuss“ befindet sich zusammen mit den beiden dort angesiedelten, potentiell Abwärme liefernden Aluminiumbetrieben in der Detailanalyse. Ein Kooperationsvertrag zwischen SWD, RheinEnergie und RheinWerke zur Ausgestaltung des Gesamtprojektes FWSRL befindet sich in Vorbereitung.

Das Jahr 2020 war von H2-Strategien und Initiativen auf EU-, Bundes- und Landesebene geprägt und so hat Wasserstoff in der energie- und klimapolitischen Debatte weiter an Bedeutung gewonnen. Im Oktober 2020 wurde das Konsortium „Kompetenzregion Wasserstoff Düssel.Rhein.Wupper“, zu dem neben den SWD AG die Landeshauptstadt Düsseldorf, die Stadt Wuppertal, der Rhein-Kreis Neuss, die Wuppertaler Stadtwerke und eine Reihe weiterer Akteure aus Industrie und Gewerbe gehören, vom Landeswirtschaftsministerium als „Modellregion H2-Mobilität NRW“ ausgezeichnet. Grundidee ist der Einstieg in die Wasserstofferzeugung mittels Elektrolyse auf Basis von Strom aus den Müllverbrennungsanlagen in Wuppertal und Düsseldorf. Perspektivisch sollen auch Erneuerbare-Energien-Anlagen in die H2-Erzeugung integriert werden. Als Beitrag zum Klimaschutz sowie zur Luftreinhaltung vor Ort soll der Wasserstoff im Mobilitätssektor zum Einsatz kommen. So könnte er die batterie-elektrische Mobilität insbesondere in den Anwendungsfällen Schwer- und Nutz- sowie Sonderfahrzeuge und ÖPNV ergänzen.

Die Grünwerke sind Spezialisten für Erneuerbare Energien. Als 100-prozentige Tochtergesellschaft der SWD AG plant, baut und betreibt das Unternehmen EE-Projekte. In 2020 wurde eine neue Photovoltaik-Freiflächenanlage im bayrischen Plattling errichtet und zum Jahresende erfolgreich in Betrieb genommen. Durch die rund 8 Megawatt Peak große Anlage erfolgt ein deutlicher Ausbau des eigenen Photovoltaik-Portfolios. Der erwartete Jahresertrag liegt bei über 8.000 Megawattstunden. Genug, um rund 2.360 Haushalte versorgen und circa 3.400 Tonnen CO2 einsparen zu können. Zu den Besonderheiten dieser Anlage gehört, dass der erzeugte Strom keine öffentliche Förderung (EEG-Vergütung) erhält, so dass er frei vermarktet werden kann.

Neben der Umsetzung dieses Vorhabens wurde im abgelaufenen Jahr u. a. gemeinsam mit der Landeshauptstadt Düsseldorf die Planung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Eisstadions an der Brehmstraße initiiert. Diese Anlage soll eine Leistung von fast 750 Kilowatt peak (kWp) aufweisen und im Jahr 2021 an das Düsseldorfer Netz angeschlossen werden.

Einen weiteren Baustein für die Erhöhung des Anteils der Erneuerbaren Energien an der Gesamterzeugungskapazität stellt die Windenergie an Land dar. Auch im Jahr 2020 konnten die Grünwerke weitere Potenzialflächen für die zukünftige Umsetzung entsprechender Windenergievorhaben vertraglich sichern. Neben der kontinuierlichen Sicherung von weiteren Vorhabenflächen sollen darüber hinaus im Verlauf des Jahres 2021 weitere Genehmigungsanträge für den Bau und Betrieb von Windenergieanlagen bei den zuständigen Behörden eingereicht werden. Durch die Projektumsetzung in den Folgejahren wird das EE-Portfolio sukzessive weiter ausgebaut.

 

Steuerungssystem

Für den Mehrheitsaktionär ist quartalsmäßig ein konsolidiertes Reporting-Package der Stadtwerke Düsseldorf-Unternehmensgruppe, die die wesentlichen Beteiligungen umfasst, nach IFRS zu erstellen. Dabei wird auf Ebene der Steuerungsbereiche Stromerzeugung und Handel, Strom- und Gasvertrieb, Strom- und Gasverteilung, Wasser, Fernwärme, Entsorgung sowie Shared Services berichtet. Das HGB-Ergebnis der SWD AG wird über den Umsatz und das Ergebnis vor Steuern abgebildet. Die Berichterstattung einschließlich Kommentierung der Plan-Ist-Abweichungen an den Vorstand sowie an den Aufsichtsrat erfolgt quartalsweise.

Wirtschaftsbericht

Rahmenbedingungen und Geschäftsverlauf

Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Energieverbrauch

Der Primärenergieverbrauch in Deutschland ist 2020 nach den Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e. V.
(AG Energiebilanzen) deutlich zurückgegangen. Der Verbrauch sank gegenüber dem Vorjahr um rund 8,7 % und liegt damit in Deutschland auf einem historischen Tiefstand. Die AG Energiebilanzen führt diese Entwicklung vor allem auf die gesamtwirtschaftlichen und sektoralen Auswirkungen der Corona-Pandemie zurück. Darüber hinaus wirken langfristige Trends wie Verbesserungen bei der Energieeffizienz sowie die vergleichsweise milde Witterung. 
 
Der Erdgasverbrauch verringerte sich 2020 um 3,4 % gegenüber dem Vorjahreswert. Die Hauptursache dafür lag im gesunkenen Erdgasbedarf der beiden Sektoren Industrie sowie Gewerbe, Handel und Dienstleistungen infolge der Corona-Pandemie.  In der Strom- und Wärmeerzeugung wurde hingegen mehr Erdgas eingesetzt. Auch bei den privaten Haushalten wird trotz der milden Witterung ein leichtes Verbrauchsplus erwartet.
 
Bei den Erneuerbaren Energien ergab sich in Summe ein Zuwachs von 3 %. Die Solarenergie legte um 9 % zu und die Stromeinspeisung aus Windkraftanlagen stieg um 7 %. Biomasse und biogene Abfälle blieben auf Vorjahresniveau. Die Wasserkraft hingegen lieferte 5 % weniger Strom als im Vorjahr.
 
Die Anteile der einzelnen Energieträger am nationalen Energiemix haben sich auch 2020 weiter verschoben. Die fossilen Energien verzeichneten in Summe einen Rückgang, so dass die deutsche Energieversorgung ihre Kohlenstoffintensität weiter verringern konnte. Kennzeichnend für die Gesamtbetrachtung bleibt ein breiter Energiemix. Rund 60 % des inländischen Energieverbrauchs entfallen auf Öl und Gas, Stein- und Braunkohle deckten zusammen etwa 16 % des Verbrauchs. Die Erneuerbaren Energien steigerten ihren Beitrag auf knapp 17 %. 
 
Unverändert ist zu betonen, dass sich die Problematik des volatilen Anfalls von Strom aus Wind- und Sonnenenergie und damit der Notwendigkeit, witterungsunabhängige Stromerzeugungskapazitäten im Gesamtsystem vorhalten zu müssen, weiter fortgesetzt hat. Die Speicherung von Strom in großen Mengen bleibt weiterhin eine der zentralen Herausforderungen.

Netze in Zeiten großer Herausforderungen

Die weiter zunehmende dezentrale Erzeugung von Strom stellt die Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber vor Herausforderungen. Die erforderlichen Ausbauten der Übertragungsnetze stoßen in der Regel auf Widerstände der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten, was zu Verzögerungen in der Realisierung der Planungen führt. Die dezentralen Anlagen müssen an das Verteilnetz angeschlossen und technisch integriert werden. Dies erfordert hohen Personalaufwand, Kosten und Zeit. Die Probleme werden in der Politik wahrgenommen und diskutiert. Es ist davon auszugehen, dass es zu weiteren regulierenden Eingriffen des Staates und damit zu einer weiteren Zunahme an Komplexität des Gesamtsystems kommen wird. Innerhalb der Branche wird es unweigerlich zu weiteren Kooperationen zur Hebung von Synergieeffekten und zu Konsolidierungsprozessen kommen.

Energiemarkt: Preisentwicklungen und Rahmenbedingungen 2020

Der Preis für Grundlaststrom Frontjahresprodukt 2021 für das deutsche Marktgebiet lag zu Jahresbeginn bei 43,85 Euro/MWh. Ein bereits erkennbarer Abwärtstrend der Strompreise wurde anfänglich durch den Kohle- und den EUA-Preis abgemildert. Ein erster Preisrückgang wurde dann durch die Differenzen der OPEC+ über die Fördermengen ausgelöst. Danach wurde auch der Strompreis durch die verminderte Nachfrage aus der Industrie durch COVID-19 gedrückt, ehe die Preise sich Mitte März auf deutlich niedrigerem Niveau festigen konnten. Im Verlauf des 2. Quartals erholten sich die Preise langsam, aber stetig. Mitte Juli endete die Erholung abrupt, der Absturz endete Ende Juli in einer Seitwärtsbewegung. Der Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen und Meldungen über die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen Covid-19 von BioNTech Pfizer gaben dem Preis dann Auftrieb. Am letzten Handelstag (29.12.2020) für den Kalenderbase 2021 lag der Kurs bei 48,15 Euro/MWh.
 
Der Preis für NCG mit Lieferjahr 2021 startete mit 16,88 Euro/MWh in das Handelsjahr 2020.  Die Eskalation zwischen den USA und Iran konnte den Druck auf den Preis durch die milden Temperaturen, Meldungen über volle Erdgasspeicher und üppige LNG-Lieferungen nicht ausgleichen. Der Abwärtstrend aus 2019 setzte sich ungebremst fort. Für die Erholung Anfang bis Mitte Februar lassen sich keine fundamentalen Erklärungen finden. Der direkt folgende Absturz kam durch die Preisschwäche beim Erdöl zustande. Danach sank auch der Gaspreis aufgrund von COVID-19. Unterstützend für den Gaspreis ist der vermehrte Einsatz von Gas zur Stromerzeugung. Langfristig wird dieser Trend auf Grund der Klimaziele sicherlich auch anhalten. Zum Ende des Berichtszeitraums führten kühlere Temperaturen und geringe LNG-Lieferungen nach Europa zu einem Anstieg des Preises am Spotmarkt. Dies zog auch die Terminmarktpreise am langen Ende nach oben. Am Stichtag 29.12.2020 lag der Preis bei 17,03 Euro/MWh. 
 
Der Preis für EUAs mit Lieferung im Dezember 2021 lag zu Beginn des Handelsjahres 2020 bei 24,58 Euro/t. Keine Neuigkeit bezüglich Kohleausstieg, Brexit oder EU-Entscheidungen zur Klimaentwicklung konnte den Preis aus seinem Korridor von 23,00 Euro/t bis 26 Euro/t bewegen. Am 11.03.2020 holte die COVID-19-Krise dann auch die EUAs ein und sorgte für einen Einbruch des Preises von mehr als 8 Euro/t in nur fünf Handelstagen. Den steilen Anstieg von Gas und Strom Anfang April folgte auch der EUA-Preis, ebenso folgte er dem Einbruch Mitte April. Im Mai und Juni verfolgte der Preis eine Aufwärtsbewegung. Höhere Auktionsvolumina und Gewinnmitnahmen von Spekulanten führten zum Rückgang Mitte Juli, bevor dann die fundamentalen Daten, u. a. die Verschärfung der Klimaziele der EU, die Preise wieder ansteigen ließen. Diese fortschreitende Verschärfung der Klimaziele innerhalb der EU sowie Berichte über weitere Staaten, die über eine CO2-Steuer oder ein Treibhausgashandelssystem eine Bepreisung von CO2-Emissionen einführen wollen, geben dem Preis für Emissionszertifikate Unterstützung. Am Stichtag 29.12.2020 lag der Preis für Emissionszertifikate bei 33,03 Euro/t.

Veränderung der rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

Das vergangene Geschäftsjahr war geprägt durch vielfältige gesetzgeberische Maßnahmen in Zusammenhang mit der Bekämpfung der Corona-Pandemie und deren Folgen, ferner durch umfangreiche Initiativen zur Reduzierung der CO2–Emissionen und zur Gestaltung der Energiewende in Deutschland.
 
Am 01.04.2020 ist das Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht (COVID-19-Gesetz) in Kraft getreten. Dieses Gesetz umfasst Änderungen des Zivil-, Insolvenz-, Gesellschafts-, Genossenschafts-, Vereins-, Stiftungs-, Wohnungseigentums- und Strafverfahrensrechts.
 
In Art. 1 des Gesetzes zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht ist eine Änderung des Insolvenzrechts über das Covid-19-Insolvenzaussetzungsgesetz (COVInsAG) verortet worden. Nach dem COVInsAG ist die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen mit Zahlungsschwierigkeiten zunächst bis zum 30.09.2020 ausgesetzt worden. Die Aussetzung sollte nicht gelten, wenn die Insolvenz nicht auf den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie beruht oder keine Aussicht auf die Beseitigung einer eingetretenen Zahlungsunfähigkeit besteht. Lag am 31.12.2019 keine Zahlungsunfähigkeit vor, wird vermutet, dass die Insolvenzreife auf den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie beruht und Aussichten darauf bestehen, eine bestehende Zahlungsunfähigkeit zu beseitigen.
 
Durch das Gesetz zur Änderung des COVInsAG vom 25.09.2020 ist die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 31.12.2020 verlängert worden, jedoch mit der Änderung, dass von der Pflicht, Insolvenzantrag zu stellen, nur noch Unternehmen ausgenommen sind, die überschuldet sind. Für zahlungsunfähige Unternehmen galten ab dem 01.10.2020 wieder die alten Regelungen.
 
Das neue Covid-19-Gesetz beinhaltete durch eine Änderung des Zivilrechts ein sogenanntes „Moratorium“, wonach Verbrauchern und Kleinstunternehmen bei bestehenden wesentlichen Dauerschuldverhältnissen ein Leistungsverweigerungsrecht zustand, wenn ihre Zahlungsschwierigkeiten auf die wirtschaftlichen Umstände der COVID-19-Pandemie zurückzuführen sind. Zu den wesentlichen Dauerschuldverhältnissen zählen unter anderem Verträge über die Lieferung von Strom, Gas und Fernwärme und, soweit zivilrechtlich geregelt, auch Verträge über die Wasserversorgung. Die Regelung war auf drei Monate befristet und endete am 30.06.2020.
 
Das „Kohleausstiegsgesetz“ ist am 13.08.2020 im Bundesgesetzblatt verkündet worden und zu überwiegenden Teilen am Folgetag in Kraft getreten. Das Gesetzespaket beinhaltet das „Kohleverstromungsbeendigungsgesetzes“ (KVBG) sowie Änderungen weiterer Gesetze wie dem KWK-Gesetz und dem Energiewirtschaftsgesetz. Im KVBG werden die Abschaltung der Kohlekraftwerke und die damit verbundenen Entschädigungen geregelt. Während bei den Braunkohlekraftwerken zwischen der Bundesregierung und den Betreibern ein konkreter Abschaltplan inklusive Entschädigungszahlungen verhandelt wurde, erfolgen die Stilllegungen bei den Steinkohlekraftwerken über ein Ausschreibungssystem, das schlussendlich in ein Verfahren zur gesetzlichen Reduktion übergeht. Im KWK-Gesetz wurden u. a. Fördersätze geändert und die gesetzliche Förderdauer verlängert.
 
Am 01.11.2020 ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG) in Kraft getreten. Mit dem GEG werden die bisherigen Regelwerke des Energieeinsparrechts für Gebäude zusammengeführt. Daher treten gleichzeitig am 01.11.2020 das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) sowie das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) außer Kraft. In Übergangsvorschriften ist geregelt, dass das neue GEG erst Anwendung findet, wenn die Bauantragsstellung, der Antrag auf Zustimmung oder die Bauanzeige nach dem Inkrafttreten am 01.11.2020 erfolgen. Bis dahin gelten die bisherigen Rechtsvorgaben fort. Das Gesetz regelt nun anwendungsspezifische Primärenergiefaktoren (PEF) sowie Regelungen zur Anrechnung von selbst erzeugtem PV-Strom.
 
Die Bundesregierung hat am 02.12.2020 zwei Rechtsverordnungen beschlossen, die der Ausgestaltung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) dienen. Die Brennstoffemissionshandelsverordnung (BEHV) enthält im Wesentlichen Regelungen zum Verkauf der Emissionszertifikate und zum nationalen Emissionshandelsregister. Sie dient damit der praktischen Durchführung der Vorgaben zum Emissionshandel im BEHG. Gegenstand der Emissionsberichterstattungsverordnung 2022 (EBeV 2022) sind demgegenüber Regelungen zur Überwachung, Ermittlung und Berichterstattung durch die Inverkehrbringer von CO2-Emissionen.
 
Am 17.12.2020 wurde die Novelle zum EEG 2021 im Bundestag beschlossen. Es ist zum 01.01.2021 in Kraft getreten. Das Gesetz soll festlegen, in welcher Geschwindigkeit die Technologien für Erneuerbare Energien in den nächsten Jahren ausgebaut werden, damit das 65-Prozent Ziel 2030 erreicht wird. In dem Gesetz wurde u. a. ein neues Regime für sog. „ausgeförderte Altanlagen“ entwickelt, wodurch u. a. der Einspeisevorrang und die Bilanzkreiszuordnung erhalten bleiben.

 

Geschäftsverlauf 2020
 

Markt und Wettbewerbsbedingungen

Privat- und Gewerbekunden
Ein engagierter Einsatz der Vertriebsteams und der unterstützenden Bereiche im Privat- und Gewerbekundensektor hat in einer überaus fordernden Zeit dazu geführt, dass sowohl in der Sparte Strom als auch in der Sparte Gas die Margenziele insgesamt erreicht wurden. Im Bereich Strom konnte auch das Mengenziel erreicht werden. Lediglich in der Sparte Gas wurden die Mengenziele witterungsbedingt leicht unterschritten. Einen starken Anteil daran haben die Kunden außerhalb des Düsseldorfer Versorgungsgebietes. Dank vorausschauender Kommunikation und kulanter Kundenbetreuung wurde hier die Rolle der SWD AG als Partner der lokalen Gewerbekunden gestärkt.
 
Zu diesem Erfolg haben zahlreiche Projekte und Vertriebsaktionen, wie zum Beispiel Cross-Selling-Aktionen, Kundenbindungs- und -rückgewinnungsmaßnahmen und die kontinuierliche Optimierung des Onlinevertriebs, maßgeblich beigetragen.


Geschäfts- und Industriekunden
Der Geschäfts- und Industriekundenbereich wurde von der Covid-19-Pandemie stark beeinflusst und hatte einen auf das Ergebnis wirkenden Effekt. Durch daraus resultierende starke Verbrauchsschwankungen in der beschafften Struktur mussten Mengen – insbesondere im Strom – zu niedrigen Marktpreisen zurückgeführt werden. In der Vertriebsleistung für kommende Lieferjahre konnten dank des besonderen Einsatzes der Kundenbetreuer, der Vertriebsleitung sowie des Vertriebsservices sowohl die erwarteten Mengen als auch Margen im Wesentlichen erreicht werden und die Kunden in dieser schwierigen Situation bestens unterstützt werden.
 
Als eines der herausragenden Projekte im Jahr 2020 sei hier die Thematik Ladesäuleninfrastruktur genannt, dessen Ergebnisse – nicht zuletzt durch den Anschluss eines großen Internetlogistikers – deutlich über den Erwartungen liegen. Damit verdeutlichen die SWD AG ihr Engagement zur Förderung der Klimaneutralität in Düsseldorf und in der Region.

Fernwärme
In diesem Jahr erfolgte die Anbindung des Flughafens an das Fernwärmenetz, wodurch ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur klimaneutralen Landeshauptstadt Düsseldorf erreicht wurde.

Die erwarteten Erlöse wurden im Geschäftsjahr realisiert, während die abgesetzten Mengen witterungsbedingt unter den Erwartungen liegen.

Abschluss und Beendigung von Kooperationsvereinbarungen und anderen Verträgen sowie wesentliche Rechtsstreitigkeiten

Die SWD AG betreiben seit Anfang März 2020 gemeinsam mit der GHT Mobility GmbH in Düsseldorf ein Joint Venture, die CleverShuttle Düsseldorf GmbH (CSD). An der CSD sind die SWD AG und GHT Mobility GmbH je zu 50 % beteiligt. CSD bietet in Düsseldorf einen Fahrdienst zur Tür-zu-Tür-Beförderung von Personen an. Mit Hilfe eines Algorithmus werden automatisch Fahrgemeinschaften zwischen Fahrgästen mit ähnlichen Routen gebildet (Ride-Pooling), so dass nur geringe, zeitlich begrenzte Umwege entstehen. Während in der GHT das Know-How gebündelt ist, führt die CSD den operativen Betrieb vor Ort durch. SWD AG sind im Wesentlichen für Errichtung und Betrieb der Ladeinfrastruktur, die Bereitstellung des Ökostroms sowie für die Stellplätze zuständig. Die kartellrechtliche Freigabe für das Vorhaben ist von der Europäischen Kommission am 03.03.2020 erteilt worden.
 
Die EMC GmbH hat den Kooperations- und Rahmenvertrag für den gemeinsamen Betrieb eines E-Roller-Sharings (eddy) über die Kurzzeitmieten von E-Rollern in Düsseldorf gekündigt. Mit Vertrag (Asset Deal) vom 31.10.2020 haben die SWD AG von EMC GmbH deren Bestands-E-Roller für Düsseldorf einschließlich des technischen Equipments und Ersatzteile sowie die im Rahmen des datenschutzrechtlich Zulässigen Kundendaten erworben, um ab 2021 das E-Roller-Sharing in Düsseldorf eigenverantwortlich weiter anzubieten.
 
Die SWD AG haben die Amprion GmbH am 06.07.2016 auf Rückzahlung von ca. 1,3 Mio. Euro wegen der EEG-Umlage auf Netzverluste des Flughafen Düsseldorfs verklagt. Hintergrund der Auseinandersetzung ist, dass der Flughafen Düsseldorf rückwirkend für die Jahre 2011-2014 die EEG-Umlage wegen behaupteter Netzverluste und der Begründung, dass in diesem Falle im geschlossenen Verteilnetz gem. § 110 EnWG des Flughafens keine EEG-Umlage anfalle, gekürzt hat. Um eine gerichtliche Auseinandersetzung mit der Flughafen Düsseldorf Energie GmbH als Kunden der SWD AG zu vermeiden, haben die SWD AG die Amprion GmbH verklagt und der Flughafen Düsseldorf Energie GmbH den Streit verkündet. Das Landgericht Düsseldorf hat mit Urteil vom 12.10.2017 die Klage der SWD AG abgewiesen. Die Flughafen Düsseldorf Energie GmbH hat gegen das Urteil des Landgerichtes Berufung beim OLG Hamm eingelegt. Die Berufung der Nebenintervenientin wurde mit Urteil vom 16.07.2018 zurückgewiesen, die Revision nicht zugelassen. Hiergegen hat die Flughafen Düsseldorf Energie GmbH Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt. Über die Nichtzulassungsbeschwerde wurde im Jahr 2020 nicht entschieden.

Lage

Finanzielle Leistungsindikatoren

Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren im Rahmen der HGB-Rechnungslegung der SWD AG sind der Umsatz und das Ergebnis vor Steuern.

Ertragslage

Das Gesamtertragsvolumen liegt mit 2.109,1 Mio. Euro um 143,3 Mio. Euro über dem Vorjahreswert in Höhe von 1.965,8 Mio. Euro. In den Gesamterträgen der SWD AG sind Umsatzerlöse, Bestandsveränderungen, aktivierte Eigenleistungen, sonstige betriebliche Erträge sowie Erträge aus Beteiligungen, aus Ausleihungen, aus sonstigen Zinsen und aus Gewinnabführungsverträgen enthalten.

Das Gesamtaufwandsvolumen liegt mit 2.068,0 Mio. Euro um 172,3 Mio. Euro über dem Vorjahreswert in Höhe von 1.895,7 Mio. Euro. Die Gesamtaufwendungen beinhalten den Materialaufwand, den Personalaufwand, die Abschreibungen, die Konzessionsabgabe, die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die Abschreibungen auf Finanzanlagen, Zinsen und ähnliche Aufwendungen, Aufwand aus Ergebnisabführungsverträgen, die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die sonstigen Steuern.

Die Ertragslage in 2020 wurde durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie weniger stark als erwartet beeinflusst.

Die Umsatzerlöse (nach Abzug der Strom- und Energiesteuer auf Erdgas) betragen 2.075,1 Mio. Euro nach 1.919,8 Mio. Euro im Vorjahr und stellen sich wie folgt dar:

<><>
UMSATZERLÖSE2020202020192019
Stromverkauf an Endkunden (Menge in Mio. kWh)3.567,5653,53.641,0623,2
Stromverkauf Eigenhandelsgeschäfte (Menge in Mio. kWh)3.848,7165,23.544,1133,8
Stromverkauf an Weiterverteiler (Menge in Mio. kWh)2.757,2125,41.941,868,5
Stromverkauf Kraftwerksvermarktung (Menge in Mio. kWh)8.606,7340,87.057,8278,7
Stromverkauf übrige Handelsgeschäfte (Menge in Mio. kWh)1.021,936,3373,215,0
Stromverkauf Gesamt (Menge in Mio. kWh)19.802,01.321,216.557,91.119,2
Gasverkauf an Endkunden (Menge in Mio. kWh)4.304,2172,04.556,1184,5
Gasverkauf Eigenhandelsgeschäfte (Menge in Mio. kWh)2,20,02,40,0
Gasverkauf übrige Handelsgeschäfte (Menge in Mio. kWh)6.575,259,96.252,784,7
Gasverkauf Gesamt (Menge in Mio. kWh)10.881,6231,910.811,2269,2
Wasserverkauf an Endkunden (Menge in Mio. m³)46,886,047,987,3
Wasserverkauf übrige (Menge in Mio. m³)10,34,110,84,2
Wasserverkauf (Menge in Mio. m³)57,190,158,791,5
Fernwärmeverkauf an Endkunden (Menge in Mio. kWh)1.039,571,91.027,769,2
Fernwärmeverkauf übrige (Menge in Mio. kWh)104,62,5104,82,7
Fernwärmeverkauf (Menge in Mio. kWh)1.144,174,41.132,571,9
Verkauf aus Contracting/EDL (Menge in Mio. kWh)155,58,8210,312,1
Müllverbrennung (Menge in Tsd. T)393,243,2400,543,0
Sonstige Umsatzerlöse305,5312,9
2.075,11.919,8

Die Umsatzerlöse aus dem Stromverkauf an Endkunden sind aufgrund von Preiserhöhungen, zum 01.04.2020 im DVG und zum 01.05.2020 außerhalb des DVG, bei um 2,0 % gesunkenen Absatzmengen, um 30,3 Mio. Euro auf 653,5 Mio. Euro gestiegen. Die Umsatzerlöse aus dem Stromeigenhandel sind mengen- und preisbedingt um 31,4 Mio. Euro auf 165,2 Mio. Euro gestiegen. Die Umsatzerlöse aus dem Stromverkauf an Weiterverteiler liegen ebenfalls mengen- und preisbedingt um 56,9 Mio. Euro über dem Vorjahreswert. Der Stromverkauf aus der Kraftwerksvermarktung ist von 278,7 Mio. Euro im Vorjahr auf 340,8 Mio. Euro in 2020 um 62,1 Mio. Euro gestiegen. Die Umsatzerlöse aus dem Gasverkauf an Endkunden sind bei witterungsbedingt um 5,5 % gesunkenen Absatzmengen um 6,8 % (-12,5 Mio. Euro) auf 172,0 Mio. Euro zurückgegangen. Aufgrund der Investitionen in den Ausbau der Fernwärme sind die Umsatzerlöse aus dem Fernwärmeverkauf trotz der warmen Witterung um 2,7 Mio. Euro auf 71,9 Mio. Euro gestiegen (+3,9 %). Die sonstigen Umsatzerlöse beinhalten Zuschläge für den erzeugten Strom gemäß Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz in Höhe von 37,7 Mio. Euro (Vorjahr 35,3 Mio. Euro) zur Förderung des Kraftwerks am Standort Lausward.

Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen mit 13,4 Mio. Euro um 11,2 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert in Höhe von 24,6 Mio. Euro. Im Berichtsjahr waren gegenüber dem Vorjahr geringere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen auszuweisen (7,1 Mio. Euro in 2020, 14,7 Mio. Euro in 2019). Darüber hinaus wurde im Vorjahr eine Zuschreibung zu der Beteiligung an den Stadtwerken Hilden in Höhe von 2,6 Mio. Euro vorgenommen.

Der Materialaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um 141,6 Mio. Euro auf 1.732,2 Mio. Euro (+8,9 %) gestiegen. Die Aufwendungen für Strombezug liegen mit 879,1 Mio. Euro um 144,8 Mio. Euro über dem Vorjahreswert in Höhe von 734,3 Mio. Euro. Die Gasbezugskosten sind dagegen insgesamt von 313,7 Mio. Euro in 2019 auf 298,2 Mio. Euro in 2020 gesunken (-15,5 Mio. Euro). Die Aufwendungen für Netznutzungsentgelte belaufen sich im Berichtsjahr auf 383,3 Mio. Euro (Vorjahr 380,6 Mio. Euro).

Der Personalaufwand liegt mit 106,7 Mio. Euro in 2020 um 3,3 Mio. Euro über dem Vorjahreswert in Höhe von 103,4 Mio. Euro. Zum 01.03.2020 trat eine Tariferhöhung in Höhe von 1,06 % in Kraft. Zudem wurde gegen Ende des Jahres eine einmalige Corona-Prämie an die Mitarbeiter ausgezahlt.

Die Abschreibungen sind im Wesentlichen aufgrund von Investitionen in den Fernwärmeausbau gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Mio. Euro auf 44,0 Mio. Euro gestiegen.

Das Konzessionsabgabevolumen liegt im Geschäftsjahr bei 51,1 Mio. Euro nach 50,1 Mio. Euro im Vorjahr (+ 1,0 Mio. Euro).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von 70,7 Mio. Euro in 2019 auf 76,9 Mio. Euro in 2020 um 6,2 Mio. Euro angestiegen.

Das Finanzergebnis in 2020 beträgt -1,6 Mio. Euro nach +2,4 Mio. Euro in 2019 und stellt sich wie folgt dar:

FINANZERGEBNIS

2020 Mio. Euro2019 Mio. Euro
Erträge aus Beteiligungen18,018,8
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens0,60,7
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge0,11,5
Abschreibungen auf Finanzanlagen-2,10,0
Zinsen und ähnliche Aufwendungen-12,9-12,7
Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen0,80,0
Aufwendungen aus Verlustübernahmen-6,1-5,9
-1,62,4

Die Erträge aus Beteiligungen liegen um 0,8 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sind um 0,1 Mio. Euro auf 0,6 Mio. Euro gesunken. Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge beinhalten in 2019 Verzinsungen von Steuererstattungen für Vorjahre in Höhe von 1,3 Mio. Euro.  Die Abschreibungen auf Finanzanlagen betreffen Abwertungen der Beteiligungen an der Stadtwerke Hilden GmbH (-1,0 Mio. Euro), an der Sirius EcoTech Fonds Düsseldorf GmbH & Co. KG (-0,7 Mio. Euro) und an der RheinWerke GmbH (-0,5 Mio. Euro). Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen liegen mit 12,9 Mio. Euro leicht über Vorjahresniveau. Bei den Erträgen aus Ergebnisabführungsverträgen ist die Gewinnabführung der Grünwerke ausgewiesen. Bei den Aufwendungen aus Verlustübernahmen ist die Verlustübernahme der NGD dargestellt.

Das Ergebnis vor Steuern in 2020 liegt mit 77,1 Mio. Euro um 13,8 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert in Höhe von 90,9 Mio. Euro.

Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist von 16,9 Mio. Euro im Vorjahr auf 32,3 Mio. Euro stark gestiegen (+15,4 Mio. Euro). Grund dafür waren perioden-fremde Steuereffekte im Wesentlichen aus der Einbuchung von Steueraufwendungen aus vorläufigen und noch nicht abgestimmten Feststellungen aus der Betriebsprüfung für die Jahre 2013-2015 in Höhe von 11,7 Mio. Euro. Dabei wurden auch wesentliche Folgeeffekte für die Jahre 2016-2019 mit einbezogen. Ebenfalls wurden die im Wesentlichen aus den Effekten resultierenden § 233a AO Zinsen in Höhe von 2,3 Mio. Euro berücksichtigt und unter den Zinsaufwendungen ausgewiesen.

Der Jahresüberschuss und damit die ausschüttungsfähige Dividende beträgt für das Jahr 2020 41,1 Mio. Euro nach 70,2 Mio. Euro im Vorjahr.

 

Finanzlage

Kapitalstruktur

Zum Jahresende weisen die Stadtwerke Düsseldorf einen Finanzmittelbestand von 61,2 Mio. Euro (Vorjahr 86,0 Mio. Euro) aus.

Ende 2020 hat die SWD AG einen Kreditvertrag über 350,0 Mio. Euro (Fazilität A: 200,0 Mio. Euro Tilgungsdarlehen; Fazilität B: 150 Mio. Euro revolvierende Barkreditlinie) abgeschlossen, der die bisherigen Fazilitäten A und B ablöst.

Es bestehen insgesamt Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 441,5 Mio. Euro (Vorjahr 427,8 Mio. Euro). Alle Darlehen lauten auf Euro und weisen zum 31.12.2020 eine durchschnittliche Verzinsung von unter 1,89 % p. a. für festverzinsliche und 0,95 % p. a. für variabel verzinsliche Darlehen auf.

Insgesamt verfügen die SWD AG über freie kurz- bis mittelfristige Kreditlinien in Höhe von 182,5 Mio. Euro. Der zur Verfügung stehende Avalrahmen von 20,5 Mio. Euro wurde zum 31.12.2020 zu 61,4 % (12,6 Mio. Euro) planmäßig in Anspruch genommen.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2020 wurden insgesamt 87,4 Mio. Euro Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen getätigt. Die Investitionen spiegeln dabei das Selbstverständnis der SWD AG als Infrastrukturentwickler und -dienstleister im urbanen Raum wider.

Das größte Investitionsvolumen der SWD AG betrifft die Versorgungsinfrastruktur. Hier wurden wie bereits in den Vorjahren erhebliche Investitionen sowohl im Bereich der regulierten Netze Strom und Gas als auch in die Fernwärme- und Wasserversorgungsnetze getätigt. Nach Abschluss des Vergabeverfahrens konnten bereits in diesem Jahr die Arbeiten zum Neubau eines Umspannwerks im Düsseldorfer Hafen begonnen werden. Die notwendigen Infrastrukturanpassungen für die ab 2021 beginnende sukzessive Umstellung des Düsseldorfer Gasversorgungsgebiets von niederkalorischem L-Erdgas auf hochkalorisches H-Erdgas wurden weiter vorangetrieben. Gemäß der Fernwärmeausbaustrategie der Stadtwerke Düsseldorf lag auch in 2020 ein wesentlicher Schwerpunkt auf der Erweiterung des Fernwärmenetzes. Die Anbindung des Düsseldorfer Flughafens an das Fernwärmenetz, deren Restarbeiten in 2020 nahezu abgeschlossen werden konnten, stellt einen wichtigen Beitrag auf dem Weg der Stadt Düsseldorf hin zur Klimaneutralität dar. Dies gilt gleichermaßen für die Investitionen in die Erschließung des südlichen Stadtgebiets, in dem die Versorgung des Stadtteils Benrath mit Fernwärme aus dem Heizkraftwerk Garath sichergestellt werden soll. Darüber hinaus wurden im gesamten Düsseldorfer Stadtgebiet kontinuierlich Investitionen in den Ausbau der Fernwärmeversorgung getätigt.

Neben der Versorgungsinfrastruktur erfolgten auch in 2020 Investitionen in den modernen Messstellenbetrieb, um das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende im Düsseldorfer Versorgungsgebiet umzusetzen. Investiert wurde ebenfalls in die Infrastruktur der IT, mit dem Ziel, effiziente Arbeitsabläufe mit modernen sicheren IT-Lösungen zu gewährleisten. Zudem sollen mit umfangreichen Investitionen in verschiedene Projekte und Maßnahmen die Chancen der Digitalisierung von unternehmensweiten Geschäftsprozessen optimal genutzt werden. Die Umstellung des Stadtwerke-Fuhrparks auf Elektromobilität als Teil des unternehmensweiten Mobilitätskonzepts wurde weiter vorangetrieben, um auch hier einen Beitrag zur Erreichung der Dekarbonisierungsziele der Landeshauptstadt leisten zu können.

Liquidität

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt 81,0 Mio. Euro. Bedeutende Einflussgrößen sind der Rohertrag (342,9 Mio. Euro), der Personalaufwand (-106,7 Mio. Euro) und der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen (-113,5 Mio. Euro). Weitere Einflussgrößen sind das Working Capital (-30,6 Mio. Euro) sowie Ertragsteuerzahlungen (-15,9 Mio. Euro). Die Veränderungen in Höhe von +12,3 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreswert (68,7 Mio. Euro) sind insbesondere zurückzuführen auf veränderte Rückstellungen (+34,4 Mio. Euro) und einen Anstieg der Ertragsteuerzahlungen (+16,0 Mio. Euro). Gegenläufig wirken sich ein gesunkenes EBITDA (-7,4 Mio. Euro) sowie ein geringeres Working Capital (Rückgang 33,2 Mio. Euro) aus.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt -44,1 Mio. Euro und wird im Wesentlichen bestimmt durch Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände (-87,4 Mio. Euro), insbesondere im Bereich der Erneuerung und Erweiterung der Netze. Zahlungszuflüsse stammen im Wesentlichen aus dem Abgang von Finanzanlagen (+30,0 Mio. Euro). Davon entfallen 27,1 Mio. Euro auf die Kapitalrückführungen der GHKW Fortuna. Der Saldo der Ein- und Auszahlungen des Beteiligungsgeschäftes beeinflusst den Cashflow aus Investitionstätigkeit im Umfang von +13,3 Mio. Euro. Mit -44,1 Mio. Euro liegt der Zahlungsmittelabfluss aus Investitionstätigkeit über Vorjahresniveau (-39,6 Mio. Euro).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von -61,7 Mio. Euro resultiert hauptsächlich aus der Ausschüttung des Bilanzgewinns 2019 an die Gesellschafter (-70,2 Mio. Euro) sowie aus Zins- (-10,0 Mio. Euro) und Tilgungszahlungen (-6,7 Mio. Euro). Zahlungsmittelzuflüsse stammen aus der Aufnahme von Darlehen (+20,4 Mio. Euro) und der Einzahlung von Baukosten-
und sonstigen Zuschüssen (+4,8 Mio. Euro). Die Summe der Zahlungsmittelabflüsse aus Finanzierungstätigkeit sinkt damit gegenüber dem Vorjahr um 30,6 Mio. Euro. Dies ist insbesondere zurückzuführen auf höhere Einzahlungen aus der Aufnahme von Darlehen (+18,8 Mio. Euro) und auf die um 6,7 Mio. Euro gesunkenen Ausschüttungen an die Gesellschafter.

Die Liquidität war im Berichtsjahr gesichert.

ERGEBNISSE AUS DER KAPITALFLUSSRECHNUNG

2020 Mio. Euro2019 Mio. Euro
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit81,068,7
Cashflow aus Investitionstätigkeit-44,1-39,6
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit-61,7-92,2
Veränderung der Liquidität-24,8-63,1
Liquidität zum Jahresanfang86,0149,1
Liquidität zum Jahresende61,286,0

Vermögenslage

Bilanzstruktur

 

BILANZSTRUKTUR

2020 Mio. Euro2019 Mio. Euro
Aktiva
Anlagevermögen1.001,4989,7
Umlaufvermögen, übrige Aktiva313,1299,4
Bilanzsumme1.314,51.289,1
Passiva
Eigenkapital527,7556,8
Langfristige Schulden431,3417,6
Kurzfristige Schulden355,5314,7
Bilanzsumme1.314,51.289,1

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Bilanzsumme um rund 2,0 % erhöht.

Die Anlagenquote hat sich gegenüber dem Vorjahr trotz weiterer hoher Investitionen im Netzausbau von 76,8 % auf 76,2 % leicht verringert. Gegenläufig wirkten sich Kapitalrückzahlungen sowie planmäßige Tilgungen von langfristig gewährten Darlehen aus. Insgesamt ist das Anlagevermögen gegenüber dem Vorjahr um 1,2 % angestiegen.

Der Bestand des Umlaufvermögens hat sich gegenüber dem Vorjahr um 4,2 % erhöht. Innerhalb dieser Position gab es unterschiedliche Entwicklungen. So gab es eine deutliche Erhöhung beim Vorratsvermögen. Hier gab es im Berichtsjahr preisbedingte Anstiege im Bestand an Emissionszertifikaten (+14 Mio. Euro). Die Lagerbestände an Hilfs- und Betriebsstoffen erhöhten sich ebenfalls (+2,7 Mio. Euro). Darüber hinaus gab es einen Anstieg von noch nicht abgerechneten unfertigen Leistungen aus dem Instandhaltungsvertrag für ein Kraftwerk (+8,5 Mio. Euro). Für diese Leistungen sind von der Kraftwerksgesellschaft bereits Anzahlungen in gleicher Höhe unter den „erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen“ auf der Passivseite der Bilanz vereinnahmt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Wesentlichen aufgrund höherer Vorauszahlungen von Teilbeträgen gegenüber dem Vorjahr um 5,9 % gesunken. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind stichtagsbedingt insgesamt um 89,3 % deutlich gestiegen. Die Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, blieben in etwa auf Vorjahresniveau. Die sonstigen Vermögensgegenstände sind im Wesentlichen aufgrund von höheren geleisteten Steuervorauszahlungen um 12,6 Mio. Euro angestiegen.

Bank- und Kassenbestände verzeichneten stichtagsbedingt gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 28,8 %.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten haben im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Mio. Euro zugenommen.

Der ausgewiesene Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung von verpfändeten Rückdeckungsversicherungen und zugesagten Pensionsverpflichtungen verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Mio. Euro.

Das Eigenkapital vor Gewinnverwendung hat sich aufgrund der satzungsgemäßen Vollausschüttung des Jahresüberschusses gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Der Jahresüberschuss ist um 29,0 Mio. Euro auf 41,1 Mio. Euro gesunken. Die Eigenkapitalquote ist bei gestiegener Bilanzsumme von 43,2 % (2019) auf 40,1 % (2020) leicht gesunken.

Die empfangenen Baukostenzuschüsse haben sich aufgrund von erhaltenen Zuschüssen für den Fernwärmeausbau und den planmäßig ratierlichen Auflösungen nur leicht verringert.

Bei den Rückstellungen ist gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von 13,7 % zu verzeichnen. Gründe sind die gestiegene Rückstellung für die Verpflichtung zur Abgabe von Emissionszertifikaten (+14,0 Mio. Euro) und die um 9,0 Mio. Euro höheren Steuerrückstellungen.

Die Verbindlichkeiten weisen insgesamt einen Anstieg von 6,0 % gegenüber dem Vorjahr auf. In den einzelnen Positionen gab es unterschiedliche Entwicklungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind aufgrund des neuen Konsortialkreditvertrag vom 16.12.2020 um 3,2 % gestiegen. Die erhaltenen Anzahlungen stiegen aufgrund der geleisteten Zahlungen der Kraftwerksgesellschaft für noch nicht abgerechnete Leistungen aus dem Instandhaltungsvertrag um 8,5 Mio. Euro, die sich auch auf der Aktivseite wiederfinden. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist ein leichter Anstieg in Höhe von 1,9 % zu verzeichnen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhten sich stichtagsbedingt im Wesentlichen aufgrund des höheren Ausweises gegenüber NGD um insgesamt 6,0 Mio. Euro. Die sonstigen Verbindlichkeiten stiegen im Wesentlichen aufgrund höherer Verbindlichkeiten aus Steuern um insgesamt 2,7 Mio. Euro.

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert.

Ausführungen zu Tätigkeitsbereichen der Stadtwerke Düsseldorf AG gem. § 6b Abs. 7 S. 4 EnWG

Tätigkeitsabschlüsse werden für die Bereiche Elektrizitätsverteilung und Gasverteilung erstellt und betreffen die wirtschaftliche Nutzung eines Eigentumsrechts an Elektrizitäts- und Versorgungsnetzen, wobei die SWD AG die Verpächterin dieser Netze ist. Darüber hinaus sind Dienstleistungen, die seitens SWD AG gegenüber NGD erbracht werden, Bestandteil der Tätigkeitenabschlüsse. Es wird auf die Erläuterungen im Anhang zu diesen Tätigkeitsabschlüssen, die sich aus der Anwendbarkeit des § 268 HGB ergeben sowie auf die Hinweise zu den Abschreibungsmethoden verwiesen. Darüber hinaus wird auch auf die Angabe der Regeln, nach denen die Gegenstände des Aktiv- und Passivvermögens sowie die Aufwendungen und Erträge den Tätigkeitskonten zugeordnet worden sind, hingewiesen.

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Integriertes Managementsystem der Stadtwerke Düsseldorf AG (Umwelt- und Energiemanagementsystem)

Zur Umsetzung und Sicherstellung der Unternehmensziele haben die SWD AG in ein bestehendes Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001 ein Energiemanagementsystem DIN EN ISO 50001 eingeführt. Das integrierte Managementsystem (Umwelt- und Energiemanagementsystem – IMS) ist ein Werkzeug, um Umweltschutz, Ressourcen- und Energieeffizienz kontinuierlich zu verbessern.

Im Februar 2020 wurde ein Überwachungsaudit gemäß DIN EN ISO 14001 für die SWD AG und die Grünwerke als 100%-Tochter der SWD AG sowie des unternehmensweiten Energiemanagementsystems gemäß DIN EN ISO 50001 für die SWD AG und ihre 50%-Tochter NBG (Niederrheinisch-Bergisches Gemeinschaftswasserwerk GmbH, Düsseldorf) erfolgreich durchgeführt. Das Zertifikat nach DIN EN ISO 50001 ist u. a. Voraussetzung, um weiterhin den Spitzensteuerausgleich beantragen zu können.

Ebenfalls konnte das Zertifikat Entsorgungsfachbetrieb für die Müllverbrennungsanlage verlängert werden. Dieses ermöglicht eine privilegierte Nachweisführung als Entsorgungsanlage.

Mit der Einführung sowie der kontinuierlichen Verbesserung des Energiemanagementsystems lässt sich außerdem der Energiebedarf im Unternehmen senken, die Energiebilanz optimieren, der CO2-Ausstoß verringern und die Wirtschaftlichkeit erhöhen.

Im Jahr 2020 hat die Bezirksregierung Düsseldorf zwei Umweltinspektionen auf Basis der IE-Richtlinie 2010/75/EU durchgeführt. Für die Standorte MVA und das Biomasseheizkraftwerk Garath ergaben die Inspektionen „leichte Mängel“.

Energieaudits

Durch ein Energieaudit lassen sich die wesentlichen Energieflüsse eines Unternehmens offenlegen und Energieeffizienzpotenziale identifizieren. Grundlage hierfür ist die systematische Erfassung und Analyse der Energiedaten von Anlagen und Gebäuden.

Die SWD AG und ihre Beteiligungsgesellschaften führen Energieaudits nach DIN 16247-1 mit BAFA-gelisteten Auditoren durch und sind somit Unterstützer der Kunden beim Zukunftsthema Energieeffizienz und Energietransparenz.

Kundenstamm und Kundenzufriedenheit

Der Kunde steht im Mittelpunkt des Handelns der SWD AG.

Durch regelmäßige Kundenbefragungen wird überprüft, ob die angebotenen Produkte und Energiedienstleistungen den Kundenbedürfnissen entsprechen. Darüber hinaus wird damit die Entwicklung der Kundenzufriedenheit und Loyalität gemessen.

Trotz des sehr hohen Wettbewerbsdrucks und der Preiserhöhungen sind die Kunden weiterhin sehr zufrieden und loyal.

Ausschlaggebend hierfür waren das hohe Vertrauen der Kunden, das sich unter anderem durch einen als gut empfundenen Kundenservice mit verständlichen Rechnungen und Anschreiben sowie einer hohen Zufriedenheit in der Kommunikation mit den SWD AG begründet. Ebenso besitzen die SWD AG nach wie vor ein sehr positives Image bei den Kundinnen und Kunden.

Personalbericht

Arbeitswelten im Wandel

Zu Beginn des Berichtszeitraums wechselte aufgrund der Corona-Krise fast die gesamte Belegschaft der SWD AG von einem Tag auf den anderen in die mobile Arbeit. Der Personalbereich verantwortete während des Jahres nicht nur das Krisenmanagement, sondern unterstützte die Mitarbeiter*innen durch transparente Kommunikation, Fortbildungsangebote auf der internen e-Learning-Plattform und umfassende Beratung. Das Treiberthema Digitalisierung wurde durch die Corona-Krise extrem beschleunigt. Die Herausforderungen lagen neben dem Schutz der Gesundheit aller Beschäftigten darin, die Belegschaft in die Lage zu versetzen, zuhause effizient arbeiten zu können und gleichzeitig die Zusammenarbeit auf digitalen Kommunikationsplattformen zu etablieren. Gemachte Erfahrungen wurden schon frühzeitig für Workhacks genutzt. Sie werden sich auch weiterhin beschleunigend auf den Wandel im Unternehmen auswirken.

Das Jahr 2020 stand als Ausfluss des Management-Dialogs in 2019 unter dem Motto #machen. In den beiden Dimensionen Führung & Zusammenarbeit und Prozesse & Strukturen wurde an zukunftsgerichteten Konzepten gearbeitet – partizipativ und ganzheitlich. Schwerpunktthema für die Personalentwicklung war die Auseinandersetzung mit Führung: Wie müssen wir bei SWD führen, um erfolgreich zu sein? Mit einem großen Aufschlag startete Mitte des Jahres die Arbeit mit rund 200 Führungskräften im Stadtwerkekonzern.

Parallel wurde das Projekt Arbeitswelt der Zukunft damit beauftragt, die passenden Rahmenbedingungen für die geänderten Arbeitserfordernisse zu definieren. Auf der Basis einer evidenzbasierten Bedarfsanalyse wurden zunächst Ideen für eine optimierte Arbeitsplatzgestaltung mit mehr Raum für Kollaboration generiert.

Strategische Personalplanung

Die strategische Personalplanung wurde nach der erfolgreichen Pilotierung in den Bereichen Kraftwerk und Müllverbrennung im Jahr 2020 in der gesamten SWD AG ausgerollt und mit der Finanzplanung verknüpft. Datenanalysen und Handlungsempfehlungen für den Personalbestand und zukünftigen Personalbedarf sind somit im gesamten Unternehmen möglich. Zudem wurde der Planungsprozess im Jahr 2020 um die systemseitige Hinterlegung von Schlüsselfunktionen und Jobclustern für die SWD AG erweitert, welche in Zusammenarbeit mit den Fachbereichen erfolgte. Die strategische Personalplanung versetzt die Personalfunktion der SWD AG inzwischen in die Lage, die Unternehmensstrategie zu unterstützen und in konkrete Personalbedarfe (quantitativ/qualitativ) zu übersetzen, sich als Partner und Steuerungsfunktion zu etablieren und wesentliche Personalprozesse wie Talentmanagement oder Rekrutierung effizient und wertschöpfend anzubieten. Die ersten Ergebnisse aus dem SWD-weiten Planungszyklus haben insgesamt verdeutlicht, dass das Unternehmen verstärkt in Mitarbeiter*innen mit digitalen Kompetenzen investieren muss. Die Digitalisierung wird die Entwicklung der SWD AG nach der Corona-Pandemie vielschichtig beeinflussen. Die unternehmensweite strategische Personalplanung hilft dabei, die erforderlichen Bedarfe mit Vorlauf aufzuzeigen. Der Fokus des weiteren Ausbaus der strategischen Personalplanung soll beginnend ab 2021 darauf liegen, die Kompetenzen der Belegschaft zu kennen, um Qualifikationslücken gezielter zu schließen.

Führung und Zusammenarbeit

Mit „Führung im Wandel“ wurde Anfang 2020 ein interner Dialog-Prozess gestartet, der die zukunftsgerichtete Weiterentwicklung der Zusammenarbeit und Führung zum Ziel hat. Wesentlicher Baustein für die Qualifizierung von Führungskräften bei SWD AG ist seit 2020 das neue Programm „Zeit für Führung“, mit der Möglichkeit zum Austausch und einem umfangreichen Angebot an Seminaren und Workshops. Die Initiierung des internen Dialogs zu Führung im Wandel erfolgte im Juni 2020 durch die hybride Tagesveranstaltung „Turbine 6“. Rund 200 Führungskräfte des Stadtwerketeilkonzerns verfolgten im Live-Stream in fast 30 Räumen der Stadtwerke Düsseldorf den zentralen Impuls und setzten sich intensiv mit der Leitfrage „Wie müssen wir führen, um erfolgreich zu sein?“ auseinander. Schon beim Auftakt wurde klar, welches die zentralen Begriffe für die weitere Diskussion sind: „Verantwortung – Vertrauen – Gemeinsam – Zusammenarbeit“. Parallel wurde eine digitale Plattform etabliert, um sämtliche Arbeitsergebnisse transparent und jederzeit für die Führungskräfte verfügbar zu machen.

Anknüpfend an die Auftaktveranstaltung folgte im Oktober eine Workshop-Reihe zu „Führung im Wandel“. Mit etwa einem Drittel aller Führungskräfte wurde in diesem Rahmen das Führungsverständnis weiter geschärft und inhaltliche Schwerpunkte für die weitere Führungsarbeit gesetzt. Aus den daraus resultierenden Ergebnissen wurde ein gemeinsames Führungsverständnis formuliert. Alle Führungskräfte des Stadtwerketeilkonzerns wurden Mitte Dezember zu einer digitalen Ergebnispräsentation eingeladen, in der das Grundverständnis gemeinsam diskutiert und final bestätigt wurde. Die zukunftsorientierten Kompetenzen werden aus dem Dialog-Prozess Führung im Wandel nunmehr Eingang in die fortlaufende Führungskräfteentwicklung „Zeit für Führung“ finden.

Arbeitswelten der Zukunft

Aus der Initiative „Arbeitswelten der Zukunft“, die im Jahr 2019 im Rahmen des Management-Dialogs ins Leben gerufen worden war, wurde in 2020 ein fachbereichsübergreifendes Folgeprojekt. Mit dem Projekt begegnen die SWD den Anforderungen durch Digitalisierung und Innovationen, geänderte Arbeitsprozesse und Führungsmethoden und gestalten diesen Wandel proaktiv mit. Gemeinsamer Anspruch ist, dass Architektur und Zusammenarbeit zwei Zahnräder sind, die harmonisch ineinandergreifen und sich bestenfalls wirksam verstärken. Mit diesem Anspruch haben die SWD drei Projektziele abgeleitet:

  • Arbeitswelten schaffen, deren Konfiguration die Aufgaben der Mitarbeiter unterstützen.
  • Arbeitswelten schaffen, die die Unternehmenskultur und Zusammenarbeit fördern.
  • Arbeitswelten schaffen, die allen Mitarbeitern die gleichen Möglichkeiten bieten.

Zur Umsetzung dieser Ziele planen die SWD Arbeitswelten, die vielfältige Arbeitsplatzangebote bereithalten. Entstehen soll ein Habitat, zusammengesetzt aus mobile Arbeit/Homeoffice, klassischen Arbeitsplätzen, Rückzugsorten für fokussierte Einzelarbeit sowie Orte der Kollaboration und der Kommunikation. Die fachbereichs- und hierarchieübergreifende Zusammenarbeit wird gefördert, indem eine ausreichende Anzahl Projekträume eingeplant wird. Auf diese Weise wird eine erhebliche Steigerung der Arbeitsplatzqualität erzeugt, die Zusammenarbeit verbessert und schließlich auch Prozesse optimiert. Das Projekt ist konzeptionell verzahnt mit der Employer Brand sowie einem modernen Führungs- und Zusammenarbeitsverständnis.

Integriertes Gesundheits- und Diversitymanagement

Das übergeordnete Ziel des integrierten betrieblichen Gesundheits- und Diversitymanagements ist der Erhalt der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Belegschaft. Demografische Beschäftigtenstruktur und Transformation der Arbeit sind nach wie vor die wesentlichen Treiber für diese Aufgabe. Die SWD fördern durch vielschichtige Maßnahmen die physische, psychische und soziale Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Selbstführung, organisationale Achtsamkeit und Leadership bilden dabei die drei wesentlichen Handlungsfelder. Der durch das interne Gesundheits- und Diversitymanagement konzipierte triadische Ansatz verfolgt eine gezielte Integration aller Maßnahmen in die Prozesse und Strukturen des Unternehmens.

Bedingt durch die Corona-Pandemie wurde im Wirtschaftsjahr der Fokus auf die Gesundheit in mobiler Arbeit („Homeoffice“) und Selbstorganisation gelegt. Bei überwiegend virtuellen Angeboten wurde Wert daraufgelegt, dass den Teilnehmenden die Inhalte nur als Rahmen vorgegeben wurden. Die tatsächliche inhaltliche Ausgestaltung lag bei den Teilnehmenden selbst. Die in Workshops mit Pilotgruppen zu „Corona-Care“ oder „Inner Leadership“ gewonnenen Erkenntnisse wurden allen Beschäftigten zugänglich gemacht und sollen in weiteren Formaten von diesen fortentwickelt werden.

Auch der Diversity-Tag 2020 wurde erstmals rein virtuell durchgeführt. In einem zentralen Impuls und verschiedenen Podcasts wurden die Themen Unconscious Bias und Generationenvielfalt behandelt.

Die Beschäftigten – Zahlen, Daten, Fakten

Zum 31.12.2020 beschäftigte die SWD AG 1.100 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen exklusive 31 ruhender Arbeitsverhältnisse und Organfunktionen (Vorstand).

Im Laufe des Jahres 2020 sind 92 Beschäftigte ins Unternehmen eingetreten, während 92 Beschäftigte das Unternehmen verlassen haben. 18 Beschäftigte befanden sich in der Freistellung für einen vorzeitigen Ruhestand im Rahmen einer Betriebsvereinbarung sowie 1 Beschäftigter in der Passivphase der Altersteilzeit.

Bedingt durch die Neueinstellungen beziehungsweise Austritte sank die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit von 20,2 Jahren auf 19,5 Jahren in 2020. Ebenfalls hat sich das Durchschnittsalter von 48,5 Jahre auf 48,1 Jahre reduziert. Die Schwerbehindertenquote lag bei 6,84 %.

Erklärung zur Frauenquote1

Gemäß dem „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ hat der Vorstand für die SWD AG festgelegt, den Frauenanteil in der ersten Führungsebene unter dem Vorstand bis zum 31.12.2023 auf 25 % zu steigern. Für den Frauenanteil auf der zweiten und dritten Führungsebene wurde die Zielmarke von 20 % festgelegt.

Die Quote für die erste Führungsebene lag zum 31.12.2020 unverändert bei 21,4 %. Der Wert für die zweite Führungsebene sank von 19,5 % im Vorjahr auf 17,0 % und der für die dritte Führungsebene auf 18,2 % (Vorjahr: 19,4 %).

Der Anteil der weiblichen Beschäftigten an der Gesamtbelegschaft sank leicht ab auf 32,0 % (Vorjahr: 32,6 %). Der Frauenanteil in den Führungspositionen verringerte sich auf 18,1 % (Vorjahr 19,7 %). Insgesamt 222 Mitarbeiter/innen waren in Teilzeit beschäftigt (inklusive 68 Mitarbeiter/innen in sog. Teilzeit Flex). Der Anteil der weiblichen Beschäftigten in Teilzeit entsprach dabei 63,1 %.

 

1 Lageberichtstypische Angabe gem. § 289f HGB. Gemäß § 317 Abs. 2 Satz 6 HGB ist keine inhaltliche Prüfung dieser Angaben durch den Wirtschaftsprüfer erfolgt.

Prognose-, Risiko- und Chancenbericht

Prognosebericht

Branchensituation

Die EEG-Umlage für das Jahr 2021 wurde durch die Bundesregierung auf 6,500 ct/kWh gedeckelt. Gleichzeitig hat die Bundesregierung einen Bundeszuschuss an die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber zur Stabilisierung der EEG-Umlage in Höhe von knapp 10,8 Mrd. Euro beschlossen. Ohne diesen Bundeszuschuss läge die EEG-Umlage für 2021 bei 9,651 ct/kWh und damit deutlich über der des Vorjahres in Höhe von 6,756 ct/kWh. Hauptgründe für diesen hohen Anstieg, der durch den Bundeszuschuss nicht wirksam wird, sind laut Veröffentlichung der Übertragungsnetzbetreiber der vornehmlich durch Corona bedingte Verfall der Börsenstrompreise sowie der durch die Corona-Pandemie verursachte Rückgang beim Stromverbrauch.

Gleichzeitig wurde die Offshore-Netzumlage bekanntgegeben, die die Kosten des Netzausbaus in Nord- und Ostsee beinhaltet. Sie sinkt 2021 leicht von 0,416 ct/kWh auf 0,395 ct/kWh. Der Umlagebetrag liegt dann insgesamt bei 33,1 Mrd. Euro (vor Bundeszuschuss) (Vorjahr 23,9 Mrd. Euro). 

Der Strom- und der Gasmarkt waren 2020 moderat durch die COVID-19-Pandemie geprägt. Zwar kam es im März zu einem deutlichen Preisverfall, da viele Energieversorger, die von der Wirtschaft nicht benötigte Energie abverkaufen mussten. Dennoch konnten sich die Preise rasch wieder stabilisieren. Weiterhin sind am deutschen Stromspotmarkt extreme Preissprünge zu beobachten, getrieben durch unregelmäßige, wetterbedingte Einspeisung bei den Erneuerbaren Energien. So verzeichnete die EPEX Spotbörse an immer mehr Tagen negative Preise bedingt durch eine hohe Wind- und Photovoltaikeinspeisung bei niedriger Stromnachfrage.

Der Clean Spark Spread (Preisspread zwischen den Erlösen aus dem Stromverkauf beim Einsatz von Gas und Emissionszertifikaten auf der Erzeugungsseite) stieg im 1. Halbjahr deutlich an, was den Gaskraftwerksbetreibern zugutekam, bevor der Spread dann im weiteren Verlauf des Jahres wieder stark zurückgegangen ist. Zum Jahresende hin konnte der Preisspread wieder deutlich zulegen.

Der Kohlepreis hat den kontinuierlichen Preisverfall, ausgehend vom Jahr 2018 bis Mitte des Jahres 2020, fortgesetzt. Im vierten Quartal konnte der Kohlepreis ein Plus verzeichnen, sodass er 10 % über dem Vorjahreskurs schloss. Gründe hierfür lagen in australischen Exporthemmnissen sowie Produktionsrückgängen durch Streiks in Kolumbien. Falls sich der Clean Spark Spread weiterhin auf niedrigerem Niveau halten sollte, ist damit zu rechnen, dass mehr Kohlekraftwerke sich in der Merit Order verbessern. Dies sollte preisstützend für den Kohlepreis wirken.

Der Rohölkontrakt für Brent ist im Zeitraum März bis Mai aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie stark eingebrochen. Dieser Preisverfall konnte im Jahresverlauf zum Teil ausgeglichen werden. Nichtsdestotrotz schließt Rohöl auf einem niedrigen Niveau zum Vorjahr. Eine Einigung der OPEC+ über die Fördermenge zum Jahresende lässt auf einen preisstabilisierenden Effekt hoffen. Zudem wird für 2021 im Zuge der breitflächigen Impfungen und in Folge dessen mit zunehmender Lockerung von wirtschaftlichen Einschränkungen der COVID-19-Pandemie eine Steigung des Ölpreises erwartet.

Situation der Stadtwerke Düsseldorf AG

Die globale, nationale und die Branchen-Situation setzen den Rahmen, innerhalb dessen sich die SWD AG auch 2021 bewegen. Zudem hat im Jahr 2020 die Corona-Pandemie dazu geführt, dass die Stadtwerke Düsseldorf eine „Task-Force“ eingeführt haben, um die Entwicklungen und die Auswirkungen auf das Unternehmen beobachten und entsprechende Entscheidungen ableiten zu können. Dadurch wurden gezielte Maßnahmen zur Sicherung der systemkritischen Infrastruktur ergriffen und die Belegschaft regelmäßig darüber informiert.

Umso größer ist die Bedeutung der Entwicklungen, die selber in die Hand genommen oder beeinflusst werden können. Die Weiterentwicklung der Strategie und die oben erläuterten Projekte tragen dem Rechnung. Für die Zukunft der SWD AG ist es entscheidend, den mit den strategischen Projekten begonnenen Veränderungsprozess weiterhin konsequent und fokussiert fortzusetzen, die zukunftsgerichteten Ideen auszutesten und zu validieren und – wo technisch-wirtschaftlich sinnvoll – dauerhaft umzusetzen.

Das Planergebnis für das Jahr 2021 basiert auf den energiewirtschaftlichen Prämissen der Konzernmutter EnBW und beträgt vor Steuern rund 62 Mio. Euro bei erwarteten Umsatzerlösen in Höhe von rund 2,1 Mrd. Euro.

Das Ergebnis vor Steuern des Jahres 2020 liegt mit 77,1 Mio. Euro rund 1,3 Mio. Euro über dem geplanten Jahresergebnis. Die Umsatzerlöse in Höhe von 2,1 Mrd. Euro liegen hierbei auf Planniveau.

Die Investitionsplanung der Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenstände des kommenden Jahres in Höhe von 128,8 Mio. Euro wird hauptsächlich durch Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in die Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmenetze bestimmt.

Innerhalb der Stromversorgung stellt neben der Erneuerung und Erweiterung der Versorgungsleitungen der Neubau eines Umspannwerkes im Hafen sowie die damit verbundene Verlegung einer 110-kV-Trasse einen Schwerpunkt dar. Ein besonderer Fokus liegt weiterhin im Bereich des Fernwärmeausbaus. Nach Fertigstellung des ersten Bauabschnittes zur Anbindung des Stadtteils Benrath an das Fernwärmenetz soll in 2021 mit einem weiteren Abschnitt im Benrather Norden die Versorgung mit Fernwärme aus dem Heizkraftwerk Garath sichergestellt werden. Weiterhin wird im innerstädtischen „Zukunftsviertel“ in den Ausbau klimafreundlicher Fernwärme investiert. Im Rahmen der Fernwärmeausbaustrategie sind zudem Investitionen für Inselfernwärmenetze im Zusammenhang mit der Entwicklung des Bereichs um den Vogelsanger Weg und des in Lichtenbroich entstehenden Wiesenviertels berücksichtigt. Die notwendigen infrastrukturellen Anpassungen zur Sicherstellung der sukzessiven Umstellung des Düsseldorfer Gasversorgungsgebiets von L-Erdgas auf H-Erdgas werden im Jahr 2021 einen Schwerpunkt innerhalb der Investitionen im Bereich der Gasversorgung darstellen. Zudem wird weiterhin der Rollout der Funktechnik CDMA 450 wie auch moderner Messsysteme für die Digitalisierung der Versorgungsinfrastruktur vorangetrieben.

Nachdem in 2020 erste Planungs- und Entwicklungskonzepte zur Modernisierung der Müllverbrennungsanlage am Standort Flingern erarbeitet wurden, sind auch im nächsten Jahr Investitionen für den weiteren Planungsprozess berücksichtigt.

Neben Investitionen in die Netze und Anlagen für eine nachhaltige Erzeugungs- und Versorgungsinfrastruktur wird das Angebot an intelligenten Produkten und Strukturen für die Kunden weiter ausgebaut. Mit dem Aus- und Aufbau der Ladeinfrastruktur und dem Engagement für Elektromobilität vor Ort positionieren sich die SWD AG als Treiber für emissionsfreie Mobilität und Anbieter dafür notwendiger Infrastrukturen. Mit dem Pilotprojekt „Bau einer Wasserstofftankstelle und eines Elektrolyseurs“ prüfen die SWD ihre Aktivitäten auf das Geschäftsfeld Wasserstoff zu erweitern und so einen Baustein zur Umsetzung der „Kompetenzregion Wasserstoff Düssel.Rhein.Wupper“ zu realisieren.

Einhergehend mit unternehmensweiten Projekten und Maßnahmen zur Digitalisierung investieren die SWD AG weiterhin konsequent in die Sicherheit der kritischen Dateninfrastruktur sowie in die Umsetzung der IT-Konzepte für die zukünftige Grundausrichtung der strategischen Systeme.

Das Personalmanagement ist 2021 mehr denn je gefordert, den Wandel bei SWD AG aktiv mitzugestalten und eine entsprechende Personalstruktur zu planen. Digitalisierung, Nachhaltigkeit bzw. kommunale Klimaziele und der ambitionierte Ausbau neuer Produkte und Dienstleistungen werden die Personalarbeit in 2021 prägen. Intensiviert durch die Krisenerfahrung werden der Ausbau der internen Personalkommunikation und die Erweiterung der digitalen Kompetenz bei SWD hoch priorisiert.

Zentrales Instrument ist die kontinuierliche Verbesserung der Planungs- und Analysefähigkeit im HR Bereich. Die strategische Personalplanung wird weiter ausgebaut – diesmal mit dem Ziel, die internen Schnittstellen zum Rekrutierungs- und Qualifizierungsprozess zu gestalten. Durch entsprechende Analysen und Szenarien begleitet die strategische Personalplanung darüber hinaus die Hebung von Effizienzsteigerungspotenzialen bei SWD. Parallel werden auch im Jahr 2021 Investitionen in den gezielten temporären Personalaufbau bei Schlüsselqualifikationen vor allem im technischen und digitalen Bereich prognostiziert.

Employer Branding und das Großprojekt Arbeitswelt der Zukunft sollen in die Umsetzung gehen und bedeuten insgesamt einen großen Changeprozess im Unternehmen, der vom oberen Management und dem Personalbereich eng zu begleiten ist. Entscheidend für den Erfolg sind die fortgesetzte Arbeit mit Führungskräften und die Förderung von Kollaboration im Stadtwerkekonzern.

Unablässig sind dauerhaft vermehrte Anstrengungen erforderlich, durch die Entwicklung neuer margenträchtiger Produkte und Dienstleistungen die Ertragskraft der SWD AG nachhaltig zu steigern. Die Kundenzufriedenheit und der Kundenstamm sollen auf hohem Niveau stabil gehalten werden. Dieses Ziel konnte 2020 erreicht werden.

 

Risiko- und Chancenbericht

Beschreibung des Risikomanagements

Die Organisation und Arbeitsweise des Risikomanagements dient dem Ziel, den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens zu sichern, indem Risiken und Chancen laufend identifiziert und überwacht, die Risiken begrenzende Maßnahmen initiiert werden und die Berichterstattung an die Entscheider innerhalb des Unternehmens gewährleistet wird.

Risiken und Chancen sind definiert als negative bzw. positive Abweichungen von genehmigten Planwerten. Die Berichterstattung erstreckt sich grundsätzlich auf den Zeitraum der Mittelfristplanung, kann bei einzelnen Risiken aber auch darüber hinausreichen. Für die Risiken und Chancen werden – sofern möglich – Schadenshöhen und Eintrittswahrscheinlichkeiten festgelegt. Die Eintrittswahrscheinlichkeiten klassifizieren sich dabei nach „niedrig“ (0% bis einschließlich 33%), „mittel“ (34% bis einschließlich 66%) und „hoch“ (67% bis einschließlich 99%).

Durch die Verzahnung von Risikomanagement und internem Kontrollsystem (Teilbereich Unternehmenssteuerung) zum integrierten Risikomanagement (iRM) sind die Prozesse und Methoden nach EnBW-Konzernvorgaben für die SWD AG vereinheitlicht. Durch das iRM werden die Risiken der SWD AG nach Ansicht des Vorstands wirksam überwacht.

Die Aufgaben des iRM werden von der zentralen Organisationseinheit Risikomanagement sowie den Risikoverantwortlichen und den dezentralen iRM-Beauftragten wahrgenommen. Die Maßstäbe ihrer Tätigkeit sind in einem verbindlichen Regelwerk in Form einer unternehmensweit gültigen Richtlinie konkretisiert. Die Organisationseinheit Risikomanagement ist die zentrale Stelle, deren Aufgabe es ist, erkannte Risiken zu erfassen, deren Auswirkungen umfassend zu beurteilen und Steuerungsmöglichkeiten aufzuzeigen sowie die Risikoberichte für die Unternehmensleitung zu erstellen.

Eine effektive Durchführung des Risikomanagementprozesses kann nur mit genauer und umfassender Kenntnis sämtlicher operativer Prozesse des Unternehmens erfolgen. Voraussetzung eines erfolgreichen Risikomanagements ist daher die Zusammenarbeit des zentralen Risikomanagements mit den Fachabteilungen.

Diese Zusammenarbeit ist organisatorisch durch die Zuordnung sämtlicher Risiken zu den Risikoverantwortlichen sichergestellt. Risikoverantwortlich sind diejenigen Träger von Leitungsfunktionen, in deren Fachbereich ein Risiko sich realisieren könnte und gesteuert werden kann.

Bei dieser Aufgabe werden sie von den dezentralen iRM-Beauftragten unterstützt, die sie aus ihren Fachabteilungen benennen. Die dezentralen iRM-Beauftragten leisten die ständige Beobachtung ihres Fachbereiches im Hinblick auf neu entstehende und sich ändernde Risikolagen und arbeiten dabei mit dem Risikomanagement zusammen.

Aufgrund der personellen und organisatorischen Integration des Risikomanagementprozesses in das operative Geschäft sind sowohl seine Effektivität als auch seine ständige Anpassung an die Bedürfnisse des Unternehmens nach Ansicht des Vorstands gewährleistet.

Das Risikomanagement berichtet regelmäßig die Risikolage an den Vorstand der SWD AG in Form von Quartalsberichten, zusätzlich erfolgt bei zwischenzeitlich auftretenden Ereignissen und Überschreitung festgelegter Schwellenwerte eine interne ad-hoc Berichterstattung. Ebenso werden Risiken bei Überschreitung definierter Grenzwerte gemäß Handbuch zum Risikomanagement als Top-Risiken klassifiziert. Top-Risiken werden dem Risikoausschuss präsentiert, welcher sechsmal im Jahr tagt. Der Vorstand der SWD AG informiert regelmäßig den Finanzausschuss des Aufsichtsrates über die jeweils aktuelle Situation der Top-Risiken. Zudem werden im Quartalsbericht an den Aufsichtsrat die Veränderungen bei den Top-Risiken gegenüber dem Vorbericht dargestellt. Damit ist sichergestellt, dass der Aufsichtsrat der SWD AG den aktuellen Stand der Top-Risiken überwacht.

Einmal jährlich wird eine Validierung aller Risiken durchgeführt, in der ein vom Risikoverantwortlicher unabhängiger Dritter die Angemessenheit und Funktionsfähigkeit der Steuerungsinstrumente eines Risikos überprüft und bestätigt. Als Ergebnis der Validierung wird der iRM-Wirksamkeitsbericht inklusive Managementerklärung jährlich erstellt und vom Vorstand der SWD AG beschlossen. In der Managementerklärung wird die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems der SWD AG bestätigt.

Risikoberichterstattung

Strategisch

Umfeld- und Branchenrisiken
Die weltweite Ausbreitung von COVID-19 ist das prägende Ereignis des Jahres 2020. Die daraus resultierenden finanziellen und operativen Auswirkungen betreffen alle Unternehmensbereiche der SWD AG, was sich in der Risikoberichterstattung widerspiegelt. 

Die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus wurde am 11.03.2020 von der WHO zu einer Pandemie erklärt. Im Risikobericht zum ersten Quartal am 30.03.2020 wurde das Risiko „Auswirkungen der aktuellen Corona-Pandemie“ neu in die Risikoberichterstattung aufgenommen. In einem ersten Schritt erfolgte dies als zentrales übergreifendes Risiko über alle Bereiche sowohl der SWD AG als auch der vollkonsolidierten Beteiligungen der NGD, Grünwerke und AWISTA. In einer qualitativen Abfrage aller Unternehmensbereiche wurden die Auswirkungen sowohl auf die Linientätigkeiten im laufenden Betrieb als auch auf aktuelle und zukünftig geplante Projekte abgefragt.

Durch die Gründung der Task Force Finanzen zum Umgang mit den finanzwirtschaftlichen Aspekten der Corona-Pandemie wurde eine zentrale Koordinierungsorganisation für die Bewertung der Auswirkungen geschaffen. Die Teilnehmer der Task Force Finanzen entstammen den Bereichen Risikomanagement, Controlling, Treasury, Handel, Vertrieb, Forderungsmanagement und Rechtsbereich. Die Task Force Finanzen erstellt einen regelmäßigen Bericht an die Mitglieder des Vorstandes der SWD AG. Zusätzlich wurde die Sitzungsfrequenz der bereits seit der Finanzkrise 2008 bestehenden Task Force Kreditrisiko deutlich erhöht.

Im Risikobericht zum zweiten Quartal am 30.06.2020 wurde das bisherige konzernübergreifende Risiko aufgeteilt und zum Zweck einer detaillierteren Berichterstattung jeweils ein separates Risiko für die einzelnen Gesellschaften SWD AG, NGD, Grünwerke und AWISTA angelegt. Auf Grundlage von Vorgaben des Konzernrisikomanagements der EnBW AG wurden Risikoszenarien und deren Eintrittswahrscheinlichkeiten definiert und monetär durch die Fachbereiche bewertet. Eine Abstimmung mit dem Controlling im Zuge der Vorschaurechnung erfolgte laufend.

Eine Anpassung der Risikoszenarien und deren Eintrittswahrscheinlichkeiten wurde gemäß dem weiteren Verlauf der Pandemie, der Impfstoffentwicklung, der wirtschaftlichen Entwicklung, der Forderungsausfälle durch Unternehmensinsolvenzen sowie den generellen Auswirkungen auf Energieversorgungsunternehmen vorgenommen. Diese Risikoszenarien bilden die Grundlage für die weitere zukünftige Risikoberichterstattung im Zuge der Pandemie von COVID-19. Insgesamt wird das Risiko als „hoch“ eingeschätzt.

Bedingt durch die Energiewende ergeben sich weiterhin Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen in der Versorgungsbranche. Das Gesetz zur Modernisierung der Netzentgelte (NEMoG) mit einer Neugestaltung der vermiedenen Netznutzungsentgelte (vNNE) führt im bundesweiten Durchschnitt zu prinzipiell sinkenden Netzentgelten. Unter anderem durch verbesserte technische Produktmöglichkeiten zur Eigenerzeugung sowie der Energiepreisentwicklung für die Endverbraucher wird eine Zunahme der dezentralen Erzeugung vorausgesagt, zum Beispiel durch Miniblockheizkraftwerke, Solar- und Photovoltaikanlagen. Das Risiko wird als „mittel“ eingeschätzt.

Für die Vermarktung der Stromproduktion am Großhandelsmarkt bestehen insbesondere aufgrund stark schwankender Rohstoff- und Strompreise mittlere Auslastungs- und Margenrisiken. Soweit in Verbindung mit den Risiken der Erzeugung auch Verluste aus schwebenden Geschäften drohen, werden Rückstellungen für diese Verluste gebildet.

Durch stark steigende Einflüsse einer politisch geförderten Energiewende (als Beispiel seien die Energieeinsparverordnung und Sanierungsquoten genannt) sinkt der Gas- und Fernwärmeabsatz. Im Wesentlichen werden diese Einsparungen durch Gebäudesanierungsmaßnahmen realisiert, die in Teilen durch die Bundesregierung forciert werden. Sollten zukünftig weitere Fördermittel zur Gebäudesanierung zur Verfügung gestellt bzw. die Richtlinien zur Energieeinsparung für Bestandsgebäude weiter verschärft werden, besteht das mittlere Risiko, dass der Gas- und Fernwärmeabsatz über das bereits in der Planung verarbeitete Maß hinaus sinkt.

Die Digitalisierung der Wirtschaft und damit die Durchdringung aller Branchen mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien hat Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette der SWD AG. Sie führt zu einem veränderten Kundenverhalten sowie sich ändernden Kundenbedürfnissen. Zudem ermöglicht sie es auch branchenfremden Unternehmen, den angestammten Markt des Energiesektors zu durchdringen und damit die derzeitigen und künftigen Geschäftsfelder der Energiebranche zu besetzen. Dabei besteht das hohe Risiko, dass einige der neuen Wettbewerber aufgrund von günstigeren Kostenstrukturen und schnelleren Entscheidungswegen sowie einer effizienteren Innovationsrate im Vorteil sind. Durch die Verabschiedung und Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie sowie der Entwicklung von Modellen zur Optimierung von Anwendungen, neuen Produkten und Services haben sich die SWD AG auf diese Einflüsse vorbereitet.

Das Geschäft mit privaten Strom- und Gaskunden steht bereits im Blickfeld verschiedener Wettbewerber. Durch verstärkte Vertriebsaktivitäten anderer Anbieter als auch aufgrund hoher Preissensibilität der Kunden besteht das mittlere Risiko von Mengen- und Margenverlusten. Die zur Regelung von Preisanpassungen erforderlichen Klauseln führen in der gesamten Branche immer wieder zu rechtlichen Auseinandersetzungen mit Kunden. Derartige Fälle sind grundsätzlich unvermeidlich, da auch Klauseln, die zunächst der anerkannten Rechtslage entsprechen, durch die Entwicklung der Rechtsprechung immer wieder überholt und in Frage gestellt werden.

Des Weiteren sind die technologischen Auswirkungen insbesondere bei Vertriebskanälen (Internet, Apps), die demographische Entwicklung auf der Kundenseite sowie der vermehrte Einsatz von Energieberatern zu erwähnen. Durch den Einsatz neuer Vertriebswege und Zahlungsmöglichkeiten kann es zu dem mittleren Risiko einer gesteigerten Wechselbereitschaft bzw. zu einem für die SWD AG negativ verändertem Kundenverhalten kommen. Dieser Trend wird zudem durch steigende gesetzliche Kostenbestandteile wie zum Beispiel EEG beeinflusst, welche nicht mehr durch eine günstige Beschaffung aufgefangen werden können und damit jährliche Preisanpassungen mit einer erhöhten Kundenabwanderung zur Folge hat. Die SWD AG begegnet diesen Risiken mit einem integrierten Kundenlebenszyklus-Management mit Kundenbindungs- und Kündigerrückgewinnungsmaßnahmen sowie einer weiteren Optimierung des Marketingmix (Produkt, Preis, Distribution, Kommunikation). Zudem erfolgt die Entwicklung neuer – insbesondere auf wechselwillige Kundengruppen zugeschnittene – Produkte zur Teilhabe an Trends sowie der Ausbau digitaler Vertriebsaktivitäten bei der SWD AG in den Bereichen Social Media, Internet, Apps sowie künstliche Intelligenz.

Die sich zukünftig für die SWD AG ergebenden Risiken sind abhängig von weiteren politischen Entscheidungen. Die SWD AG begegnet den Entwicklungen mit einem konsequenten Risikomanagement und einer kontinuierlichen Analyse des politischen Umfeldes.

Unternehmensstrategische Risiken
Der BGH hat einem Unternehmen durch Urteil untersagt, die Bezeichnung „Stadtwerke“ in seiner Firma zu führen. Ein wesentlicher Gesichtspunkt der Entscheidung war, dass das Unternehmen nicht mehrheitlich in kommunaler Hand ist. Die Entscheidung bezieht eine Vielzahl weiterer Gesichtspunkte ein und lässt eine abschließende Aussage über die Beurteilung anderer Fälle nicht zu. Es ist möglich, dass Wettbewerber die Rechtsprechung aufgreifen, um die Firmen ihrer Konkurrenten anzugreifen. Somit könnten auch die SWD AG betroffen werden, das Risiko wird allerdings als niedrig eingeschätzt. Der Bund der Energieverbraucher hat die Berechtigung der SWD AG zur Verwendung der Firmenbezeichnung in Frage gestellt. In den Veröffentlichungen des Verbandes wird auf die Problematik hingewiesen.

Operativ

Leistungswirtschaftliche Risiken
Die SWD AG hat auch 2020 ihre strategischen Vorhaben weiter umgesetzt. Diese Vorhaben sind mit Investitionen verbunden. Naturgemäß wohnt allen Investitionstätigkeiten das Risiko von unerwarteten Ergebniseinbußen, Kostensteigerungen und notwendigen Wertberichtigungen inne. Nach dem grundsätzlichen Investitionsbeschluss der SWD AG zur Entwicklung und Umsetzung von mehreren Immobilienprojekten befindet sich aktuell ein Wohnbauprojekt auf der Rethelstraße in der Umsetzung. Dieses wird über das 50%ige-Joint Venture „Innovative Immobilien Duisburg Düsseldorf ID Quadrat GmbH & Co. Betriebsgesellschaft KG“ gemeinsam mit der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH umgesetzt. Weitere Immobilienprojekte in Düsseldorf sind im Rahmen der zuvor genannten Kooperation in Planung. Zudem plant die SWD AG aktuell eine umfangreiche Sanierung eines eigenen Wohngebäudes an der Lotharstraße. Es besteht das mittlere Risiko, dass diese Projekte in Bezug auf Kosten, Termine und Qualität von der Planung abweichen. Gründe hierfür können unter anderem Lieferantenausfälle, gewollte oder ungewollte Bauverzögerungen bzw. Mehrkosten aufgrund von Qualitätsmängeln sein.

Prinzipiell besteht das aus Sicht der SWD AG niedrige Risiko von Ausfällen einzelner Kraftwerke der SWD AG. Für den Block GuD-F besteht neben einer Allgefahrenversicherung seit 2018 eine Betriebsunterbrechungsversicherung (BU-Versicherung). Die BU-Versicherung dient zur Deckung von Vermögensschäden, die aus einer Betriebsunterbrechung aufgrund versicherter Sachschäden resultieren. Hierbei sind alle Schadensbestandteile abgedeckt. Die neue BU-Versicherung führt gegenüber der bisherigen BU-Versicherung, welche ausschließlich Zins- und Tilgungsleistungen bei einem Selbstbehalt von 60 Tagen abgedeckt hat, zu einer erheblichen Verbesserung des Versicherungsschutzes. Ab dem 01.01.2021 werden sich die Allgefahrenversicherung und die BU-Versicherung für GuD-F derart ändern, dass die Höchstentschädigung reduziert und der Selbstbehalt für BU-Schäden, resultierend aus Sachschäden an der Laufreihe 2 der Gasturbine, von 60 auf 75 Tage erhöht wird.

Die SWD AG ist sowohl als Energieerzeuger als auch als Energielieferant am Energiemarkt auf Anbieter- und auf Käuferseite präsent. Das Risikomanagementsystem des Energiehandels erfasst die Marktpreis- und Adressenausfallrisiken anhand der aktuellen Marktpreise, misst die Handelsergebnisse und überwacht die Einhaltung der Limits. Die eingeräumten Limits basieren auf dem jährlich vom Vorstand genehmigten Risikokapital. Für die notwendige Risikotransparenz sorgen eine differenzierte Bücherstruktur und ein detailliertes Berichtswesen, das die Information an die Entscheidungs- und Risikoverantwortlichen gewährleistet. Zentrales Organ der Risikosteuerung ist der regelmäßig tagende Risikoausschuss, in den verschiedene Fachbereiche entlang der Wertschöpfungskette sowie die Vorstandsmitglieder eingebunden sind. Im Rahmen der durch den Risikoausschuss definierten Kompetenzen setzt das Handelskomitee als operativ wirkendes Organ die verabschiedete Handelsstrategie unter Beachtung aktueller Markt- und Portfolienentwicklungen um.

Die Kraftwerksvermarktung erfolgt im Rahmen einer konzeptionellen Absicherung ihrer Rohmarge. Risikopositionen an den Großhandelsmärkten für Strom, Erdgas und Emissionsberechtigungen werden durch entsprechende Hedgegeschäfte gegen nicht beeinflussbare Preisschwankungen gesichert. Zur Absicherung der Positionen der Kraftwerksvermarktung werden Forward-Kontrakte und Swaps verwendet.

Das niedrig eingeschätzte integrierte Spotpreisrisiko der Kraftwerksvermarktung deckt die Spotpreisrisiken zum Gasbezugsvertrag des Blocks GuD-F, zur Kraftwerksoptimierung und dem Restlastgang (Strom und Gas) der Kraftwerksvermarktung ab. Der noch bis zum 01.02.2031 laufende Gasbezugsvertrag zwischen der SWD AG und Equinor ASA (vormals Statoil ASA), Stavanger (Norwegen), sieht einen variablen Gaspreis in Abhängigkeit von der realisierbaren Kraftwerksmarge vor. Es besteht insoweit die Chance, das Kraftwerk bei Preiskonstellationen, die zu niedrigen Margen führen würden, mit einem Übergewinn zu betreiben. Auf der anderen Seite besteht das Risiko bei hohen am Markt beobachtbaren Margen einen Teil dieser zusätzlichen Margen über den Vertrag an den Gaslieferanten abzutreten. Folglich verbleibt ein Margenrisiko bei SWD. In der Vergangenheit hat die Sicherungsstrategie der Gesellschaft zu positiven Ergebnisbeiträgen geführt. Die künftigen Ergebnisbeiträge sind maßgeblich durch die Marktpreisentwicklungen bei Strom, Gas und CO2-Zertifkaten bestimmt und insoweit nicht durch SWD beeinflussbar.

Ergänzend wird auf die weitergehenden Erläuterungen zum Gasbezugsvertrag des Blocks GuD-F im Anhang unter 5. Ergänzende Angaben Textziffer 1 Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Haftungsverhältnisse und Risiken verwiesen.

Hinsichtlich der weitergehenden Erläuterung zu Sicherungsgeschäften gem. § 285 Nr. 19 und Nr. 23 HGB wird auf die Ausführungen im Anhang unter 5. Ergänzende Angaben Textziffer 6 verwiesen.

Personalrisiken
Zur Entwicklung des Unternehmens und Erwirtschaftung der Ergebnisse bedienen sich die SWD AG ihrer Mitarbeiter. Das Risiko besteht darin, nicht in ausreichendem Maß über Mitarbeiter mit den erforderlichen Fähigkeiten zu verfügen, um die operativen und strategischen Anforderungen zu erfüllen. Die SWD AG stehen auf dem Arbeitsmarkt im Wettbewerb mit anderen Unternehmen, wobei sich der Arbeitsmarkt verstärkt zu einem Arbeitnehmermarkt entwickelt. Ein Mangel an Hochschulabsolventen wird prognostiziert. Bedingt durch den schnellen Wandel sind auch Qualifikationsrisiken in allen Bereichen zu beachten. Die demografische Entwicklung grundsätzlich, aber auch speziell die Altersstruktur der Belegschaft der SWD AG verschärfen die Situation, weswegen das Risiko als hoch eingeschätzt wird. Die SWD AG begegnen dieser Situation durch ihre Positionierung als attraktiver Arbeitgeber und durch Projekte zur Sicherstellung des Wissenstransfers von ausscheidenden Mitarbeitern auf die neuen Aufgabenträger. Dies wird unter anderem durch die Entwicklung einer strategischen quantitativen und qualitativen Personalplanung mit einem Analysetool zur besseren Verknüpfung interner und externer Personaldaten unterstützt.

Im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) wird durch das zunehmende Angebotsdefizit hinsichtlich Quantität, Qualität und Verfügbarkeit sowohl von Bewerbern im IKT-Umfeld als auch von geeigneten externen IKT-Dienstleistern nachhaltig die Bereitstellung von IKT-Leistungen bei der SWD AG erschwert. Dies wird gerade unter den Bedingungen der stetig fortschreitenden Digitalisierung und der daraus resultierenden stetig steigenden Nachfrage an IKT-Leistungen zu einem hohen Risiko. Bei Bewerbern kommt zusätzlich erschwerend ein steigendes Gehaltsniveau der IKT-Experten am Markt hinzu, welches bei der SWD AG nur bedingt abzubilden ist.

Informationstechnische Risiken
Um die Produktions- und Geschäftsprozesse effizient und kostengünstig durchzuführen, wird Informations- und Kommunikationstechnologie eingesetzt, welche sich auf aktuellem Stand der Technik befindet. Die komplexen Prozesse der Kraftwerke und Müllverbrennungsanlage, Strom-, Gas-, Fernwärme- und Wassernetze werden mit hochmoderner Leittechnik gesteuert. Die hohe Verfügbarkeit des IT-Netzwerks und der IT-Applikationen sowie die Integrität und Vertraulichkeit der Daten haben deshalb im Unternehmen einen hohen Stellenwert.

IT-Risiken werden durch hohe Sicherheitsstandards und umfassende Testverfahren vor einer Produktivsetzung minimiert. Ein fester Bestandteil dieser Standards sind die für alle Mitarbeiter der SWD AG verbindlichen Schulungen und Grundsätze zur Sicherheit in der Informations- und Kommunikationstechnologie in Form von Unternehmensregelwerken. Trotzdem besteht prinzipiell das Risiko von externen Bedrohungen der IT durch vorsätzliche Handlungen (Hackerangriffe). Das Risiko zeichnet sich durch eine hohe Diversität der Bedrohungsarten und eine hohe Anzahl von potenziellen Zielen aus. Aufgrund einer Vielzahl von Steuerungsinstrumenten wird die Eintrittswahrscheinlichkeit als niedrig eingeschätzt.

Das Gesetz zur Erhöhung der Sicherheit informationstechnischer Systeme (IT-Sicherheitsgesetz) definiert ein hohes Mindestmaß an IT-Sicherheit als „angemessenen Schutz“ für den Betrieb von kritischen Infrastrukturen. Die SWD AG ist aufgrund dieser gesetzlichen Bestimmungen dazu angehalten ein zertifiziertes Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) zu betreiben. Bestandteil dieses Managementsystems ist die fortlaufende Identifizierung, Analyse, Behandlung und Überwachung von Risiken in der Informationssicherheit. Durch das eigenständige System QSEC-Suite erfolgt eine Erfassung und Überwachung dieser Risiken sowie der risikoreduzierenden Maßnahmen, die regelmäßige Re-Zertifizierung durch externe Zertifizierer dokumentiert die Wirksamkeit des ISMS. 

Bei der SWD AG wird im CDMA450-Netz die Zentraltechnik des chinesischen Unternehmens Huawei eingesetzt, welches im Handelsstreit zwischen den USA und der Volksrepublik China zunehmend in den Fokus der amerikanischen Verbots- und Boykottpolitik gerät. Der vierte Referentenentwurf zum zweiten IT-Sicherheitsgesetz (IT-SiG 2.0) vom 09.12.2020 sieht die Abgabe von sogenannten Garantieerklärungen nach den Vorgaben des Bundesinnenministeriums vor. Im Umfeld der sogenannten Kernkomponenten für kritische Infrastrukturen dürfen dann zukünftig nur Systeme solcher Hersteller zum Einsatz kommen, die eine Garantieerklärung abgegeben haben. Sollte Huawei die Erklärung nicht abgeben können bzw. wollen, besteht das mittlere Risiko, dass die bei der SWD AG im Einsatz befindliche CDMA450-Zentraltechnik zukünftig nicht mehr betrieben werden kann bzw. darf.

Finanziell

Finanzwirtschaftliche Risiken
Die Finanzierungsrisiken der SWD AG umfassen im Wesentlichen Liquiditäts-, Anlage- und Zinsrisiken. Hauptaufgabe des Liquiditätsmanagements ist es, die jederzeitige Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Dafür werden der Liquiditätsbedarf sowie alle Zahlungsmittelflüsse fortlaufend ermittelt. Die Tochtergesellschaften NGD, Grünwerke und GHKW Fortuna sind über ein Cash-Pooling-Verfahren an die SWD AG angeschlossen, um einen optimalen Liquiditätseinsatz in der Gruppe sicherzustellen. Ende 2020 hat die SWD AG einen Kreditvertrag über 350,0 Mio. Euro (Fazilität A: 200,0 Mio. Euro Tilgungsdarlehen; Fazilität B: 150 Mio. Euro revolvierende Barkreditlinie) abgeschlossen, der die bisherigen Fazilitäten A und B ablöst. Der Umfang der vertraglich zugesicherten Kreditlinien ist so dimensioniert, dass auch in einem schwierigen Marktumfeld ausreichende Liquiditätsreserven zur Verfügung stehen. Aufgrund der vorhandenen Liquidität, der freien kurz- bis mittelfristigen Kreditlinien mit einem Volumen von gegenwärtig 182,5 Mio. Euro sowie des operativen Cashflows von 81,0 Mio. Euro sieht sich die SWD AG keinen unmittelbaren Liquiditätsrisiken ausgesetzt. Aus diesem Grund wird das Risiko als gering eingeschätzt.

Die Anlagerisiken werden durch eine konservative Anlagestrategie minimiert. Bei der Anlage stehen gute Bonität und hohe Marktgängigkeit im Fokus.

Zinsrisiken bestehen auf der Aktivseite aus Bankguthaben sowie auf der Passivseite aus variabel verzinslichen Bankverbindlichkeiten. Zur Absicherung gegen Zinsrisiken aus variablen Darlehensbestandteilen werden gegenwärtig Zinsswaps eingesetzt. Insgesamt sind 125 Mio. Euro des variablen Finanzierungsvolumens gegen steigende Zinsen geschützt. Bestehende Zinsswaps werden gegenwärtig nicht in Bewertungseinheiten nach § 254 HGB einbezogen.

Compliance

Rechtliche Risiken
Die unternehmerische Tätigkeit bringt eine Vielzahl rechtlicher Risiken mit sich, die aus den vertraglichen Beziehungen zu Kunden und Geschäftspartnern, aus den rechtspolitischen Entwicklungen wie zum Beispiel der Entwicklung des europäischen und nationalen Energierechts, der Entscheidungspraxis der Gerichte oder den Aktivitäten des Bundeskartellamtes unter geänderten kartellrechtlichen Rahmenbedingungen resultieren. Die sich aus diesen Rahmenbedingungen ergebenden konkreten Risiken für die SWD AG wurden im Rahmen der Risikovorsorge weitgehend berücksichtigt.

Seit 2018 kann auf Grundlage der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) bei schwerwiegenden Verstößen gegen den Datenschutz ein maximales Bußgeld von 20 Mio. Euro bzw. 4% des weltweiten Vorjahresumsatzes erhoben werden. Den damit einhergehenden Risiken, dass die Datenschutzorganisation nicht funktionsfähig ist bzw. keine datenschutzkonforme Umsetzung in den Fachbereichen erfolgt, wird mit einer Vielzahl von internen Steuerungsinstrumenten begegnet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird aus diesem Grund als niedrig eingestuft.

Keine den Bestand gefährdenden Risiken
Bestandsgefährdende Einzelrisiken waren 2020 für die SWD AG nicht erkennbar.

Gesamtbeurteilung
Auch eine Gesamtbetrachtung der Risikosituation der SWD AG unter Einbeziehung des Risikoportfolios insgesamt führt nicht zu der Annahme einer Gefährdung des Bestandes des Unternehmens.

Chancenberichterstattung

Strategisch

Das Chancenberichtswesen ist in das unternehmensweite Risikomanagement integriert, indem das Netzwerk der dezentralen iRM-Beauftragten in allen Fachbereichen und Beteiligungen auch für das Chancenmanagement genutzt wird. Für Planungszwecke sind bereits Chancenpotenziale verarbeitet, deren Eintrittswahrscheinlichkeit mit über 50 % erwartet wird.

Fortschritt und technologischer Wandel müssen im Konsens mit der Politik, der ansässigen Wirtschaft und nicht zuletzt mit den Bürgerinnen und Bürgern erfolgen, um die langfristige Perspektive der SWD AG zu erhalten. Als lokaler Marktführer sehen die SWD AG daher eine Chance in der Partizipation am Bevölkerungswachstum in Düsseldorf.

Weiterhin wird in bestehenden und in der Entwicklung befindlichen Kooperationen mit anderen, in der Region ansässigen, lokalen Versorgungsunternehmen die Chance zum Heben von Synergiepotenzialen gesehen.

Als weitere Chance wird die Entwicklung neuer und innovativer Geschäftsmodelle aufgrund der auch in der Energiewirtschaft voranschreitenden Digitalisierung gesehen. Durch Zentralisierung in der Informations- und Kommunikationstechnologie besteht die Chance, weitere Kostenvorteile zu realisieren.

Operativ

Die SWD AG wollen von den sich ändernden Marktbedingungen im Bereich der Energie- und Wasserversorgung profitieren. In Bezug auf das Risiko eines sinkenden Gas- und Fernwärmeabsatzes durch Gebäudesanierung besteht die Chance, dass die SWD AG durch Forcierung des Fernwärmeausbaus und einer daraus resultierenden Überkompensation der Verluste aus der Gebäudesanierung per Saldo von einem Anstieg des Fernwärmeabsatzes profitieren kann. Zudem kann es zu Mehrabsätzen durch eine im Gegensatz zum unterstellten Plan kältere Heizperiode kommen. Durch einen höheren als in der Planung unterstellten Wasserverbrauch ergibt sich eine weitere Chance.

 

Internes Kontrollsystem (IKS) bezogen auf den Rechnungslegungsprozess

Die SWD AG haben die im EnBW-Konzern angewandte Methodik adaptiert und für den Bereich der rechnungslegungsbezogenen Prozesse ein standardisiertes IKS mit definierten Verantwortlichkeiten errichtet.

Insgesamt ist das IKS der SWD AG aus Sicht des Vorstands wirksam. Es finden turnusmäßige Abstimmungen mit dem Risikomanagement zur Lage des IKS statt.

 

Erklärung gemäß § 312 Aktiengesetz

Der Vorstand der SWD AG berichtet für das Geschäftsjahr 2020 über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen. Er erklärt in diesem Bericht abschließend:

„Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.“

Dieser Lagebericht enthält an verschiedenen Stellen Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung des Unternehmens bzw. wirtschaftliche und politische Entwicklungen beziehen, die wiederum Einfluss auf die Unternehmensentwicklung erwarten lassen. Alle in die Zukunft gerichteten Aussagen stellen Einschätzungen dar, die auf der Basis, der zum Zeitpunkt der Berichterstellung verfügbaren Informationen getroffen wurden. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder weitere Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den derzeit erwarteten abweichen, sodass eine Gewähr für solche Angaben nicht übernommen werden kann.

 

Düsseldorf, den 19. Februar 2021
Stadtwerke Düsseldorf AG
Der Vorstand

Julien Mounier
Manfred Abrahams
Hans-Günther Meier