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Geschäftsbericht 2019

Lagebericht
der Stadtwerke Düsseldorf AG.

Grundlagen der Stadtwerke Düsseldorf AG

Geschäftsmodell

Mehrheitsaktionär mit einem Anteil von 54,95 % ist die EnBW Energie Baden-Württemberg AG (EnBW AG), Karlsruhe. 25,05 % der Anteile gehören der Holding der Landeshauptstadt Düsseldorf GmbH, Düsseldorf. Alleinige Gesellschafterin ist die Landeshauptstadt Düsseldorf. Die übrigen 20 % der Namensaktien befinden sich im Eigentum der GEW Köln AG, Köln.

Die wesentlichen Beteiligungen der Stadtwerke Düsseldorf AG (SWD AG) umfassen die Tochtergesellschaften Gemeinschaftsheizkraftwerk Fortuna GmbH (GHKW Fortuna), Netzgesellschaft Düsseldorf mbH (NGD), AWiSTA Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung mbH (AWiSTA) sowie die Grünwerke GmbH (Grünwerke). Des Weiteren halten die SWD AG Beteiligungen an den Gesellschaften Neuss-Düsseldorfer Häfen GmbH Co. KG (NDH KG), REMONDiS Rhein-Wupper GmbH  Co. KG (RRW KG), RheinWerke GmbH (RheinWerke) sowie Stadtwerke Hilden GmbH (SW Hilden). Über die Strom-, Erdgas-, Trinkwasser- und Fernwärmeversorgung hinaus sind die Stadtwerke Düsseldorf in den Geschäftsfeldern Entsorgung, Energiehandel, Contracting, Erdgasfahrzeuge, Elektromobilität, Energiedienstleistungen sowie in der öffentlichen Beleuchtung tätig.  

Bei der Energie- und Trinkwasserversorgung bilden die SWD AG und ihre Tochtergesellschaften die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung in eigenen Anlagen bis zur Verteilung an die Kunden ab. Während die GHKW Fortuna den Vermögensgegenstand Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) hält, akquirieren und betreiben die Grünwerke Erzeugungsanlagen bzw. Beteiligungen im Bereich der regenerativen Energien. Im Unterschied dazu beschäftigt sich die NGD im Wesentlichen mit dem Betrieb und dem Ausbau der Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmenetze.

Die SWD AG verfügen über eine eigene Erzeugung von Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Die Erzeugung erfolgt im Kraftwerk Lausward, dem Biomasseheizkraftwerk in Garath und durch Nutzung des Dampfes der Müllverbrennungsanlage (MVA) im Heizkraftwerk Flingern. Daneben verfügen die SWD AG noch über Heizkessel, ein Gasturbinenspitzenlastkraftwerk und dezentrale Contracting-Anlagen mittlerer und kleiner Leistung.
 

Ziele und Strategien

Die Strategie der SWD AG verfolgt im Kern die Positionierung als Infrastrukturentwickler und -dienstleister im Raum Düsseldorf. Dazu gehört die Fortführung und Stärkung der bestehenden Geschäftsmodelle ebenso wie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Die Strategie fußt auf den drei Säulen:

  • Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur
  • Systemkritische Infrastruktur
  • intelligente Infrastruktur für den Kunden.

Anfang des Jahres 2019 wurde das im Rahmen des Management-Dialoges entwickelte Strategische Zielbild 2030 vorgestellt und sukzessive im gesamten Unternehmen kommuniziert. Mit dem Zielbild wird den Mitarbeitern langfristige Orientierung gegeben, indem ein realistisches Bild der Zukunftschancen der SWD AG dargestellt wird. Ziel ist es, einerseits durch Effizienzsteigerungen im Bestandsgeschäft, zum anderen durch den Aufbau von Neugeschäft das Unternehmensergebnis bis 2030 zu steigern. Die einzelnen strategischen Felder werden dabei in 15 Initiativen weiterbearbeitet, in denen bereichsübergreifend und flexibel zusammengearbeitet wird, um konkrete erste Produkt-, Prozess- und Projektverbesserungen zu entwickeln. Dadurch kommt es zu vielfältigen Lernprozessen und einer Aktivierung der gesamten Organisation, die die angestrebte nachhaltige und zukunftsgerichtete Transformation der Unternehmenskultur ermöglicht und beschleunigt.

Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur

Diesem strategischen Feld sind insbesondere die Themen Vermarktung des GuD-Heizkraftwerkes Block F, der damit verbundene Fernwärmeausbau sowie der Ausbau der Erneuerbaren Energien – hier vornehmlich Wind onshore – zugeordnet. Auch der Entsorgungsbereich und damit die noch ausstehende Entscheidung für ein umfassendes Modernisierungskonzept zur Müllverbrennungsanlage werden unter dieser Kategorie geführt.

Systemkritische Infrastruktur

Die vielfältigen Infrastrukturmaßnahmen der SWD AG sind Teil der Gestaltung eines tiefgreifenden Strukturwandels der Landeshauptstadt Düsseldorf. Sie stellen die Weichen für die Zukunft der SWD AG, seien es Maßnahmen zur Modernisierung der Strom- und Wassernetze, der städtischen Beleuchtung oder Maßnahmen zur Digitalisierung der Netze durch die Einführung der Funktechnik CDMA 450. 

Intelligente infrastruktur für den Kunden

In diesem strategischen Feld wird nach „Neugeschäft“ und „Kundenentwicklungsgeschäft“ unterschieden.

Neugeschäft

In der Kategorie Neugeschäft fokussieren sich die SWD AG auf die vier Geschäftsfelder „Mobilität“, „Immobilien und Quartiere“, „Vernetzende Plattformen“ und „Energiedienstleistungen“. Der Bedeutung dieser vier Geschäftsfelder entsprechend befassen sich vier Teilprojekte des Management-Dialogs mit ihrer weiteren Ausgestaltung und Entwicklung.

Unter „Mobilität“ fallen sämtliche Aktivitäten zum Aufbau der E-Mobilitäts-Ladeinfrastruktur (LiS), Mobilitätsstationen, zum Bike- und Carsharing, zu Themen der Fuhrparkmobilität und die Landstromaktivitäten der RheinWerke.

Die SWD AG gestalten mit ihren Angeboten die Mobilitätswende aktiv mit – so wurde das Rollersharing-Angebot „eddy“ im Berichtsjahr weiter ausgeweitet und das 2019 in Düsseldorf neu etablierte RidePooling-Angebot „CleverShuttle“ mit der Kooperation bei der Bereitstellung von Ladeinfrastruktur zu einem weiteren Element der Elektromobilität in Düsseldorf. Auch mit dem Engagement als strategischer Partner der Landeshauptstadt Düsseldorf für Mobilstationen unterstützen die SWD AG die Stadt Düsseldorf, die übergeordneten Klimaschutzziele zu erreichen.

Im Teilprojekt „Immobilien und Quartiere“ werden sich die SWD AG auf Basis eigener Projekte als Partner für Immobiliengesellschaften, Handwerker und Endkunden darstellen und hierbei die Vernetzung von Wohnen bzw. Arbeiten mit energiewirtschaftlichen und Mobilitätsthemen anschaulich umsetzen.

Das Teilprojekt „Vernetzende Plattformen“ dient dem Ziel, durch Datenvernetzung Mehrwert für den Kunden und damit Geschäft zu kreieren. Der Fokus wird dabei auf die Bereiche Mobilität, Immobilien und Quartiere und „neue Energiewelten“ gelegt. Mit der Mitfahrplattform „route D“ wird Pendlern eine einfache und schnelle Alternative zur Nutzung des eigenen Pkws angeboten, sie trägt so dazu bei, den Individualverkehr in und um Düsseldorf zu reduzieren. Die „Thermobox“ widmet sich mit effizienten Prozessen der Digitalisierung des Heizungsmarktes für alle Akteure, während die smartlab Innovationsgesellschaft mbH mit einem passenden Produktportfolio alle Belange des Betriebs und der Nutzung von Ladeinfrastruktur abdeckt.

Im Teilprojekt „Energiedienstleistungen“ werden für das Neukunden- wie für das Bestandskundengeschäft, entlang deren Bedürfnisse, bestehende Produkte weiterentwickelt und neue Ansätze, wie sie sich beispielsweise aus Mobilitätsthemen oder aus Möglichkeiten der fortschreitenden Digitalisierung und Vernetzung ergeben, bis zur Produktreife entwickelt.

Kundenentwicklungsgeschäft

Unter „Kundenentwicklungsgeschäft“ werden alle Aktivitäten zusammengefasst, die mit der Modernisierung und Digitalisierung des bisherigen Kundengeschäfts zusammenhängen. Im Mittelpunkt des Handelns steht dabei das Bedürfnis der Kunden. Die Maßnahmen reichen vom Interessenmanagement zur Gewinnung von Neukunden über das Kundenbindungsmanagement für die Bestandskunden bis zum Kundenrückgewinnungsmanagement für verlorene Kunden im Privat- und Geschäftskundensegment. Parallel dazu wird die starke Marke „Stadtwerke Düsseldorf“ durch weitere Marketingmaßnahmen regional und auch bundesweit weiter ausgeplant und der weitere Ausbau von Vertriebskanälen – insbesondere im digitalen Sektor und im social media-Bereich – forciert. Neben den Investitionen besitzen die Kooperationen mit der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Industrie, dem Handwerk und dem Handel sowie mit der Kölner RheinEnergie AG und den Stadtwerken Duisburg eine stetig wachsende strategische Bedeutung.

Im Berichtsjahr wurde die „Düsselschmiede“ ins Leben gerufen. Unter dieser Bezeichnung arbeiten künftig der Flughafen Düsseldorf, die Messegesellschaft Düsseldorf, die Rheinische Post Mediengruppe, die Stadtsparkasse Düsseldorf und die Stadtwerke Düsseldorf zusammen. Die Kooperation wird in innovativen Projekten zu Mobilität und Logistik, Daten und Digitalisierung Beiträge für die dauerhafte wirtschaftliche Entwicklung und Lebensqualität in Düsseldorf und der Region leisten. Anfang 2020 wird es zum Rollout einer App mit dem Namen Route D kommen, mit der Pendlern die Bildung von Fahrgemeinschaften erleichtert wird. Die Stadtwerke werden die von dem Kölner iT-Startup „Go-FLUX“ entwickelte App vertreiben. Die Partner der Düsselschmiede unterstützen die Marktpenetration, indem sie sie u. a. ihren insgesamt rund 10.000 Mitarbeitern zur Verfügung stellen.

Das strategische Ziel der Kooperation mit der RheinEnergie AG im Rahmen der gemeinsamen Tochtergesellschaft RheinWerke ist auch 2019 weiterverfolgt worden. Dienstleistungen zur Realisierung von Landstromversorgungseinrichtungen werden seit Anfang 2017 bundesweit aktiv vertrieben. im Berichtsjahr 2019 wurden in Düsseldorf die ersten drei Steiger für Hotel- und Ausflugsschiffe mit Landstromeinrichtungen ausgestattet und in Betrieb genommen. Der weitere Ausbau ist in Planung: für 2020 sind weitere Realisierungen vorgesehen. Große strategische Bedeutung für die Kooperation mit der Kölner RheinEnergie über die gemeinsame Tochter RheinWerke ist der geplanten Fernwärme-Verbindungsleitung vom Kraftwerksstandort Lausward nach Köln beizumessen. Die konzeptionelle Prüfung einer solchen Verbindungsleitung sowie die Untersuchung eines linkrheinischen Trassenverlaufs wurden in einer Machbarkeitsstudie erarbeitet. Die Umsetzbarkeit in Teilprojekten mit dem Schwerpunkt Abwärmenutzung wird derzeit geprüft.

Im Berichtsjahr 2019 hat das Themenfeld Wasserstoff für die Energiewirtschaft insgesamt und für die SWD AG im Besonderen Fahrt aufgenommen. Gemeinsam mit der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Stadt Wuppertal, dem Rhein-Kreis Neuss, den Wuppertaler Stadtwerken und einer Reihe weiterer Akteure aus Industrie und Gewerbe entwickeln die SWD AG die 2018 erarbeitete Grobskizze für eine Modellregion Wasserstoffmobilität zu einem Feinkonzept weiter. Diese Arbeiten werden vom Landeswirtschaftsministerium NRW gefördert. Parallel dazu ist eine Beteiligung an bundesweiten Förderwettbewerben vorgesehen. Grundidee der Aktivitäten ist der Einstieg in die Wasserstofferzeugung mittels Elektrolyse auf Basis von Strom aus den Müllverbrennungseinrichtungen in Wuppertal und Düsseldorf sowie der Einstieg in weitere Elemente der Wertschöpfungskette bis hin zu den endverbrauchenden Geräten und Fahrzeugen.

Die Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien an der Gesamterzeugungskapazität erfolgt planmäßig durch die Grünwerke. Auch im Jahr 2019 wurde bundesweit die Realisierung weiterer Investitionen in Erneuerbare-Energien-Anlagen vorgenommen.

Unverändert sieht sich der Vertrieb einem hohen Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Die Sicherung der Marktposition erfordert auf Dauer eine Fokussierung auf die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen im Rahmen des umfassenden Innovationsmanagements sowie Optimierungen der dazu gehörigen Prozesse.
 

Steuerungssystem

Für den Mehrheitsaktionär ist quartalsmäßig ein konsolidiertes Reporting-Package der Stadtwerke Düsseldorf-Unternehmensgruppe, die die wesentlichen Beteiligungen umfasst, nach IFRS zu erstellen. Dabei wird auf Ebene der Steuerungsbereiche Stromerzeugung und Handel, Strom- und Gasvertrieb, Strom- und Gasverteilung, Wasser, Fernwärme, Entsorgung sowie Shared Services berichtet. Das HGB-Ergebnis der SWD AG wird über den Umsatz und das Ergebnis vor Steuern abgebildet. Die Berichterstattung einschließlich Kommentierung der Plan-Ist-Abweichungen an den Vorstand sowie an den Aufsichtsrat erfolgt quartalsweise.

Wirtschaftsbericht

Rahmenbedingungen und Geschäftsverlauf

Branchenbezogene rahmenbedingungen

Energieverbrauch

Der Primärenergieverbrauch in Deutschland ist 2019 nach den vorläufigen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e. V. (AG Energiebilanzen) deutlich zurückgegangen. Der Verbrauch sank gegenüber dem Vorjahr um rund 2,3 % und liegt damit in Deutschland auf dem niedrigsten Niveau seit Anfang der 1970er Jahre. Die AG Energiebilanzen führt diese Entwicklung auf weitere Verbesserungen bei der Energieeffizienz, Substitutionen im Energiemix sowie einen konjunkturell bedingten Rückgang des Energieverbrauchs der Industrie zurück. Demgegenüber waren die gleichzeitig zu beobachtenden verbrauchssteigernden Faktoren – etwas kühlere Witterung in der Heizperiode und Zunahme der Bevölkerung – in Summe deutlich geringer. Witterungsbereinigt und unter Herausrechnung des Einflusses von Lagerbestandsänderungen wäre der Primärenergieverbrauch sogar um 3 % gesunken.

Angestiegen ist der Erdgasverbrauch, der 2019 um 3,6 % über dem Vorjahreswert lag. Hier spielten neben der witterungsbedingten Verbrauchszunahme beim Heizgas auch der gestiegene Kraftwerksabsatz eine Rolle.

Bei den erneuerbaren Energien ergab sich in der Summe ein Zuwachs von 4 %. Die Stromeinspeisung aus Windkraftanlagen stieg um 15 %. Die Wasserkraft lieferte 4 % mehr Strom, die Biomasse erzielte ein Plus von 2 % und die Solarenergie (Solarthermie und Photovoltaik) legte um 1 % zu.

Die Anteile der einzelnen Energieträger am nationalen Energiemix haben sich auch 2019 weiter verschoben. Die fossilen Energien verzeichneten in Summe einen Rückgang, so dass die deutsche Energieversorgung ihre Kohlenstoffintensität weiter verringern konnte. Kennzeichnend für die Gesamtbetrachtung bleibt ein breiter Energiemix. Rund 60 % des inländischen Energieverbrauchs entfallen auf Öl und Gas, Stein- und Braunkohle deckten zusammen etwa 18 % des Verbrauchs. Die erneuerbaren Energien steigerten ihren Beitrag auf 15 %.

Unverändert ist zu betonen, dass sich die Problematik des volatilen Anfalls von Strom aus Wind- und Sonnenenergie und damit der Notwendigkeit, witterungsunabhängige Stromerzeugungskapazitäten im Gesamtsystem vorhalten zu müssen, weiter fortgesetzt hat. Die Speicherung von Strom in großen Mengen bleibt weiterhin eine der zentralen Herausforderungen.

Netze in Zeiten großer Herausforderungen

Die weiter zunehmende dezentrale Erzeugung von Strom stellt die Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber vor Herausforderungen. Die erforderlichen Ausbauten der Übertragungsnetze stoßen in der Regel auf Widerstände der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten, was zu Verzögerungen in der Realisierung der Planungen führt. Die dezentralen Anlagen müssen an das Verteilnetz angeschlossen und technisch integriert werden. Dies erfordert hohen Personalaufwand, Kosten und Zeit. Die Probleme werden in der Politik wahrgenommen und diskutiert. Es ist davon auszugehen, dass es zu weiteren regulierenden Eingriffen des Staates und damit zu einer weiteren Zunahme an Komplexität des Gesamtsystems kommen wird. Innerhalb der Branche wird es unweigerlich zu weiteren Kooperationen zur Hebung von Synergieeffekten und zu Konsolidierungsprozessen kommen.

Energiemarkt: Preisentwicklungen und rahmenbedingungen 2019

Der Preis für Grundlaststrom 2020 für das deutsche Marktgebiet lag zu Jahresbeginn bei 50,74 Euro/MWh. Abgesehen von kurzen und nicht nachhaltigen Aufwärtsbewegungen, oft ausgelöst durch Nachrichten zum Brexit, fiel der Preis im ersten Quartal 2019. Im Gefolge von Gas, Kohle und EUAs zog der Strompreis zu Beginn des zweiten Quartals steil an, beruhigte sich dann aber auch zügig wieder und pendelte im weiteren Verlauf des Quartals in einem Korridor von ca. 4 Euro/MWh. Auch das dritte Quartal war gekennzeichnet von deutlichen Kursanstiegen und ebensolchen Kursverlusten. Nachhaltig war keine der Bewegungen. Im vierten Quartal setzte sich dann endgültig der Abwärtstrend durch, mit einem Quartalsverlust von knapp 14 %. Ursächlich waren hierfür Unsicherheiten am EUA-Markt und die milde Witterung zu nennen. Erschwerend kam in der letzten Kalenderwoche 2019 noch die geringe Marktliquidität als Folge der Feiertage hinzu. Auf das Jahr gesehen hat der Preis um 9,41 Euro/MWh oder 19 % nachgegeben. Der Schlusskurs lag bei 41,33 Euro/MWh.

Der Preis für NetConnect Germany (NCG) mit Lieferjahr 2020 startete mit 20,139 Euro/MWh in das Handelsjahr 2019. Mitte Januar wurde aufgrund kalter Witterung bereits der Jahreshöchstkurs von 21,673 Euro/MWh am Terminmarkt erreicht, woraufhin die Gaspreise einem beständigen Abwärtstrend folgten. Das Jahr war geprägt von durchgehend hohen Gasspeicherständen, einer besonders milden Witterung in den Wintermonaten sowie sinkenden Kohlepreisen, welche in einem Tiefstwert des NCG-Gaspreises Ende Dezember von 14,038 Euro/MWh gipfelten. Eine Preisspitze im Juli lässt sich fundamental aufgrund der weiterhin für diese Jahreszeit sehr hohen Füllstände der Gasspeicherbestände nicht erklären und korrigierte sich im weiteren Jahresverlauf wieder nach unten. Zudem sorgten die Anschläge in Saudi-Arabien Mitte September für einen Preisanstieg, welcher jedoch ebenfalls nicht nachhaltig wirkte. Kurz zuvor kam es noch Anfang September zu einem Rekordtief bei den Spotmarktpreisen von 7,137 Euro/MWh in Gaspool und 7,702 Euro/MWh in NCG. Zum Jahresende lag der Preis im Terminmarkt bei 14,057 Euro/MWh, 30 % unter dem Startwert.

Der Preis für EUA-Zertifikate mit Lieferung im Dezember 2020 manifestierte sich im Vergleich zu den Vorjahren auf einem hohen Niveau. Der Preis für EUAs war schon immer stark von der Politik beeinflusst, in diesem Jahr waren die Unsicherheiten aufgrund des Brexit führend. Ausgehend vom Startwert von 25,88 Euro/t sank der Preis zunächst etwas im ersten Quartal auf den Jahrestiefpreis von 19,22 Euro/t Ende Februar. Zum Ende des ersten Quartals begann eine Rallye, die bis Mitte Juli andauerte und zum bisherigen Jahreshöchstwert von 30,19 Euro/t führte. Letztendlich setzte sich aber das schwierige Umfeld (Brexit, Diskussion um eine CO2-Steuer, Kohleausstieg, nachlassende Konjunktur) durch und führte zu einem Schlusskurs von 25,08 Euro/t und damit 3% unterhalb des Wertes zu Jahresbeginn.

Veränderung der rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

Die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ (Kohlekommission) hat am 26. Januar 2019 ihren Abschlussbericht vorgelegt. Dieser sieht einen Kohleausstieg bis spätestens 2038 sowie Strukturhilfen für die betroffenen Regionen vor. Ferner empfiehlt der Abschlussbericht eine Entschädigung der betroffenen Konzerne. Der Beschluss der Bundesregierung über einen Entwurf für ein „Gesetz zur Reduzierung und zur Beendigung der Kohleverstromung und zur Änderung weiterer Gesetze (Kohleausstiegsgesetz)“ steht nach wie vor aus.

Das europäische „Clean Energy Package“ (auch „Winterpaket“) wurde am 14. Juni 2019 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht und ist am 4. Juli 2019 in Kraft getreten. Die Mitgliedstaaten müssen die Regelungen nun bis zum 31. Dezember 2020 in nationales Recht umsetzen. Im Zusammenhang mit der Umsetzung des Winterpakets werden u. a. die in innerstaatliches Recht umzusetzenden Beschränkungen für bestimmte Tätigkeiten von Stromverteilnetzbetreibern zu regeln sein. Zudem wird neben der Schaffung des Rechtsrahmens für sog. aktive Verbraucher die Umsetzung weiterer Vorgaben für bisher in dieser Form noch nicht vorhandene Marktakteure in das deutsche Energierecht erforderlich sein (z. B. Aggregatoren und Energiegemeinschaften).

Das OLG Düsseldorf hatte am 22. März 2018 entschieden, dass die von der BNetzA festgelegten Eigenkapitalzinssätze für Gas- und Stromnetzbetreiber in Höhe von 6,91% für Neuanlagen und 5,12% für Altanlagen rechtsfehlerhaft zu niedrig bemessen wurden. Der BGH hat nun am 9. Juli 2019 die BNetzA-Festlegungen der Eigenkapitalzinssätze für die Strom- und Gasnetzbetreiber in der dritten Regulierungsperiode bestätigt. In seiner Auseinandersetzung mit dem vorinstanzlichen Beschluss führt der BGH unter anderem aus, dass die BNetzA hinsichtlich der Ermittlung des Wagniszuschlags weder an ein bestimmtes wissenschaftliches Modell noch an bestimmte Methoden zur Ermittlung der heranzuziehenden Parameter gebunden sei. Die Auswahlentscheidung könne von Rechtswegen nur dann beanstandet werden, wenn sich feststellen ließe, dass der gewählte methodische Ansatz von vornherein ungeeignet gewesen sei oder dass ein anderes methodisches Vorgehen unter Berücksichtigung aller maßgeblichen Umstände so deutlich überlegen gewesen sei, dass die Auswahl einer anderen Methode nicht mehr als mit den gesetzlichen Vorgaben vereinbar angesehen werden könne.

Die EU-Kommission hat am 17. September 2019 die Übernahme der RWE-Tochter Innogy durch den Energiekonzern E.ON genehmigt und damit der Neuordnung des E.ON- und des RWE-Konzerns zugestimmt. Gegenstand des Zusammenschlusses ist die Übernahme des Netzgeschäftes und des Endkundengeschäftes der Innogy durch E.ON sowie die Übernahme der Erneuerbaren Energien der Innogy durch RWE. RWE übernimmt ebenfalls den Unternehmensbereich der Erneuerbaren Energien von E.ON. Die Umstrukturierung wird Einfluss auf den Wettbewerb haben, da sich die beiden bislang konkurrierenden Stromkonzerne nicht mehr gegenseitig behindern und künftig ihre Geschäftsaktivitäten in verschiedenen Geschäftsbereichen bündeln. Die SWD AG gehen davon aus, dass die Neuordnung der Konzerne erheblichen Einfluss auf den Wettbewerb haben wird.

Am 20. Dezember 2019 ist das Gesetz über ein nationales Emissionshandelssystem für Brennstoffemissionen (BEHG) in Kraft getreten. Das nationale Emissionshandelssystem für Brennstoffemissionen (nEHS) erfasst die CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brenn- und Kraftstoffe außerhalb des EU-Emissionshandelssystems. Teilnehmer am nEHS sind Lieferanten der Brenn- und Kraftstoffe. Die SWD AG werden in den Anwendungsbereich des neuen nEHS fallen und von den neu zu schaffenden Berichts- und Abgabepflichten betroffen sein. Der Brennstoffemissionshandel soll in zwei Phasen eingeführt werden. Während einer Einführungsphase (2021 – 2025) wird zunächst ein Festpreissystem (10 – 25 Euro) eingeführt, bei dem Zertifikate an die Verantwortlichen in Höhe des Bedarfs verkauft werden. Für die Zeit nach 2025 wird eine Handelsplattform aufgebaut, die eine Auktionierung der Emissionszertifikate und den Handel ermöglicht. Der Preis für die Emissionszertifikate soll sich dann am Markt bilden.


Geschäftsverlauf 2019
 

Markt und Wettbewerbsbedingungen

Privat- und Gewerbekunden
Die Digitalisierung ist eines der prägenden Themen im Umfeld des Privat- und Gewerbekundenvertriebs im Jahre 2019. Sie spiegelt sich in Produkten wie „Eddy“ und „CleverShuttle“ ebenso wie im „Regionalen Pricing“ wider. Die Kunden der SWD AG fühlen sich hierzu bei ihrem Versorger entsprechend gut aufgehoben und betreut. So gelang es auch in diesem Jahr, ein gutes Ergebnis – sowohl für die Sparte Strom als auch für die Sparte Gas – zu erarbeiten. Die ambitionierten finanziellen Unternehmensziele wurden von den Vertriebseinheiten im starken Wettbewerbsumfeld sicher erreicht, die Mengenergebnisse blieben witterungsbedingt leicht hinter den Zielen zurück.

Geschäfts- und Industriekunden
Impulsgeber im Jahr 2019 für den Bereich Geschäfts- und Industriekunden-Sektor war der Bereich der Energiedienstleistungen. Das wachsende Produktportfolio ebnete den Weg für ein gutes Ergebnis, ebenso wie die hohe Kundenorientierung und die Servicequalität. Sowohl die abgesetzten Mengen als auch die erwirtschafteten Erlöse lagen trotz eines hart umkämpften Marktumfeldes im Rahmen der Erwartungen für das Geschäftsjahr.

Fernwärme
Das Leuchtturm-Projekt für den Fernwärmebereich der SWD AG im Jahr 2019 war die geplante Anbindung des Flughafens an das Fernwärmenetz. Dieses Ziel sichert eine langfristige und CO2-neutrale Energieversorgung für den Infrastrukturdienstleister und leistete einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zur klimaneutralen Landeshauptstadt Düsseldorf.

Sowohl die abgesetzten Mengen als auch die erwirtschafteten Erlöse lagen über unseren Erwartungen für das Geschäftsjahr.

Abschluss und Beendigung von Kooperationsvereinbarungen und anderen Verträgen sowie wesentliche Rechtsstreitigkeiten

Im Juli wurde zwischen den Partnern Messe Düsseldorf GmbH, Rheinisch-Bergische Verlagsgesellschaft mbH, Stadtsparkasse Düsseldorf, Flughafen Düsseldorf GmbH und den Stadtwerken Düsseldorf die gemeinsame Initiative „Düsselschmiede“ gegründet. Die Düsselschmiede fungiert als reine Innengesellschaft und soll der Förderung der Region Düsseldorf durch Konzeption und Durchführung von Projekten in den Bereichen Stadtentwicklung sowie Wirtschafts- und Technologieförderung dienen. Die Umsetzung ausgewählter Projekte erfolgt durch Partner der Initiative.

Ein erstes Projekt ist die Kooperation zwischen dem Düsselschmiede Partner SWD AG mit der goFLUX Mobility GmbH. Geplant ist die Erweiterung der Kooperation auf die Rheinisch-Bergische Verlagsgesellschaft mbH sowie auf die Flughafen Düsseldorf GmbH. Die goFLUX Mobility GmbH ist Inhaberin einer Smartphone App, welche die Bildung von Fahrgemeinschaften auf dem Arbeitsweg im Großraum Düsseldorf unterstützt. Gegenstand der Kooperation ist sowohl die Nutzung der App durch den Kooperationspartner und dessen Mitarbeiter, als auch die Vermarktung der App an weitere Firmen im Großraum Düsseldorf.

Die SWD AG haben die Amprion GmbH am 06. Juli 2016 auf Rückzahlung von ca. 1,3 Mio. Euro wegen der EEG-Umlage auf Netzverluste des Flughafen Düsseldorfs verklagt. Hintergrund der Auseinandersetzung ist, dass der Flughafen Düsseldorf rückwirkend für die Jahre 2011-2014 die EEG-Umlage wegen behaupteter Netzverluste und der Begründung, dass in diesem Falle im geschlossenen Verteilnetz gem. § 110 EnWG des Flughafens keine EEG-Umlage anfalle, gekürzt hat. Um eine gerichtliche Auseinandersetzung mit der Flughafen Düsseldorf Energie GmbH als Kunden der SWD AG zu vermeiden, haben die SWD AG die Amprion GmbH verklagt und der Flughafen Düsseldorf Energie GmbH den Streit verkündet. Das Landgericht Düsseldorf hat mit Urteil vom 12. Oktober 2017 die Klage der SWD AG abgewiesen. Die Flughafen Düsseldorf Energie GmbH hat gegen das Urteil des Landgerichtes Berufung beim OLG Hamm eingelegt. Die Berufung der Nebenintervenientin wurde mit Urteil vom 16. Juli 2018 zurückgewiesen, die Revision nicht zugelassen. Hiergegen hat die Flughafen Düsseldorf Energie GmbH Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt. Über die Nichtzulassungsbeschwerde wurde im Jahr 2019 nicht entschieden.

Projekte im Berichtsjahr

Klimanotstand
Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat sich im Berichtsjahr 2019 das Ziel gesetzt, bis 2035 klimaneutral zu sein. Die CO2-Emissionen sollen bis dahin von 6,6 t auf 2,0 t je Einwohner gesenkt werden. In einem von der Stadt gesteuerten strukturierten, partizipativen Prozess über alle Sektoren der Stadtgesellschaft werden Engagement und Ideen aller Akteure zu einer Gesamtstrategie vereint.

Klimaneutralität ist bereits heute für die SWD AG prägender Bestandteil des Kerngeschäfts und der Entwicklung der Infrastrukturen gemeinsam mit der NGD. Die SWD AG sehen sich bei diesem Prozess als natürlicher Partner der Stadt und sind bereit, durch eine enge Zusammenarbeit die Landeshauptstadt Düsseldorf bei der Zielerreichung konstruktiv und mit hoher Qualität bei Maßnahmenentwicklung und Maßnahmenbewertung zu unterstützen.

Wärmenetz und Zukunftsviertel
Der gemeinsam von den SWD AG und der Landeshauptstadt Düsseldorf erarbeitete Wärmeentwicklungsplan ist wesentliche Grundlage für die zwischen Stadt und den SWD AG stattfindenden Abstimmungen zum weiteren Ausbau der Wärmeinfrastruktur in Düsseldorf. Auf der Grundlage der gebäudescharf differenzierten Daten zum Wärmebedarf und seiner Deckung im Stadtgebiet Düsseldorfs werden die Investitionen in den Ausbau der umweltfreundlichen Fernwärme, die Einbindung dezentral erzeugter Energie und erneuerbarer Energien sowie die Einbindung industrieller Abwärmepotenziale geplant. Die im Jahr 2016 gemeinsam von Landeshauptstadt Düsseldorf und SWD AG begonnenen Arbeiten zum Modellquartier Bilk wurden auch 2019 planmäßig fortgesetzt. Insgesamt verläuft der Fernwärmeausbau aktuell schneller als in der Mittelfristbetrachtung jahresdurchschnittlich erwartet.

Mit der Landeshauptstadt Düsseldorf haben im Berichtsjahr umfangreiche Gespräche über ein „Zukunftsviertel“ stattgefunden, in dem weit über den Ausbau der Fernwärmeversorgung hinaus innovative Ansätze zur Entwicklung urbaner Infrastrukturen umgesetzt werden sollen. Nach einer Pressekonferenz im Januar 2020 wird es im weiteren Jahresverlauf zu öffentlichkeitswirksamen Realisierungen von Projekten kommen.

Fernwärmeprojekt Anschluss des Flughafens Düsseldorf
Ein infrastrukturelles Großprojekt ist die 2018 auf den Weg gebrachte Anbindung des Düsseldorfer Flughafens an die Fernwärmeversorgung. Das Projekt soll 2020 abgeschlossen werden. Der Flughafen Düsseldorf und die SWD AG leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Luftreinheit. Nach Abschluss des Projektes soll untersucht werden, ob sich weitere Anschlussmöglichkeiten im Umfeld der Trasse realisieren lassen.

Fernwärmeverbund Rheinland
Die konzeptionellen und planerischen Vorarbeiten für die Realisierung wurden 2019 weiter vorangetrieben. Um sich der Gesamttrasse zu nähern, wurde ein Konzept für Teilprojekte entwickelt. Als erstes Teilprojekt wird die Nutzung der Abwärme großer linksrheinisch gelegener Industriebetriebe weiterentwickelt.

Netzprojekt Rheinschiene
Im Projekt „Rheinschiene“ untersuchen die SWD AG, die NGD, die RheinEnergie AG, die Rheinische NETZGesellschaft mbH, die Stadtwerke Duisburg AG und die Netze Duisburg GmbH systematisch Kooperationsmöglichkeiten für den Wertschöpfungsbereich Netze.

Im Berichtsjahr wurden innerhalb des Dienstleistungsrahmenvertrages mit den Partnern die „Schulungen für Arbeiten unter Spannung“ als zusätzliche von den SWD AG angebotene Dienstleistung aufgenommen, womit künftig eine noch bessere Auslastung des Ausbildungszentrums gewährleistet ist.

Durch regelmäßige Übungen wird für den Bereich „Krisen und Engpässe“ sichergestellt, dass die gegenseitige Hilfe jederzeit in der vereinbarten Art und Weise in Anspruch genommen werden kann.

Für die in den kommenden Jahren vorgesehenen Kooperationsprojekte der Partner ist 2019 ein gemeinsames Arbeitsprogramm aufgestellt worden, das u. a. Fragen der Digitalisierung von Niederspannungsnetzen, Fragen der Zukunft der Gasnetze, Auswirkungen der Fernwärmestrategien auf die Netze sowie die weitere Sicherung des Betriebs von 110 kV Gasaußendruckkabeln umfasst.

Im Laufe des Jahres 2020 geht die einheitliche Software für die Netzleitstellen der Partner in den Probebetrieb.

Projekt Rheingold
Im Berichtsjahr wurden im Projekt „Rheingold“ die gemeinsamen Arbeiten zur Prüfung einer hypothetischen gemeinsamen rheinischen Netzgesellschaft unter den Rahmenbedingungen zukünftiger Regulierung abgeschlossen. Hierbei wurde zuerst ein indikatives regulatorisches Szenario ab der 4. Regulierungsperiode entwickelt. Im Anschluss wurden die regulatorischen Implikationen für eine Netzgesellschaft der Zukunft analysiert, um in einem dritten Schritt die jeweiligen Ist-Situationen den Anforderungen aus dem regulatorischen Zielmodell gegenüberzustellen. Aus dieser Gegenüberstellung wurde eine mögliche, zukünftige Ausrichtung einer gemeinsamen Netzgesellschaft abgeleitet, die aufgrund der bestehenden, unterschiedlichen Gesellschaftsaufstellungen stark von der realen Regulierungsentwicklung abhängt. Es wurden zwei Handlungsfelder für die konkrete weitere Bearbeitung definiert: Zum einen wird in einer Arbeitsgruppe erarbeitet, wie den aufgrund von Marktengpässen begrenzten Tiefbau- und Montagekapazitäten begegnet werden kann. Zum anderen soll ein Konzept für die weitere Harmonisierung und Interoperabilität der Leitstellen nach Abschluss der Vereinheitlichung der Leitwartentechnik erarbeitet werden.

Projekt Code Division Multiple Access (CDMA)
Die im Zuge der Energiewende immer komplexer werdende Netzstruktur und dem folgend die Netzsteuerung erfordert perspektivisch den Umstieg der Betriebskommunikation auf Funktechnik. Die im Projekt CDMA 2016 errichteten Funksendemasten auf Basis der 450 MHz-Technik sind die Basis für den Umstieg auf die neue Technik, mit der eine grundlegende Voraussetzung für eine auch künftig sichere Steuerung kritischer Infrastrukturen und für intelligente Netze geschaffen wird. Im Berichtsjahr wurden die Arbeiten planmäßig fortgesetzt.

Projekt Zähleraustausch nach dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW)
In diesem mehrjährigen Projekt geht es um den vom Gesetzgeber geforderten Umstieg auf intelligente Messsysteme bei den Kunden. Seit 2018 werden jährlich 30.000 Zähler ausgetauscht. Die volle Nutzbarkeit dieser intelligenten Systeme ist auf die vorstehend genannte CDMA-Funktechnik angewiesen.

Projekt „Marktraumumstellung“
Im Vorjahr wurde seitens der NGD das Projekt Markraumumstellung von Low calorific gas (L-Gas) auf High calorific gas (H-Gas) gestartet. Es wird planmäßig bis 2028 laufen. Im Kern geht es in diesem Projekt darum, abschnittsweise das gesamte Gasversorgungsgebiet auf die Nutzung des höherkalorischen Gases umzustellen. Die SWD AG begleiten mit einem Arbeitskreis die kommunikative Arbeit. Im Frühjahr 2019 wurde mit einer Pressekonferenz planmäßig der kommunikative Start des Projektes vollzogen. Abschließend begannen die kundenindividuelle briefliche Information zum Ablauf der Umstellungsmaßnahmen und – ab Jahresmitte – die Kundenbesuche.

Projekt „Digitalisierung der Netze“
Im April 2019 haben die SWD AG und die NGD gemeinsam die Phase II des Projektes „Digitalisierung der Netze“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, ein Fundament für eine vollumfängliche Digitalisierung der NGD aus den drei Perspektiven „Kunde“, „Technologie“ und „Organisation“ zu erreichen.

Im Berichtsjahr wurden schwerpunktmäßig der Aufbau eines NGD-Programm- und IT-Kundenmanagements, die Etablierung eines Digitalisierungs-Netzwerkes über alle Fachbereiche, die Untersuchung wesentlicher NGD-Kernprozesse und Datenstrukturen als Vorstufe für Optimierungen und Digitalisierung sowie die Entwicklung eines IT-Architekturleitfadens für die Integration zukünftiger Anwendungen bearbeitet. Im laufenden Jahr wird der Fokus auf Großprojekte zu Prozessoptimierung, Datenmanagement und Digitalisierungskultur gelegt.

Projekt XChange – „Moderne Arbeitswelten“
Im Projekt XChange – „Moderne Arbeitswelten“ – werden die Anwender und Anwenderinnen der SWD AG mit zukunftsweisenden Lösungen der Digitalisierung und Mobilität versorgt. In 2018 erfolgte die komplette Modernisierung der Hardware, die Umstellung auf das Betriebssystem Windows 10 sowie die Einführung der neuen Office 2016-Version. Ab dem 1. Quartal 2019 wurde die Ablösung des Bürokommunikationssystems Lotus Notes durch Microsoft Exchange realisiert.

Neue „ServiceApp“
Die digitalen Kundenkontaktkanäle der SWD AG wurden im Jahr 2019 mit der Platzierung der ServiceApp im Markt weiter ausgebaut. Bis Ende des Berichtsjahres nutzten fast 15.000 Kunden in Düsseldorf und Umgebung diesen Kontaktkanal auf ihren Handys.

Projekt sCORE 25
Im Berichtsjahr ist das Projekt zur erforderlichen Ablösung des derzeitigen SAP ERP-Systems durch ein neues ERP-System weiter fortgeschritten. Aufsetzend auf den Ergebnissen der Workshops des Vorjahres wurde im Berichtsjahr ein funktionsfähiges Template erarbeitet. Wegen der grundlegenden Bedeutung auch für SWD AG wurde die Mitarbeit in „sCORE 25“ weiter intensiviert.

Mobilitätsprojekte
Wie bereits in den Vorjahren berichtet, bearbeiten die SWD AG das Thema Mobilität gemeinsam mit der Landeshauptstadt Düsseldorf und allen relevanten externen Akteuren in einer Reihe von Projekten und Arbeitsgruppen. Ziel ist es, den Problemen der wachsenden Pendlerströme, dem Staus, der zunehmenden Luftverschmutzung und der drohenden Dieselfahrverbote wirksam entgegenzutreten. Dazu ist es erforderlich, Mobilitätsangebote als ganzheitliche Mobilitätsangebote für Bürger und Pendler zu etablieren. Zunächst geht es um die Inbetriebnahme von zwei Mobilitätsstationen und den Aufbau einer digitalen Plattform. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Tätigkeitsfeld Daten und Systeme zu. Einen herausragenden Rahmen für die Zusammenarbeit der Akteure bildet die im November 2017 unterzeichnete Mobilitätspartnerschaft von Landeshauptstadt Düsseldorf, Industrie- und Handelskammer Düsseldorf, Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaft. Im Rahmen freiwilliger Selbstverpflichtungen werden große und kleine Unternehmen jährlich Maßnahmen zur Verringerung der anstehenden Verkehrsprobleme umsetzen und evaluieren lassen.

Die SWD AG haben in diesem Zusammenhang im Berichtsjahr unter anderem ihr gemeinsam mit einem Partner in Düsseldorf auf den Markt gebrachtes E-Roller-Sharing-Angebot „eddy“ weiter ausgeweitet.

Das im November in Düsseldorf gestartete Angebot des Unternehmens Clever Shuttle, ein Fahrdienst, bei dem bis zu vier Kunden mitgenommen werden, bei denen sich die Fahrtziele sinnvoll in einer Tour kombinieren lassen (ride-pooling), nutzt ausschließlich Elektrofahrzeuge. Die SWD AG unterstützen das Unternehmen durch Ladeinfrastruktur und die Lieferung von Ökostrom, um so die Verkehrswende zur urbanen E-Mobilität aktiv zu fördern und damit einen wesentlichen Beitrag zum lokalen Klimaschutz zu leisten.

Die SWD AG haben im Berichtsjahr weiter in den Auf- und Ausbau des Geschäftsfeldes E-Mobilität und die Weiterentwicklung von wettbewerbsfähigen Lösungen für die Anwendungsfälle Laden im öffentlichen, halb-öffentlichen und privaten Bereich investiert. Im Jahr 2020 steht insbesondere die Vermarktung von Multiladelösungen sowie die Weiterentwicklung und Vermarktung des B2C-Produktes an. Erklärtes Ziel ist es ebenso, die verbauten Ladepunkte eichrechtskonform auf verbrauchsscharfe Abrechnung umzustellen.

Die SWD AG begegnen der Entwicklung der kommunalen Debatten über diskutierte Dieselfahrverbote, knappen Parkraum und die Einrichtung von Umweltspuren mit einer Neuausrichtung und Optimierung des Fuhrparks. Für den Fuhrpark werden seit 2019 – soweit verfügbar – Fahrzeuge mit alternativen Antrieben angeschafft. Über 35 neue Elektrofahrzeuge ersetzten alte Pkw, was die spezifische CO2-Emission in diesem Segment von 127 auf 103 g CO2/km absenkte.

Ein starker Schwerpunkt der Neuausrichtung liegt daneben auf effizientem Fahrzeugpooling. Zu dem neuen Angebot von 12 Pedelecs an zwei Ausgabestationen folgte die Entwicklung eines zukünftig für alle Beschäftigten digital zugänglichen Mobilitätsportals mit integrierter Pool-Car-Sharing-Technologie.

Zukunftsprojekt Smart City Düsseldorf
In diesem Projekt der Landeshauptstadt Düsseldorf wird die Stabsstelle Smart City von einem leitenden Mitarbeiter der SWD AG betreut. Im Projekt wurden in enger Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, Stadtwerken und relevanten externen Partnern Konzepte für Mobilität und Verwaltung entwickelt. Da die Entwicklung und Umsetzung von smarten Technologien zu einem wesentlichen Teil mit der Energiewende und dem Ausbau energienaher Infrastrukturen zusammenhängt, sind die SWD AG natürlicher Partner dieses Projektes. Neben dem von besonderem Handlungsbedarf gekennzeichneten Bereich Verkehr wird im Projekt vor allem am Bereich Smart City Services, d. h. an Bürgeranwendungen (Apps) und Digitalisierung der Stadtverwaltung gearbeitet. Später ist eine Erweiterung auf die Bereiche Smart Living, Smart Economa und Smart Environment vorgesehen. Die herausragende Bedeutung dieses Projektes findet Ausdruck auch in der Vielzahl von Förderprogrammen des Landes und des Bundes, die systematisch auf die Möglichkeit ihrer Einbeziehung in die weitere Arbeit geprüft werden. Im Berichtsjahr 2019 wurden die Arbeiten plangemäß weitergeführt.

Wasserstoff
Gemeinsam mit der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Stadt Wuppertal, dem Rhein-Kreis Neuss, den Wuppertaler Stadtwerken und einer Vielzahl weiterer Akteure aus Industrie und Gewerbe haben die SWD AG eine Grobskizze für eine Modellregion Wasserstoff-Mobilität erarbeitet und Ende 2018 im Rahmen des Förderwettbewerbes des Wirtschaftsministeriums NRW eingereicht. Grundidee ist der Einstieg in Wasserstofferzeugung mittels Elektrolyse auf der Basis von Strom aus den Müllverbrennungseinrichtungen in Wuppertal und Düsseldorf sowie der Einstieg in Brennstoffzellen-Elektromobilität bei den beteiligten Partnern und in der Region. Die eingereichte Grobskizze ist einer von drei eingereichten Beiträgen, bei denen das Land NRW nun die Erstellung einer Feinkonzeption bis Ende Mai 2020 fördert. Danach wird durch eine Kommission entschieden, wo die Modellregion Wasserstoffmobilität des Landes NRW realisiert werden soll. Die genannten Partner erarbeiten nun eine Vision, wie diese Modellregion aussehen könnte.

Darüber hinaus wird bei den SWD AG geprüft, welche Rolle Wasserstoff über den Mobilitätsbereich hinaus für die zukünftige kosteneffiziente und versorgungssichere Energieversorgung generell übernehmen kann.

Neubau Müllverbrennungsanlage
Mit der MVA in Düsseldorf-Flingern garantieren die SWD AG bereits seit über 50 Jahren die autarke und umweltgerechte Entsorgung der Abfälle der Düsseldorfer Haushalte wie der Unternehmen. Die MVA wurde während ihrer bisherigen Gesamtbetriebszeit zwar mehrfach durch die Stadtwerke modernisiert, insgesamt ist aber eine erhebliche Anlagenüberalterung festzustellen. Daher startete in 2019 ein Projekt zur Entwicklung eines umfassenden Modernisierungskonzeptes für die MVA am Standort Flingern. Hierbei steht die weitere Evaluierung von bestehenden Überlegungen zur Errichtung einer neuen MVA im Fokus.

Wohnungswirtschaft und Immobilienentwicklung
In der Landeshauptstadt Düsseldorf gibt es viel Potenzial für die Entwicklung von Immobilien. Die SWD AG verfügen als Unternehmen für die Daseinsfürsorge über zahlreiche Liegenschaften mit unterschiedlichen Nutzungen. In Stadtlagen, die nicht mehr für die Versorgung benötigt werden, sollen zukunftsweisende Projekte für moderne Wohn- und Arbeitswelten entwickelt werden. Hierbei werden energienahe Produkte und Serviceleistungen in einem neuen Zusammenhang zur Anwendung kommen. In 2018 wurde hierzu ein Joint Venture mit der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH gegründet, das unter dem Namen ID Quadrat (Innovative Immobilien Duisburg Düsseldorf ID Quadrat GmbH & Co. Betriebsgesellschaft KG) agiert. Der erste Antrag für ein Immobilienprojekt wurde durch ID Quadrat gestellt und ist 2019 durch die Gremien genehmigt worden. Für 2020 ist die Baugenehmigung und der Beginn der Bauaktivitäten vorgesehen.

Lage

Finanzielle Leistungsindikatoren

Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren im Rahmen der HGB-Rechnungslegung der SWD AG sind neben dem Umsatz das Ergebnis vor Steuern.

Ertragslage

Das Gesamtertragsvolumen liegt mit 1.965,8 Mio. Euro um 52,4 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert in Höhe von 2.018,2 Mio. Euro. In den Gesamterträgen der SWD AG sind Umsatzerlöse, Bestandsveränderungen, aktivierte Eigenleistungen, sonstige betriebliche Erträge sowie Erträge aus Beteiligungen, aus Ausleihungen, aus sonstigen Zinsen und aus Gewinnabführungsverträgen enthalten.

Das Gesamtaufwandsvolumen liegt mit 1.895,7 Mio. Euro um 45,6 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert in Höhe von 1.941,3 Mio. Euro. Die Gesamtaufwendungen beinhalten den Materialaufwand, den Personalaufwand, die Abschreibungen, die Konzessionsabgabe, die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die Abschreibungen auf Finanzanlagen, Zinsen und ähnliche Aufwendungen, Aufwand aus Ergebnisabführungsverträgen, die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die sonstigen Steuern.

Die Ertragslage wurde u. a. durch einen Ausfall des Blocks GuD-F im April 2019 aufgrund eines Risses im Metallkompensator beeinflusst, der zu ungeplanten Stillstandszeiten geführt hat.
 

Die Umsatzerlöse (nach Abzug der Strom- und Energiesteuer auf Erdgas) betragen 1.919,8 Mio. Euro nach 1.967,8 Mio. Euro im Vorjahr und stellen sich wie folgt dar:

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UMSATZERLÖSE2019201920182018
Stromverkauf an Endkunden (Menge in Mio. kWh)3.641,0623,23.687,9603,3
Stromverkauf Eigenhandelsgeschäfte (Menge in Mio. kWh)3.544,1133,86.739,2197,8
Stromverkauf an Weiterverteiler (Menge in Mio. kWh)1.941,868,53.251,195,1
Stromverkauf Kraftwerksvermarktung (Menge in Mio. kWh)7.057,8278,77.165,5255,5
Stromverkauf übrige Handelsgeschäfte (Menge in Mio. kWh)373,215,0619,724,7
Stromverkauf Gesamt (Menge in Mio. kWh)16.557,91.119,221.463,41.176,4
Gasverkauf an Endkunden (Menge in Mio. kWh)4.556,1184,54.409,0163,9
Gasverkauf Eigenhandelsgeschäfte (Menge in Mio. kWh)2,40,0103,13,5
Gasverkauf übrige Handelsgeschäfte (Menge in Mio. kWh)6.252,784,74.698,7105,5
Gasverkauf Gesamt (Menge in Mio. kWh)10.811,2269,29.210,8272,9
Wasserverkauf an Endkunden (Menge in mio. m³)47,987,348,588,4
Wasserverkauf übrige (Menge in mio. m³)10,84,210,64,3
Wasserverkauf (Menge in Mio. m³)58,791,559,192,7
Fernwärmeverkauf an Endkunden (Menge in Mio. kWh)1.027,769,2965,963,0
Fernwärmeverkauf übrige (Menge in Mio. kWh)104,82,7104,42,2
Fernwärmeverkauf (Menge in Mio. kWh)1.132,571,91.070,365,2
Verkauf aus Contracting (Menge in Mio. kWh)210,312,1219,812,4
Müllverbrennung (Menge in Tsd. T)400,543,0425,158,2
Sonstige Umsatzerlöse 312,9290,0
  1.919,8 1.967,8

Die Umsatzerlöse aus dem Stromverkauf an Endkunden sind aufgrund von Preiserhöhungen zum 01. Mai 2019 um 19,9 Mio. Euro auf 623,2 Mio. Euro gestiegen. Die Umsatzerlöse aus dem Stromeigenhandel sind aufgrund geringerer Handelsmengen um 64,0 Mio. Euro auf 133,8 Mio. Euro zurückgegangen. Die Umsatzerlöse aus dem Stromverkauf an Weiterverteiler liegen ebenfalls aufgrund geringerer Handelsmengen mit 68,5 Mio. Euro um 26,6 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Der Stromverkauf aus der Kraftwerksvermarktung ist von 255,5 Mio. Euro im Vorjahr auf 278,7 Mio. Euro in 2019 um 23,2 Mio. Euro gestiegen. Die Umsatzerlöse aus dem Gasverkauf an Endkunden sind bei um 3,3 % gestiegenen Absatzmengen aufgrund von Preiserhöhungen zum 01. Januar 2019 um 12,6 % (+20,6 Mio. Euro) auf 184,5 Mio. Euro angestiegen. Aufgrund der Investitionen in den Ausbau der Fernwärme sind die Umsatzerlöse aus dem Fernwärmeverkauf um 6,7 Mio. Euro auf 71,9 Mio. Euro gestiegen. Die sonstigen Umsatzerlöse beinhalten Zuschläge für den erzeugten Strom gemäß Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz in Höhe von 35,3 Mio. Euro (Vorjahr 36,2 Mio. Euro) zur Förderung des Kraftwerks am Standort Lausward.

Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen mit 24,6 Mio. Euro um 3,1 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert in Höhe von 27,7 Mio. Euro. Im Berichtsjahr waren gegenüber dem Vorjahr geringere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen auszuweisen (14,7 Mio. Euro in 2019, 17,0 Mio. Euro in 2018).

Der Materialaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um 39,1 Mio. Euro auf 1.590,6 Mio. Euro (-2,4 %) gesunken. Die Aufwendungen für Strombezug liegen mit 734,3 Mio. Euro um 80,3 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert in Höhe von 814,6 Mio. Euro. Die Gasbezugskosten sind dagegen insgesamt von 288,8 Mio. Euro in 2018 auf 313,7 Mio. Euro in 2019 gestiegen (+24,9 Mio. Euro). Die Aufwendungen für Netznutzungsentgelte belaufen sich im Berichtsjahr auf 380,6 Mio. Euro (Vorjahr 370,0 Mio. Euro).

Der Personalaufwand liegt mit 103,4 Mio. Euro in 2019 um 3,6 Mio. Euro über dem Vorjahreswert in Höhe von 99,8 Mio. Euro. Zum 01. April 2019 trat eine Tariferhöhung in Höhe von 3,09 % in Kraft.

Die Abschreibungen liegen mit 41,6 Mio. Euro auf Vorjahresniveau (41,7 Mio. Euro in 2018).

Das Konzessionsabgabevolumen entwickelte sich in Abhängigkeit der durchgeleiteten Mengen von 52,1 Mio. Euro im Vorjahr auf 50,1 Mio. Euro in 2019 (- 2,0 Mio. Euro).  

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von  69,0 Mio. Euro in 2018 auf 70,7 Mio. Euro in 2019 um 1,7 Mio. Euro angestiegen.

Das Finanzergebnis in 2019 beträgt 2,4 Mio. Euro nach -3,6 Mio. Euro in 2018 und stellt sich wie folgt dar:

FINANZERGEBNIS

2019 Mio. Euro2018 Mio. Euro
Erträge aus Beteiligungen18,818,8
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens0,71,0
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge1,51,2
Abschreibungen auf Finanzanlagen0,0-1,1
Zinsen und ähnliche Aufwendungen-12,7-12,7
Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen0,00,6
Aufwendungen aus Verlustübernahmen-5,9-11,4
2,4-3,6

Die Erträge aus Beteiligungen liegen auf Vorjahresniveau. Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sind um 0,3 Mio. Euro auf 0,7 Mio. Euro gesunken.  Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Verzinsungen von Steuererstattungen für Vorjahre in Höhe von 1,3 Mio. Euro (Vorjahr 1,1 Mio. Euro). Die Abschreibungen auf Finanzanlagen in 2018 betrafen Abwertungen der Beteiligungen an der Stadtwerke Hilden GmbH (-0,7 Mio. Euro) und an der Sirius EcoTech Fonds Düsseldorf GmbH & Co. KG (-0,4 Mio. Euro). Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen liegen mit 12,7 Mio. Euro ebenfalls auf Vorjahresniveau. Bei den Erträgen aus Ergebnisabführungsverträgen ist die Gewinnabführung der Grünwerke ausgewiesen. Bei den Aufwendungen aus Verlustübernahmen ist die Verlustübernahme der NGD dargestellt.

Das Ergebnis vor Steuern in 2019 liegt mit 90,9 Mio. Euro um 9,7 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert in Höhe von 100,6 Mio. Euro.

Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist ergebnisbedingt von 20,3 Mio. Euro im Vorjahr auf 16,9 Mio. Euro gesunken (-3,4 Mio. Euro).  

Der Jahresüberschuss und damit die ausschüttungsfähige Dividende beträgt für das Jahr 2019 70,2 Mio. Euro nach 76,8 Mio. Euro im Vorjahr.
 

Finanzlage

Kapitalstruktur

Zum Jahresende weisen die Stadtwerke Düsseldorf einen Finanzmittelbestand von 86,0 Mio. Euro (Vorjahr 149,1 Mio. Euro) aus.

Es bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 427,8 Mio. Euro (Vorjahr 436,3 Mio. Euro). Alle Darlehen lauten auf Euro und weisen zum 31. Dezember 2019 eine durchschnittliche Verzinsung von unter 1,9 % p. a. für festverzinsliche und 0,7 % p. a. für variabel verzinsliche Darlehen auf.

Insgesamt verfügt das Unternehmen über freie kurz- bis mittelfristige Kreditlinien in Höhe von 116,8 Mio. Euro. Der zur Verfügung stehende Avalrahmen von 20,5 Mio. Euro wurde zum 31. Dezember 2019 zu 42,3 % (8,7 Mio. Euro) planmäßig in Anspruch genommen.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2019 wurden insgesamt 88,3 Mio. Euro Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen getätigt. Die Investitionen spiegeln dabei das Selbstverständnis der SWD AG als Infrastrukturentwickler und -dienstleister im urbanen Raum wider.

Das größte Investitionsvolumen der SWD AG betrifft die Versorgungsinfrastruktur. Hier wurden wie bereits in den Vorjahren Investitionen sowohl im Bereich der regulierten Netze Strom und Gas als auch in die Fernwärme- und Wasserversorgungsnetze getätigt. Die bereits in den Vorjahren laufenden umfangreichen Optimierungen des Strom-, Gas- und Wassernetzes in Teilen des Düsseldorfer Südens konnten in diesem Jahr abgeschlossen werden. In Vorbereitung der ab 2021 beginnenden sukzessiven Umstellung des Düsseldorfer Gasversorgungsgebiets von niederkalorischem L-Erdgas auf hochkalorisches H-Erdgas wurden die dafür notwendigen Infrastrukturanpassungen weiter vorangetrieben. Ein wesentlicher Schwerpunkt lag auch in 2019 erneut auf dem Ausbau des Fernwärmenetzes für das Stadtgebiet. Das auf eine sehr positive Resonanz gestoßene Fernwärme-Pilotprojekt „Modellquartier Bilk“ wurde in 2019 erfolgreich abgeschlossen. Zur Erschließung des Neubaugebiets „Glasmacherviertel“ im Düsseldorfer Osten wurden die in 2018 begonnenen Arbeiten in den Bereichen Fernwärme und Strom fortgesetzt. Einen weiteren wichtigen Beitrag auf dem Weg der Stadt Düsseldorf hin zur Klimaneutralität stellt die Anbindung des Düsseldorfer Flughafens an das Fernwärmenetz dar. Diese wurde in 2019 nahezu abgeschlossen. Darüber hinaus konnte die erste Etappe zur Versorgung des Stadtteils Benrath mit Fernwärme aus dem Heizkraftwerk Garath abgeschlossen werden.

Auch über die Versorgungsnetze hinaus wurden Akzente gesetzt: So erfolgten weitere Investitionen in moderne Messeinrichtungen, um zukünftig das im Jahr 2016 in Kraft getretene Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende im Düsseldorfer Versorgungsgebiet umzusetzen. Investiert wurde auch in moderne Arbeitswelten für die Mitarbeiter der SWD AG, um die Effizienz der Arbeitsabläufe zu gewährleisten und die Position als attraktiver Arbeitgeber zu sichern. Im weiteren Verlauf des Projekts XChange erfolgte dafür 2019 schwerpunktmäßig die Umstellung des Bürokommunikationssystems auf neue moderne IT-Lösungen. Es wurden außerdem Räume mit innovativer digitaler Technologieausstattung für multifunktionale Veranstaltungsformate eingerichtet. Zudem wurde die Ausbildungswerkstatt auf dem Gelände der SWD AG in einem umfangreichen Umbau saniert. Sie beherbergt nun helle und moderne Werkstatt-, Schulungs- und Büroflächen, in denen flankiert durch IT-gestützte Lern- und Arbeitsformate seit der Eröffnung im Herbst 2019 zeitgemäße Lehr- und Arbeitskonzepte für die technische Ausbildung umgesetzt werden.

Liquidität

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt 68,7 Mio. Euro. Bedeutende Einflussgrößen sind der Rohertrag (329,2 Mio. Euro), der Personalaufwand (-103,4 Mio. Euro) und der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen (-95,7 Mio. Euro). Weitere Einflussgrößen sind gesunkene Rückstellungen (-21,1 Mio. Euro) sowie Ertragsteuerzahlungen (-32,0 Mio. Euro). Die Veränderungen in Höhe von -24,0 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreswert (92,6 Mio. Euro) sind insbesondere zurückzuführen auf ein gesunkenes EBITDA (-15,7 Mio. Euro) sowie ein geringeres Working Capital (Rückgang 10,3 Mio. Euro). Gegenläufig wirken sich geringere Ertragsteuerzahlungen (+4,1 Mio. Euro) aus.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt -39,6 Mio. Euro und wird im Wesentlichen bestimmt durch Investitionen in Sachanlagen (-85,2 Mio. Euro), insbesondere im Bereich der Erneuerung und Erweiterung der Netze. Zahlungszuflüsse stammen im Wesentlichen aus dem Abgang von Finanzanlagen (+33,4 Mio. Euro). Davon entfallen 30,9 Mio. Euro auf die Kapitalrückführungen der GHKW Fortuna. Der Saldo der Ein- und Auszahlungen des Beteiligungsgeschäftes beeinflusst den Cashflow aus der Investitionstätigkeit im Umfang von +13,6 Mio. Euro.

Der höhere Zahlungsmittelabfluss (-25,6 Mio. Euro) gegenüber dem Cashflow aus Investitionstätigkeit des Vorjahres (-13,9 Mio. Euro) ist hauptsächlich auf die gestiegenen Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen (-26,3 Mio. Euro) zurückzuführen.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von -92,2 Mio. Euro resultiert hauptsächlich aus der Ausschüttung des Bilanzgewinns 2018 an die Gesellschafter (-76,8 Mio. Euro) sowie aus Zins- (-8,4 Mio. Euro) und Tilgungszahlungen (-10,2 Mio. Euro). Damit liegt der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit annähernd auf Vorjahresniveau (-88,8 Mio. Euro), wobei geringere Tilgungszahlungen (+28,3 Mio. Euro) die höhere Ausschüttung an die Gesellschafter (-31,9 Mio. Euro) kompensieren.

Die Liquidität war im Berichtsjahr gesichert.

ERGEBNISSE AUS DER KAPITALFLUSSRECHNUNG

2019 Mio. Euro2018 Mio. Euro
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit68,792,6
Cashflow aus Investitionstätigkeit-39,6-13,9
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit-92,2-88,8
Veränderung der Liquidität-63,1-10,1
Liquidität zum Jahresanfang149,1159,2
Liquidität zum Jahresende86,0149,1

Vermögenslage

BILANZSTRUKTUR

2019 Mio. Euro2018 Mio. Euro
Aktiva
Anlagevermögen989,7972,9
Umlaufvermögen, übrige Aktiva299,4370,3
Bilanzsumme1.289,11.343,2
Passiva
Eigenkapital556,8563,4
Langfristige Schulden417,6425,8
Kurzfristige Schulden314,7354,0
Bilanzsumme1.289,11.343,2

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Bilanzsumme um 4,0 % verringert.

Die Anlagenquote hat sich gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen aufgrund von Investitionen in den Netzausbau von 72,4 % auf 76,8 % erhöht. Gegenläufig wirkten sich Kapitalrückzahlungen sowie planmäßige Tilgungen von langfristig gewährten Darlehen aus. Insgesamt ist das Anlagevermögen gegenüber dem Vorjahr um 1,7 % angestiegen.

Der Bestand des Umlaufvermögens hat sich gegenüber dem Vorjahr um 19,3 % verringert. Innerhalb dieser Position gab es unterschiedliche Entwicklungen. So verringerte sich das Vorratsvermögen deutlich um 24,4 %. Grund ist die Verrechnung der unfertigen Leistungen resultierend aus im Berichtsjahr abgerechneten Instandhaltungsleistungen für das Kraftwerk. Für diese Leistungen waren von der Kraftwerksgesellschaft bereits Anzahlungen in gleicher Höhe vereinnahmt. Diese auf der Passivseite der Bilanz unter den „erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen“ ausgewiesene Position wurde ebenfalls mit den abgerechneten Leistungen entsprechend verrechnet. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Wesentlichen aufgrund höherer Vorauszahlungen von Teilbeträgen gegenüber dem Vorjahr um 4,8 % gesunken. Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind stichtagsbedingt insgesamt um 13,2 % gesunken. Die sonstigen Vermögensgegenstände sind im Wesentlichen aufgrund des höheren Ausweises von geleisteten Steuervorauszahlungen um 9,7 Mio. Euro angestiegen.

Bank- und Kassenbestände verzeichneten stichtagsbedingt gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 42,3 %.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten blieben auf Vorjahresniveau.

Der ausgewiesene Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung von verpfändeten Rückdeckungsversicherungen und zugesagten Pensionsverpflichtungen verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Mio. Euro.

Das Eigenkapital vor Gewinnverwendung hat sich aufgrund der satzungsgemäßen Vollausschüttung des Jahresüberschusses gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Der Jahresüberschuss ist um 8,7 % auf 70,2 Mio. Euro gesunken. Die Eigenkapitalquote ist bei gesunkener Bilanzsumme von 41,9 % (2018) auf 43,2 % (2019) gestiegen.

Die empfangenen Baukostenzuschüsse haben sich aufgrund von planmäßigen Auflösungen um 4,1 % verringert.

Bei den Rückstellungen ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von 10,1 % zu verzeichnen. Diese Verringerung ist in gesunkenen Rückstellungen für drohende Verluste nach IDW RS ÖFA 3 (Bilanzierung von Energiebeschaffungs- und Energieabsatzverträgen, -10,9 Mio. Euro) und geringeren Rückstellungen für Energiebezüge bei gleichzeitig gestiegenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie gesunkenen Steuerrückstellungen begründet.

Die Verbindlichkeiten weisen insgesamt einen Rückgang von 5,0 % gegenüber dem Vorjahr aus. In den einzelnen Positionen gab es unterschiedliche Entwicklungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind aufgrund planmäßiger Tilgungen um 2,0 % zurückgegangen. Die erhaltenen Anzahlungen verringerten sich aufgrund der Verrechnung der geleisteten Zahlungen der Kraftwerksgesellschaft (siehe oben) mit abgerechneten Leistungen aus dem Instandhaltungsvertrag um 9,6 Mio. Euro. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist ein Anstieg in Höhe von 8,5 Mio. Euro bei einer gleichzeitigen Minderung der entsprechenden Rückstellungsposition zu verzeichnen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen verringerten sich im Wesentlichen aufgrund des niedrigeren Ausweises gegenüber NGD um insgesamt 10,6 Mio. Euro. Die sonstigen Verbindlichkeiten reduzierten sich im Wesentlichen aufgrund geringerer Verbindlichkeiten aus Steuern um insgesamt 7,1 Mio. Euro.

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert.
 

Ausführungen zu Tätigkeitsbereichen der Stadtwerke Düsseldorf AG gem.§ 6b Abs. 7 S. 4 EnWG

Tätigkeitsabschlüsse werden für die Bereiche Elektrizitätsverteilung und Gasverteilung erstellt und betreffen die wirtschaftliche Nutzung eines Eigentumsrechts an Elektrizitäts- und Versorgungsnetzen, wobei die SWD AG die Verpächterin dieser Netze sind. Es wird auf die Erläuterungen im Anhang zu diesen Tätigkeitsabschlüssen, die sich aus der Anwendbarkeit des § 268 HGB ergeben sowie auf die Hinweise zu den Abschreibungsmethoden verwiesen. Darüber hinaus wird auch auf die Angabe der Regeln, nach denen die Gegenstände des Aktiv- und Passivvermögens sowie die Aufwendungen und Erträge den Tätigkeitskonten zugeordnet worden sind, hingewiesen.
 

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Integriertes Managementsystem der Stadtwerke Düsseldorf AG (Umwelt- und Energiemanagementsystem)

Zur Umsetzung und Sicherstellung der Unternehmensziele haben die SWD AG in ein bestehendes Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001 ein Energiemanagementsystem DIN EN ISO 50001 eingeführt. Das integrierte Managementsystem (Umwelt- und Energiemanagementsystem – IMS) ist ein Werkzeug, um Umweltschutz, Ressourcen- und Energieeffizienz kontinuierlich zu verbessern.

Im Februar 2019 wurde ein Überwachungsaudit gemäß DIN EN ISO 14001 für die SWD AG und die Grünwerke als 100 % Tochter der SWD AG sowie des unternehmensweiten Energiemanagementsystems gemäß DIN EN ISO 50001 für die SWD AG und ihre 50% Tochter NBG erfolgreich durchgeführt. Das Zertifikat nach DIN EN ISO 50001 ist u. a. Voraussetzung, um weiterhin den Spitzensteuerausgleich beantragen zu können.

Ebenfalls konnte das Zertifikat Entsorgungsfachbetrieb für die Müllverbrennungsanlage verlängert werden. Dieses ermöglicht eine privilegierte Nachweisführung als Entsorgungsanlage.

Mit der Einführung sowie der kontinuierlichen Verbesserung des Energiemanagementsystems lässt sich außerdem der Energiebedarf im Unternehmen senken, die Energiebilanz optimieren, der CO2-Ausstoß verringern und die Wirtschaftlichkeit erhöhen.

Im Jahr 2019 hat die Bezirksregierung Düsseldorf drei Umweltinspektionen auf Basis der IE-RL Richtlinie 2010/75/EU durchgeführt. Für die Standorte Lausward, Flingern und Garath ergaben die Inspektionen „keine Mängel“.

Energieaudits

Durch ein Energieaudit lassen sich die wesentlichen Energieflüsse eines Unternehmens offenlegen und Energieeffizienzpotenziale identifizieren. Grundlage hierfür ist die systematische Erfassung und Analyse der Energiedaten von Anlagen und Gebäuden.

Die SWD AG und ihre Beteiligungsgesellschaften führen Energieaudits nach DIN 16247-1 mit BAFA-gelisteten Auditoren durch und sind somit Unterstützer der Kunden beim Zukunftsthema Energieeffizienz und Energietransparenz.

Kundenstamm und Kundenzufriedenheit

Der Kunde steht im Mittelpunkt des Handelns der SWD AG.

Durch regelmäßige Kundenbefragungen wird überprüft, ob die Marketing- und Vertriebsmaßnahmen den Kundenbedürfnissen entsprechen. Darüber hinaus werden damit die Entwicklung der Kundenzufriedenheit und Loyalität gemessen.

Trotz des weiterhin sehr hohen Wettbewerbsdrucks und der Preiserhöhungen, sind die Kunden laut Umfragen insgesamt sehr zufrieden und loyal.

Ausschlaggebend hierfür waren das hohe Vertrauen der Kunden, das sich unter anderem begründet durch einen als gut empfundenen Kundenservice mit verständlichen Rechnungen und Anschreiben, sowie der sehr guten Erreichbarkeit.

Das Image der Marke Stadtwerke Düsseldorf ist geprägt von Kundenähe und dem Engagement für die Region – beides sind wesentliche Treiber der Kundenbindung.

Marketingmaßnahmen, wie z. B. die zielgerichteten Sponsoringmaßnahmen in den Bereichen Sport, Kultur, Bildung und Soziales, sowie die weiterhin sehr bekannte und geschätzte I-love-Kampagne stärken neben der Kundennähe auch die Bekanntheit der Marke und heben sie vom Wettbewerb ab.
 

Personalbericht

Zusammenarbeit und Führung, Prozesse und Strukturen

Im Jahr 2019 wurden im Rahmen des Management-Dialogs 15 Initiativen zu verschiedenen Projekten, Prozessen und Produkten beauftragt, deren Arbeit und Ergebnisse Auswirkungen auf das Gesamtsystem SWD haben. Interdisziplinäre Zusammenarbeit, neue Arbeitsmethoden und agile Projektführung ergaben relevante Erkenntnisse für die Entwicklung der Führung und Zusammenarbeit bei den SWD AG. Parallel wurden neue Formate wie die „Offene Turbine“ für alle Beschäftigten, zahlreiche Werkstattgespräche oder das eigene StadtwerkeTV zur Stärkung der internen Kommunikation eingeführt. Mit einem Barcamp starteten im Sommer fünf Communities of Practice ihre Arbeit an übergreifenden Themen wie z. B. Projektmanagement und Data Analytics. Sie sind ein wesentlicher Hebel für vernetzte und kollaborative Arbeit im Unternehmen.

Beim ersten „Tryday – make some Neues“ im Oktober konnten Beschäftigte in anderen Fachbereichen hospitieren, wodurch neue Perspektiven eröffnet wurden.

Strategische Personalplanung

Die Einführung einer strategischen Personalplanung wurde in den Bereichen Kraftwerk und Müllverbrennung pilotiert, um den Roll-Out im Gesamtunternehmen optimal vorzubereiten. Der Pilot führte bereits zu konzeptionellen Maßnahmen sowohl für auslaufende Aufgabenprofile als auch Unterdeckungen im Personalbestand. Die strategische Personalplanung soll beginnend ab 2020/2021 insbesondere dem Management evidenzbasierte Analysen und Handlungsempfehlungen für den Personalbestand, den künftigen Bedarf (quantitativ/qualitativ) und für die Qualifizierung von Personal bieten.

Die „Smarte Neueinstellung“ für ein erfolgreiches Onboarding

Im Kontext der Bildung einer Arbeitgebermarke optimierte das Personalmanagement in diesem Jahr das Onboarding bei den Stadtwerken. Erstmalig wurde ein Prozess verbindlich beschrieben und im Unternehmen veröffentlicht. Des Weiteren konnte die „Smarte Neueinstellung“ umgesetzt werden. Die „Smarte Neueinstellung“ beinhaltet alle erforderlichen digitalen Zugänge inklusive der E-Learning-Plattform „PE-Fabrik“, die das Personalmanagement seit 2019 standardisiert vorbereitet. Flankiert wird die Maßnahme durch ein persönliches Willkommensgespräch und eine Einführung durch den Personalbereich. Neue Kolleginnen und Kollegen bekommen dadurch ein Onboarding, zu dem sowohl die fachliche Einarbeitung als auch die persönliche Vernetzung im Unternehmen gehören.

Das neue Ausbildungszentrum

Die SWD AG bilden seit fast 80 Jahren aus und gehören zu den führenden Ausbildungsbetrieben der Region. Im Herbst wurde das neue Ausbildungszentrum in Flingern eröffnet, wo seitdem auf ca. 1.600 Quadratmetern klassischer Maschinenpark und virtuelle Lernmethoden zusammengeführt sind. Die Einführung digitaler Lernprogramme unterstützt zudem das eigenverantwortliche Lernen der Auszubildenden. Anerkanntes Fachwissen in Kombination mit technisch und räumlich modernster Ausstattung sowie die persönliche Begleitung der Azubis sind die Zukunftsformel für einen sehr erfolgreichen Ausbildungsbetrieb.

Die SWD AG bilden Azubis derzeit sowohl in kaufmännischen als auch technischen Berufen aus: neben dem dualen Studium mit dem Abschluss Bachelor of Arts in Kombination mit der Ausbildung zum/zur Industriekaufmann bzw. -frau wird vor allem verstärkt in den technischen Berufen ausgebildet. Es werden neben den Elektronikerinnen und Elektronikern für Betriebstechnik Mechatronikerinnen und Mechatroniker ausgebildet. Im Bereich der Anlagenmechanik werden darüber hinaus verschiedene Fachrichtungen in den Bereichen der Rohrsystemtechnik und Instandhaltung angeboten. Der Studiengang Energieinformatik rundet das bedarfsorientierte Ausbildungspaket der SWD AG ab.

Im Jahr 2019 haben 25 Auszubildende ihre Berufsausbildung bei den SWD AG abgeschlossen, 6 davon mit der Note sehr gut. Damit gehörten die 6 Auszubildenden mit zu den kammerbesten Prüflingen bei der IHK zu Düsseldorf. Ein Auszubildender wurde aufgrund seines Ergebnisses als einer der Landesbesten ausgezeichnet. Aufgrund der sehr guten Prüfungsergebnisse wurde den SWD AG erneut die Anerkennung durch die IHK als hervorragender Ausbildungsbetrieb ausgesprochen. Alle Ausgebildeten wurden inzwischen übernommen.

Diversity und betriebliches Gesundheitsmanagement

Das übergeordnete Ziel des Betrieblichen Gesundheits- und Diversitymanagements ist der Erhalt der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Belegschaft. Sein Erreichen trägt nicht zuletzt dazu bei, den wirtschaftlichen Erfolg der SWD AG und die Arbeitgeberattraktivität zu sichern.

In der aktiven Belegschaft der SWD AG sind alle Generationen vom Babyboomer bis hin zur Generation Z vertreten. Bedingt durch den demographischen Wandel erwarten die SWD AG ein kontinuierliches Anwachsen der jüngeren Generationen in der Belegschaft. Vor diesem Hintergrund ist eine maßgebliche Aufgabe für das Gesundheits- und Diversitymanagement, ein wertschätzendes und vorurteilsfreies Miteinander bzw. die Akzeptanz und Toleranz unter den Beschäftigten zu fördern.

Die Stadtwerke Düsseldorf haben den Diversity-Tag 2019 zum Anlass genommen, dieses Handlungsfeld aufzugreifen und die Beschäftigten für Diversität zu sensibilisieren. Mit dem Motto „Vielfalt erleben“ konnten die Beschäftigten in einem SWDiversity-Parcours verschiedene Dimensionen von Diversität erleben. Insgesamt haben den SWDiversity-Parcours über 400 Beschäftigte besucht.

In der betrieblichen Gesundheitsförderung wurden im Jahr 2019 ca. 80 Maßnahmen mit über 1500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt. Die Maßnahmen fokussierten auf die Förderung der individuellen und organisationalen Gesundheitskompetenz und hatten zum Ziel, die Eigenverantwortung jedes Einzelnen, sowie die Achtsamkeit untereinander zu stärken. Insbesondere bei Maßnahmen zur organisationalen Gesundheitskompetenz sind Elemente des Diversity-Managements eingeflossen. Ein Schwerpunktthema war ferner die Weiterführung des Programms gesundheitsorientierte Führung für die Leiter 3-Ebene, das im Mai 2019 abgeschlossen wurde. Die Erkenntnisse hieraus werden in das Führungskräfteentwicklungsprogramm 2020ff. aufgenommen. Weitere Schwerpunkte bildeten die Themen Selbstführung, Resilienz sowie körperliche Fitness und Ernährung. Diese Maßnahmen verfolgten einen primär- und sekundärpräventiven Ansatz in den Handlungsfeldern physische, psychische und soziale Gesundheit.

Die Beschäftigten – Zahlen, Daten, Fakten

Zum 31. Dezember 2019 beschäftigten die SWD AG 1.104 Mitarbeiter exklusive 27 ruhender Arbeitsverhältnisse und 3 Vorstände (Vorjahr: 1.114 Mitarbeiter inklusive ruhender Arbeitsverhältnisse und Vorstände).

Im Laufe des Jahres 2019 sind 98 Beschäftigte ins Unternehmen eingetreten, während 78 Beschäftigte das Unternehmen verlassen haben. 32 Beschäftigte befanden sich in der Freistellung für einen vorzeitigen Ruhestand im Rahmen einer Betriebsvereinbarung.

An Mobiler Arbeit haben im Berichtsjahr 120 Beschäftige teilgenommen (Vorjahr: 88). Bedingt durch die Neueinstellungen beziehungsweise Austritte konnte die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit von 21,2 Jahren auf 20,2 Jahren in 2019 gesenkt werden. Ebenfalls hat sich das Durchschnittsalter von 49,2 Jahre auf 48,5 Jahre reduziert. Die Schwerbehindertenquote lag bei 7,0 %.

Erklärung zur Frauenquote*

Gemäß dem „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ hat der Vorstand für die SWD AG festgelegt, den Frauenanteil in den zwei Führungsebenen unter dem Vorstand bis zum 31.12.2020 jeweils auf 20 % zu steigern. Die gleiche Zielgröße wurde auch für die 3. Ebene unter dem Vorstand eingeführt.

Die Quote für die erste Führungsebene lag zum 31. Dezember 2019 weiterhin stabil bei 21,4 %. Der Wert für die zweite Führungsebene konnte auf 19,5 % (2018: 18 % | 2017: 13,2 %) und für die dritte Führungsebene auf 19,4 % (2018: 18,2 % | 2017: 16,7 %) gesteigert werden.

Der Anteil der weiblichen Beschäftigten an der Gesamtbelegschaft lag bei 32,6 %. Der Frauenanteil in den Führungspositionen erhöhte sich auf 19,7 % (Vorjahr 17,9 %). In Teilzeit waren 234 Mitarbeiter/innen (inklusive 67 Mitarbeiter/innen in Teilzeit Flex) beschäftigt. Der Anteil der weiblichen Beschäftigten in Teilzeit entsprach 65,4 %.

*Lageberichtstypische Angabe gem. § 289f HGB. Gemäß § 317 Abs. 2 Satz 6 HGB ist keine inhaltliche Prüfung dieser Angaben durch den Wirtschaftsprüfer erfolgt.

Prognose-, Risiko- und Chancenbericht

Prognosebericht

Branchensituation

Gemäß Veröffentlichung der vier Übertragungsnetzbetreiber wird die EEG-Umlage 2020 bei 6,756 Cent/kWh liegen. Verglichen mit dem Jahr 2019, in dem die Umlage bei 6,405 Cent/kWh lag, steigt sie um 5,5 %. Gleichzeitig wurde die Offshore-Netzumlage für 2020 bekanntgegeben, die die Kosten des Netzausbaus in Nord- und Ostsee beinhaltet, die vor 2019 über die Netzentgelte umgewälzt wurden. Sie liegt bei 0,416 ct/kWh (2019 ebenfalls 0,416 ct/kWh). Der Umlagebetrag liegt dann insgesamt bei 23,9 Mrd. Euro (Vorjahr 22,59 Mrd. Euro).  

Die Strom- und Gaspreisentwicklungen auf den europäischen Großhandelsmärkten dürften 2020 von den Unsicherheiten bezüglich der politischen Entwicklungen und den deutsch-europäischen Diskussionen um erhöhte Anstrengungen im Klimaschutz geprägt sein. Die aktuelle Infrastruktur der Erzeugung und Netze als auch die Speichertechnologie sind noch nicht im Stande, die Schwankungen der regenerativen Energieeinspeisungen marktschonend zu kompensieren.

Kohle hat im Jahre 2019 einen starken Preisverfall hinnehmen müssen. Eine Prognose für 2020 ist schwierig, da die Preisentwicklung stark von der Nachfragesituation in Asien abhängt. Am ehesten ist von einer Seitwärtsbewegung auszugehen. Der geplante Kohleausstieg in Deutschland wird eine eher untergeordnete Rolle spielen, da die deutsche Kohlenachfrage im internationalen Vergleich marginal ist. Die Konjunkturprognosen für 2020 lassen keine grundlegende Änderung der preislichen Situation erwarten.

Für Mineralöl wird nach einer Seitwärtsentwicklung im Berichtsjahr weiterhin keine substantielle Änderung erwartet. Risiken für eine solche Entwicklung liegen insbesondere in der zunehmend instabilen politischen Lage in den Fördergebieten des Nahen Ostens und Südamerikas. Gegen Preissenkungen spricht die Förderdisziplin der OPEC-Länder, gegen starke Preissteigerungen das Förderpotenzial der amerikanischen Frackingindustrie.

Situation der Stadtwerke Düsseldorf AG  

Die globale, nationale und Branchensituation setzen den Rahmen, innerhalb dessen sich die SWD AG auch 2020 bewegen. Im Hinblick auf den Witterungsverlauf 2019 kann für 2020 aus unserer Sicht eher von einem gemäßigten Verlauf ausgegangen werden als von einem ähnlich dominanten Einfluss der Witterung. Die nicht selbst beeinflussbaren und damit nur mit Unsicherheiten prognostizierbaren Entwicklungen des Umfeldes erfordern situative Aktionen/Reaktionen des Unternehmens wie sie seit langem beherrscht werden.

Umso größer ist die Bedeutung der Entwicklungen, die selber in die Hand  genommen oder beeinflusst werden können. Die Weiterentwicklung der Strategie und die oben erläuterten Projekte tragen dem Rechnung. Für die Zukunft der SWD AG ist es entscheidend, den mit den strategischen Projekten begonnenen Veränderungsprozess weiterhin konsequent und fokussiert fortzusetzen, die zukunftsgerichteten Ideen auszutesten und zu validieren und – wo technisch-wirtschaftlich sinnvoll – dauerhaft umzusetzen.

Das Planergebnis für das Jahr 2020 basiert auf den energiewirtschaftlichen Prämissen der Konzernmutter EnBW und beträgt vor Steuern rund 76 Mio. Euro bei erwarteten Umsatzerlösen in Höhe von rund 2,1 Mrd. Euro.

Das Ergebnis vor Steuern des Jahres 2019 liegt mit 91 Mio.Euro rund 16 Mio. Euro über dem geplanten Jahresergebnis. Die Umsatzerlöse in Höhe von 1,9 Mrd. Euro liegen hierbei unter dem Plan von 2,0 Mrd. Euro. Der Ergebnisanstieg begründet sich insbesondere durch geringere Aufwendungen in verschiedenen Wertschöpfungsstufen u. a. durch Verschiebung von Maßnahmen in Folgejahre. Weiterhin wirken sich geringere Abschreibungen sowie Auflösungen von Rückstellungen positiv auf die Ergebnisentwicklung aus.

Die Investitionsplanung der Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenstände des kommenden Jahres in Höhe von 118,1 Mio. Euro wird hauptsächlich durch Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in die Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmenetze bestimmt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt weiterhin im Bereich des Fernwärmeausbaus. Nach Fertigstellung der zugehörigen Trasse Anfang 2020 wird der Beginn der Versorgung des Düsseldorfer Flughafens mit Fernwärme im Laufe des ersten Jahresquartals erwartet. Im mit der Landeshauptstadt Düsseldorf definierten innerstädtischen „Zukunftsviertel“ soll außerdem ab 2020 im Rahmen der Entwicklung innovativer Ansätze für urbane Infrastrukturen verstärkt in den Ausbau klimafreundlicher Fernwärme investiert werden. Flankiert wird der Ausbau des Fernwärmenetzes durch die Errichtung neuer Fernwärmekessel in den Kraftwerken Lausward und Flingern, für die im kommenden Jahr erste Arbeiten erfolgen.

Für die notwendige regionale Umstellung von niederkalorischem L-Erdgas auf hochkalorisches H-Erdgas werden außerdem weitere sukzessive Investitionen zum Umbau der Infrastruktur im Düsseldorfer Versorgungsbiet getätigt. Zudem wird weiterhin der Rollout der Funktechnik CDMA 450 wie auch moderner Messsysteme für die Digitalisierung der Versorgungsinfrastruktur vorangetrieben.

Neben Investitionen in die Netze und Anlagen für eine nachhaltige Erzeugungs- und Versorgungsinfrastruktur wird das Angebot an intelligenten Produkten und Strukturen für die Kunden weiter ausgebaut. Mit dem Ziel, in Zusammenarbeit mit der Stadt Düsseldorf ganzheitliche Mobilitätsangebote für Bürger und Pendler zu etablieren, liegt wie auch in den vergangenen Jahren ein Schwerpunkt auf Investitionen in elektromobile Produkte und Ladeinfrastruktur für die Region. Auch in weitere Anlagen für attraktive Contractingmodelle für Privat- und Geschäftskunden wird 2020 investiert werden.

Im digitalen Zeitalter investieren die SWD AG als Betreiber systemkritischer Infrastruktur weiterhin konsequent in die Umsetzung der IT-Konzepte für die zukünftige Grundausrichtung der strategischen Systeme. Die Chancen der Digitalisierung sollen auch im kommenden Jahr durch unternehmensweite Projekte und Maßnahmen zur Digitalisierung der Arbeitswelten und Geschäftsprozesse für eine weiterhin gute Positionierung am Markt genutzt werden.

Im Jahr 2019 waren die Personalplanung und -gewinnung von den beiden Treiberthemen Demografie und Management-Dialog geprägt. Im Teilkonzern wurden über 140 Angebote für eine vorgezogene Ruhestandsregelung gemäß der BV Nr. 8 c unterzeichnet. Gleichzeitig resultierten aus der zunehmenden Ausführung der im Management-Dialog erarbeiteten Ergebnisse Anforderungen an neue Qualifikationen sowie Mehrbedarf an Mitarbeiterressourcen. So wurden etwa neue Querschnittsfunktionen wie Unternehmensentwicklung und Gremienmanagement implementiert, Teams für den Ausbau neuer Geschäftsfelder um Mobilität, Energiedienstleistungen und Immobilien gebildet und die Digitalisierung der Netze personell verstärkt.

Herausforderungen für 2020 sind nach wie vor die Entwicklung und Einführung neuer Geschäftsfelder und Innovationen sowie die damit verbundenen Aspekte Kundenzentrierung und Digitalisierung. Der steigende Bedarf an Effizienz und Performance werden die SWD AG beschäftigen. Auch für 2020 werden Investitionen in den gezielten temporären Personalaufbau bei Schlüsselqualifikationen prognostiziert, ohne weiterhin die konsequente Ausrichtung an der Hebung von Effizienzsteigerungspotenzialen durch Optimierung von Geschäftsprozessen vernachlässigen zu können.

Das Personalmanagement ist gefordert, den Aufbau neuer Themen und Strukturen auch kurzfristig zu unterstützen und gleichzeitig Effizienzgewinne durch eine entsprechende Einsatz- oder Veränderungsplanung zu flankieren. Dafür ist weiterhin die Optimierung der Planungs- und Analysekompetenz in Human Resources erforderlich. Der geplante Roll-Out der strategischen Personalplanung wird ein Meilenstein diesbezüglich sein. Im Rahmen der Weiterentwicklung der Arbeitgebermarke der SWD AG wird nach der Bearbeitung der Candidate Experience das Thema Retention hinzutreten.

Unablässig sind dauerhaft vermehrte Anstrengungen erforderlich, durch die Entwicklung neuer margenträchtiger Produkte und Dienstleistungen die Ertragskraft der SWD AG nachhaltig zu steigern. Die Kundenzufriedenheit und der Kundenstamm sollen auf hohem Niveau stabil gehalten werden. Dieses Ziel konnte 2019 erreicht werden.
 

Risiko- und Chancenbericht

Beschreibung des Risikomanagements

Die Organisation und Arbeitsweise des Risikomanagements dient dem Ziel, den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens zu sichern, indem Risiken und Chancen laufend identifiziert und überwacht, die Risiken begrenzende Maßnahmen initiiert werden und die Berichterstattung an die Entscheider innerhalb des Unternehmens gewährleistet wird.

Risiken und Chancen sind definiert als negative bzw. positive Abweichungen von genehmigten Planwerten. Die Berichterstattung erstreckt sich auf den Zeitraum der Mittelfristplanung, kann bei übergeordneten bzw. längerfristigen Risiken aber auch darüber hinausreichen. Für die Risiken und Chancen werden – sofern möglich – Schadenshöhen und Eintrittswahrscheinlichkeiten festgelegt. Die Eintrittswahrscheinlichkeiten klassifizieren sich dabei nach „niedrig“ (0% bis einschließlich 33%), „mittel“ (34% bis einschließlich 66%) und „hoch“ (67% bis einschließlich 99%).

Durch die Verzahnung von Risikomanagement und internem Kontrollsystem (Teilbereich Unternehmenssteuerung) zum integrierten Risikomanagement (iRM) sind die Prozesse und Methoden nach EnBW-Konzernvorgaben für die SWD AG vereinheitlicht. Durch das iRM werden die Risiken der SWD AG nach Ansicht des Vorstands wirksam überwacht.

Die Aufgaben des iRM werden von der zentralen Organisationseinheit Risikomanagement sowie den Risikoverantwortlichen und den dezentralen iRM-Beauftragten wahrgenommen. Die Maßstäbe ihrer Tätigkeit sind in einem verbindlichen Regelwerk in Form einer unternehmensweit gültigen Richtlinie konkretisiert.

Die Organisationseinheit Risikomanagement ist die zentrale Stelle, deren Aufgabe es ist, erkannte Risiken zu erfassen, deren Auswirkungen umfassend zu beurteilen und Steuerungsmöglichkeiten aufzuzeigen sowie die Risikoberichte für die Unternehmensleitung zu erstellen.

Eine effektive Durchführung des Risikomanagementprozesses kann nur mit genauer und umfassender Kenntnis sämtlicher operativer Prozesse des Unternehmens erfolgen. Voraussetzung eines erfolgreichen Risikomanagements ist daher die Zusammenarbeit des zentralen Risikomanagements mit den Fachabteilungen.

Diese Zusammenarbeit ist organisatorisch durch die Zuordnung sämtlicher Risiken zu den Risikoverantwortlichen sichergestellt. Risikoverantwortlich sind diejenigen Träger von Leitungsfunktionen, in deren Fachbereich ein Risiko sich realisieren könnte und gesteuert werden kann.

Bei dieser Aufgabe werden sie von den dezentralen iRM-Beauftragten unterstützt, die sie aus ihren Fachabteilungen benennen. Die dezentralen iRM-Beauftragten leisten die ständige Beobachtung ihres Fachbereiches im Hinblick auf neu entstehende und sich ändernde Risikolagen und arbeiten dabei mit dem Risikomanagement zusammen.

Aufgrund der personellen und organisatorischen Integration des Risikomanagementprozesses in das operative Geschäft sind sowohl seine Effektivität als auch seine ständige Anpassung an die Bedürfnisse des Unternehmens nach Ansicht des Vorstands gewährleistet.

Das Risikomanagement berichtet regelmäßig die Risikolage an den Vorstand der SWD AG in Form von Quartalsberichten, zusätzlich erfolgt bei zwischenzeitlich auftretenden Ereignissen und Überschreitung festgelegter Schwellenwerte eine interne ad-hoc Berichterstattung. Ebenso werden Risiken bei Überschreitung definierter Grenzwerte gemäß Handbuch zum Risikomanagement als Top-Risiken klassifiziert. Top-Risiken der SWD AG werden dem Risikoausschuss präsentiert, welcher sechsmal im Jahr tagt. Der Vorstand der SWD AG informiert regelmäßig den Finanzausschuss des Aufsichtsrates über die jeweils aktuelle Situation der Top-Risiken. Dabei wird erläutert, welche Steuerungsinstrumente ergriffen werden, um Risiken zu überwachen und zu steuern. Ebenso wird Auskunft über die Angemessenheit und Funktionsfähigkeit von Risikoüberwachung und Risikomanagementsystem erteilt. Damit ist sichergestellt, dass der Aufsichtsrat der SWD AG die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems überwacht.

Risikoberichterstattung

Strategisch

Umfeld- und Branchenrisiken
Bedingt durch die Energiewende ergeben sich weiterhin Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen in der Versorgungsbranche. Das Gesetz zur Modernisierung der Netzentgelte (NEMoG) mit einer Neugestaltung der vermiedenen Netznutzungsentgelte (vNNE) führt im bundesweiten Durchschnitt zu sinkenden Netzentgelten. Unter anderem durch verbesserte technische Produktmöglichkeiten zur Eigenerzeugung sowie der Energiepreisentwicklung für die Endverbraucher wird eine Zunahme der dezentralen Erzeugung vorausgesagt, zum Beispiel durch Miniblockheizkraftwerke, Solar- und Photovoltaikanlagen.

Für die Vermarktung der Stromproduktion am Großhandelsmarkt bestehen insbesondere aufgrund stark schwankender Rohstoff- und Strompreise Auslastungs- und Margenrisiken. Soweit in Verbindung mit den Risiken der Erzeugung auch Verluste aus schwebenden Geschäften drohen, werden Rückstellungen für diese Verluste gebildet.

Durch stark steigende Einflüsse einer politisch geförderten Energiewende (als Beispiel seien die Energieeinsparverordnung und Sanierungsquoten genannt) sinkt der Gas- und Fernwärmeabsatz. Im Wesentlichen werden diese Einsparungen durch Gebäudesanierungsmaßnahmen realisiert, die in Teilen durch die Bundesregierung forciert werden. Sollten zukünftig weitere Fördermittel zur Gebäudesanierung zur Verfügung gestellt bzw. die Richtlinien zur Energieeinsparung für Bestandsgebäude weiter verschärft werden, besteht das mittlere Risiko, dass der Gas- und Fernwärmeabsatz über das bereits in der Planung verarbeitete Maß hinaus sinkt.

Die Digitalisierung der Wirtschaft und damit die Durchdringung aller Branchen mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien hat Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette der SWD AG. Sie führt zu einem veränderten Kundenverhalten sowie sich ändernden Kundenbedürfnissen. Zudem ermöglicht sie es auch branchenfremden Unternehmen, den angestammten Markt des Energiesektors zu durchdringen und damit die derzeitigen und künftigen Geschäftsfelder der Energiebranche zu besetzen. Dabei besteht das hohe Risiko, dass einige der neuen Wettbewerber aufgrund von günstigeren Kostenstrukturen und schnelleren Entscheidungswegen sowie einer effizienteren Innovationsrate im Vorteil sind. Durch die Verabschiedung und Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie sowie der Entwicklung von Modellen zur Optimierung von Anwendungen, neuen Produkten und Services haben sich die SWD AG auf diese Einflüsse vorbereitet.

Das Geschäft mit privaten Strom- und Gaskunden steht bereits im Blickfeld verschiedener Wettbewerber. Durch verstärkte Vertriebsaktivitäten anderer Anbieter als auch aufgrund hoher Preissensibilität der Kunden besteht das mittlere Risiko von Mengen- und Margenverlusten. Die zur Regelung von Preisanpassungen erforderlichen Klauseln führen in der gesamten Branche immer wieder zu rechtlichen Auseinandersetzungen mit Kunden. Derartige Fälle sind grundsätzlich unvermeidlich, da auch Klauseln, die zunächst der anerkannten Rechtslage entsprechen, durch die Entwicklung der Rechtsprechung immer wieder überholt und in Frage gestellt werden.

Des Weiteren sind insbesondere die technologischen Auswirkungen insbesondere bei Vertriebskanälen (Internet, Apps), die demographische Entwicklung auf der Kundenseite sowie der vermehrte Einsatz von Energieberatern zu erwähnen. Durch den Einsatz neuer Vertriebswege und Zahlungsmöglichkeiten kann es zu dem mittleren Risiko einer gesteigerten Wechselbereitschaft bzw. zu einem für die SWD negativ verändertem Kundenverhalten kommen. Dieser Trend wird zudem durch steigende gesetzliche Kostenbestandteile wie zum Beispiel EEG und Netzentgelte beeinflusst, welche nicht mehr durch eine günstige Beschaffung aufgefangen werden können und damit jährliche Preisanpassungen mit einer erhöhten Kundenabwanderung zur Folge hat. Die SWD AG begegnen diesen Risiken mit einem integrierten Kundenlebenszyklus-Management mit Kundenbindungs- und Kündigerrückgewinnungsmaßnahmen sowie einer weiteren Optimierung des Marketingmix (Produkt, Preis, Distribution, Kommunikation). Zudem erfolgt die Entwicklung neuer insbesondere auf gefährdete Kundengruppen zugeschnittener Produkte zur Teilhabe an Trends und der Ausbau digitaler Vertriebsaktivitäten bei den SWD AG in den Bereichen Social Media, Internet, Apps sowie künstliche Intelligenz.

Die sich zukünftig für die SWD AG ergebenden Risiken sind abhängig von weiteren politischen Entscheidungen. Die SWD AG begegnen den Entwicklungen mit einem konsequenten Risikomanagement und einer kontinuierlichen Analyse des politischen Umfeldes.

Unternehmensstrategische Risiken
Der BGH hat einem Unternehmen durch Urteil untersagt, die Bezeichnung „Stadtwerke“ in seiner Firma zu führen. Ein wesentlicher Gesichtspunkt der Entscheidung war, dass das Unternehmen nicht mehrheitlich in kommunaler Hand ist. Die Entscheidung bezieht eine Vielzahl weiterer Gesichtspunkte ein und lässt eine abschließende Aussage über die Beurteilung anderer Fälle nicht zu. Es ist möglich, dass Wettbewerber die Rechtsprechung aufgreifen, um die Firmen ihrer Konkurrenten anzugreifen. Somit könnten auch die SWD AG betroffen werden, das Risiko wird allerdings als niedrig eingeschätzt. Der Bund der Energieverbraucher hat die Berechtigung der SWD zur Verwendung der Firmenbezeichnung in Frage gestellt. In den Veröffentlichungen des Verbandes wird auf die Problematik hingewiesen.

Operativ

Leistungswirtschaftliche Risiken
Die SWD AG haben auch 2019 ihre strategischen Vorhaben weiter umgesetzt. Diese Vorhaben sind mit Investitionen verbunden. Naturgemäß wohnt allen Investitionstätigkeiten das Risiko von unerwarteten Ergebniseinbußen, Kostensteigerungen und notwendigen Wertberichtigungen inne. Nach dem grundsätzlichen Investitionsbeschluss der SWD AG zur Entwicklung und Umsetzung von mehreren Immobilienprojekten an den Standorten HKW Garath, Rethelstraße und Hans-Böckler-Straße besteht das mittlere Risiko, dass diese Projekte in Bezug auf Kosten, Termine und Qualität von der Planung abweichen. Gründe hierfür können unter anderem Lieferantenausfälle, gewollte oder ungewollte Bauverzögerungen bzw. Mehrkosten aufgrund von Qualitätsmängeln sein.

Prinzipiell besteht das aus unserer Sicht niedrige Risiko von Ausfällen einzelner Kraftwerke der SWD AG. Für den Block GuD-F besteht seit 2018 eine Betriebsunterbrechungsversicherung (BU-Versicherung). Die BU-Versicherung dient zur Deckung von Vermögensschäden, die aus einer Betriebsunterbrechung aufgrund versicherter Sachschäden resultieren. Hierbei sind alle Schadensbestandteile abgedeckt. Die neue BU-Versicherung führt gegenüber der bisherigen BU-Versicherung, welche ausschließlich Zins- und Tilgungsleistungen bei einem Selbstbehalt von 60 Tagen abgedeckt hat, zu einer erheblichen Verbesserung des Versicherungsschutzes.

Die SWD AG sind sowohl als Energieerzeuger als auch als Energielieferant am Energiemarkt auf Anbieter- und auf Käuferseite präsent. Das Risikomanagementsystem des Energiehandels erfasst die Marktpreis- und Adressenausfallrisiken anhand der aktuellen Marktpreise, misst die Handelsergebnisse und überwacht die Einhaltung der Limits.

Die eingeräumten Limits basieren auf dem jährlich vom Vorstand genehmigten Risikokapital. Für die notwendige Risikotransparenz sorgen eine differenzierte Bücherstruktur und ein detailliertes Berichtswesen, das die Information an die Entscheidungs- und Risikoverantwortlichen gewährleistet. Zentrales Organ der Risikosteuerung ist der regelmäßig tagende Risikoausschuss, in den verschiedene Fachbereiche entlang der Wertschöpfungskette sowie die Vorstandsmitglieder eingebunden sind. Im Rahmen der durch den Risikoausschuss definierten Kompetenzen setzt das Handelskomitee als operativ wirkendes Organ die verabschiedete Handelsstrategie unter Beachtung aktueller Markt- und Portfolienentwicklungen um.

Die Kraftwerksvermarktung erfolgt im Rahmen einer konzeptionellen Absicherung ihrer Rohmarge. Risikopositionen an den Großhandelsmärkten für Strom, Erdgas und Emissionsberechtigungen werden durch entsprechende Hedgegeschäfte gegen nicht beeinflussbare Preisschwankungen gesichert. Zur Absicherung der Positionen der Kraftwerksvermarktung werden Forward-Kontrakte und Swaps verwendet. Das niedrig eingeschätzte integrierte Spotpreisrisiko der Kraftwerksvermarktung deckt die Spotpreisrisiken zum Gasbezugsvertrag des Blocks GuD-F, zur Kraftwerksoptimierung und dem Restlastgang (Strom und Gas) der Kraftwerksvermarktung ab. Zwischen diesen drei Risiken bestehen Wechselwirkungen, wodurch eine isolierte Betrachtung eines der drei Risiken zu einer Überschätzung des Risikowertes führen würde. Ergänzend wird auf die weitergehenden Erläuterungen zum Gasbezugsvertrag des Blocks GuD-F im Anhang unter 5. Ergänzende Angaben Textziffer 1 Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Haftungsverhältnisse und Risiken verwiesen.

Hinsichtlich der weitergehenden Erläuterung zu Sicherungsgeschäften gem. § 285 Nr. 19 und Nr. 23 HGB wird auf die Ausführungen im Anhang unter 5. Ergänzende Angaben Textziffer 6 verwiesen.

Personalrisiken
Zur Entwicklung des Unternehmens und Erwirtschaftung der Ergebnisse bedienen sich die SWD AG ihrer Mitarbeiter. Das Risiko besteht darin, nicht in ausreichendem Maß über Mitarbeiter mit den erforderlichen Fähigkeiten zu verfügen, um die operativen und strategischen Anforderungen zu erfüllen. Die SWD AG stehen auf dem Arbeitsmarkt im Wettbewerb mit anderen Unternehmen, wobei sich der Arbeitsmarkt verstärkt zu einem Arbeitnehmermarkt entwickelt. Ein Mangel an Hochschulabsolventen wird prognostiziert. Bedingt durch den schnellen Wandel sind auch Qualifikationsrisiken in allen Bereichen zu beachten. Die demografische Entwicklung grundsätzlich, aber auch speziell die Altersstruktur der Belegschaft der SWD AG verschärfen die Situation, weswegen das Risiko als hoch eingeschätzt wird. Die SWD AG begegnen dieser Situation durch ihre Positionierung als attraktiver Arbeitgeber und durch Projekte zur Sicherstellung des Wissenstransfers von ausscheidenden Mitarbeitern auf die neuen Aufgabenträger. Dies wird unter anderem durch die Entwicklung einer strategischen quantitativen und qualitativen Personalplanung mit der geplanten Einführung eines Analysetools zur besseren Verknüpfung interner und externer Personaldaten unterstützt.

Im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) wird durch das zunehmende Angebotsdefizit hinsichtlich Quantität, Qualität und Verfügbarkeit sowohl von Bewerbern im IKT-Umfeld als auch von geeigneten externen IKT-Dienstleistern nachhaltig die Bereitstellung von IKT-Leistungen bei SWD AG erschwert. Dies wird gerade unter den Bedingungen der stetig fortschreitenden Digitalisierung und der daraus resultierenden stetig steigenden Nachfrage an IKT-Leistungen zu einem hohen Risiko. Bei Bewerbern kommt zusätzlich erschwerend ein steigendes Gehaltsniveau der IKT-Experten am Markt hinzu, welches bei SWD AG nur bedingt abzubilden ist.

Informationstechnische Risiken
Um die Produktions- und Geschäftsprozesse effizient und kostengünstig durchzuführen, wird Informations- und Kommunikationstechnologie eingesetzt, welche sich auf aktuellem Stand der Technik befindet. Die komplexen Prozesse der Kraftwerke und Müllverbrennungsanlage, Strom-, Gas-, Fernwärme- und Wassernetze werden mit hochmoderner Leittechnik gesteuert. Die hohe Verfügbarkeit des IT-Netzwerks und der IT-Applikationen sowie die Integrität und Vertraulichkeit der Daten haben deshalb im Unternehmen einen hohen Stellenwert.

IT-Risiken werden durch hohe Sicherheitsstandards und umfassende Testverfahren vor einer Produktivsetzung minimiert. Ein fester Bestandteil dieser Standards sind die für alle Mitarbeiter der SWD AG verbindlichen Schulungen und Grundsätze zur Sicherheit in der Informations- und Kommunikationstechnologie in Form von Unternehmensregelwerken. Trotzdem besteht prinzipiell das Risiko von externen Bedrohungen der IT durch vorsätzliche Handlungen (Hackerangriffe). Das Risiko zeichnet sich durch eine hohe Diversität der Bedrohungsarten und eine hohe Anzahl von potenziellen Zielen aus. Aufgrund einer Vielzahl von Steuerungsinstrumenten wird die Eintrittswahrscheinlichkeit als niedrig eingeschätzt.

Das Gesetz zur Erhöhung der Sicherheit informationstechnischer Systeme (IT-Sicherheitsgesetz) definiert ein hohes Mindestmaß an IT-Sicherheit als „angemessenen Schutz“ für den Betrieb von kritischen Infrastrukturen. SWD AG sind aufgrund dieser gesetzlichen Bestimmungen dazu angehalten ein zertifiziertes Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) zu betreiben. Bestandteil dieses Managementsystems ist die fortlaufende Identifizierung, Analyse, Behandlung und Überwachung von Risiken in der Informationssicherheit. Durch das eigenständige System QSEC-Suite erfolgt eine Erfassung und Überwachung dieser Risiken sowie der risikoreduzierenden Maßnahmen, die regelmäßige Re-Zertifizierung durch externe Zertifizierer dokumentiert die Wirksamkeit des ISMS.  

Bei SWD AG wird im CDMA450-Netz die Zentraltechnik des chinesischen Unternehmens Huawei eingesetzt, welches im Handelsstreit zwischen den USA und der Volksrepublik China zunehmend in den Fokus der amerikanischen Verbots- und Boykottpolitik gerät. Der Referentenentwurf zum zweiten IT-Sicherheitsgesetz (IT-SiG 2.0) sieht die Abgabe von sogenannten Vertrauenswürdigkeitserklärungen nach den Vorgaben des Bundesinnenministeriums vor. Im Umfeld der sogenannten Kernkomponenten für kritische Infrastrukturen dürfen dann zukünftig nur Systeme solcher Hersteller zum Einsatz kommen, die eine Vertrauenswürdigkeitserklärung abgegeben haben. Sollte Huawei die Erklärung nicht abgeben können bzw. wollen, besteht das mittlere Risiko, dass die bei SWD AG im Einsatz befindliche CDMA450-Zentraltechnik zukünftig nicht mehr betrieben werden kann bzw. darf.

Finanziell

Finanzwirtschaftliche Risiken
Die Finanzierungsrisiken der SWD AG umfassen im wesentlichen Liquiditäts-, Anlage- und Zinsrisiken. Hauptaufgabe des Liquiditätsmanagements ist es, die jederzeitige Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Dafür werden der Liquiditätsbedarf sowie alle Zahlungsmittelflüsse fortlaufend ermittelt. Die Tochtergesellschaften NGD, Grünwerke  und GHKW Fortuna sind über ein Cash-Pooling-Verfahren an die SWD AG angeschlossen, um einen optimalen Liquiditätseinsatz in der Gruppe sicherzustellen. Der Umfang der vertraglich zugesicherten Kreditlinien ist so dimensioniert, dass auch in einem schwierigen Marktumfeld ausreichende Liquiditätsreserven zur Verfügung stehen. Aufgrund der vorhandenen Liquidität, der freien kurz- bis mittelfristigen Kreditlinien mit einem Volumen von gegenwärtig 116,8 Mio. EUR sowie des operativen Cashflows von 68,7 Mio. Euro sieht sich die SWD AG keinen unmittelbaren Liquiditätsrisiken ausgesetzt. Aus diesem Grund wird das Risiko als gering eingeschätzt. Die Anlagerisiken werden durch eine konservative Anlagestrategie minimiert. Bei der Anlage stehen gute Bonität und hohe Marktgängigkeit im Fokus.

Zinsrisiken bestehen auf der Aktivseite aus Bankguthaben sowie auf der Passivseite aus variabel verzinslichen Bankverbindlichkeiten. Zur Absicherung gegen Zinsrisiken aus variablen Darlehensbestandteilen werden gegenwärtig Zinsswaps eingesetzt. Insgesamt sind 125 Mio. Euro des variablen Finanzierungsvolumens gegen steigende Zinsen geschützt. Bestehende Zinsswaps werden gegenwärtig nicht in Bewertungseinheiten nach § 254 HGB einbezogen.

Compliance

Rechtliche Risiken
Die unternehmerische Tätigkeit bringt eine Vielzahl rechtlicher Risiken mit sich, die aus den vertraglichen Beziehungen zu Kunden und Geschäftspartnern, aus den rechtspolitischen Entwicklungen wie zum Beispiel der Entwicklung des europäischen und nationalen Energierechts, der Entscheidungspraxis der Gerichte oder den Aktivitäten des Bundeskartellamtes unter geänderten kartellrechtlichen Rahmenbedingungen resultieren. Die sich aus diesen Rahmenbedingungen ergebenden konkreten Risiken für die SWD AG wurden im Rahmen der Risikovorsorge weitgehend berücksichtigt.

Seit 2018 kann auf Grundlage der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) bei schwerwiegenden Verstößen gegen den Datenschutz ein maximales Bußgeld von 20 Mio. Euro bzw. 4% des weltweiten Vorjahresumsatzes erhoben werden. Den damit einhergehenden Risiken, dass die Datenschutzorganisation nicht funktionsfähig ist bzw. keine datenschutzkonforme Umsetzung in den Fachbereichen erfolgt, wird mit einer Vielzahl von internen Steuerungsinstrumenten begegnet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird aus diesem Grund als niedrig eingestuft.

Keine den Bestand gefährdenden Risiken
Bestandsgefährdende Einzelrisiken waren 2019 für die SWD AG nicht erkennbar.

Gesamtbeurteilung
Auch eine Gesamtbetrachtung der Risikosituation der SWD AG unter Einbeziehung des Risikoportfolios insgesamt führt nicht zu der Annahme einer Gefährdung des Bestandes des Unternehmens.

Chancenberichterstattung

Strategisch

Das Chancenberichtswesen ist in das unternehmensweite Risikomanagement integriert, indem das Netzwerk der dezentralen iRM-Beauftragten in allen Fachbereichen und Beteiligungen auch für das Chancenmanagement genutzt wird. Für Planungszwecke sind bereits Chancenpotenziale verarbeitet, deren Eintrittswahrscheinlichkeit mit über 50 % erwartet wird.

Fortschritt und technologischer Wandel müssen im Konsens mit der Politik, der ansässigen Wirtschaft und nicht zuletzt mit den Bürgerinnen und Bürgern erfolgen, um die langfristige Perspektive der SWD AG zu erhalten. Als lokaler Marktführer sehen die SWD AG daher eine Chance in der Partizipation am Bevölkerungswachstum in Düsseldorf.

Weiterhin wird in bestehenden und in der Entwicklung befindlichen Kooperationen mit anderen, in der Region ansässigen, lokalen Versorgungsunternehmen die Chance zum Heben von Synergiepotenzialen gesehen.

Als weitere Chance wird die Entwicklung neuer und innovativer Geschäftsmodelle aufgrund der auch in der Energiewirtschaft voranschreitenden Digitalisierung gesehen. Durch Zentralisierung in der Informations- und Kommunikationstechnologie besteht die Chance weitere Kostenvorteile zu realisieren.

Operativ

Die SWD AG wollen von den sich ändernden Marktbedingungen im Bereich der Energie- und Wasserversorgung profitieren. In Bezug auf das Risiko eines sinkenden Gas- und Fernwärmeabsatzes durch Gebäudesanierung besteht die Chance, dass die SWD AG durch Forcierung des Fernwärmeausbaus und einer daraus resultierenden Überkompensation der Verluste aus der Gebäudesanierung per Saldo von einem Anstieg des Fernwärmeabsatz profitieren kann. Zudem kann es zu Mehrabsätzen durch eine im Gegensatz zum unterstellten Plan kältere Heizperiode kommen. Durch eine mögliche Wasserversorgung von angrenzenden Gebieten sowie einem höheren als in der Planung unterstellten Wasserverbrauch ergeben sich weitere Chancen.

Es besteht zudem die Chance, dass SWD AG im Rahmen der für 2024 erwarteten Neuordnung der Düsseldorfer Entsorgungsaufgaben die Verbrennungsverträge für die städtischen Mengen (verbunden mit einer Investition in eine neue Verbrennungslinie) langfristig wiedererlangt und hierdurch die Müllverbrennung wertschöpfend über 2023 hinaus fortgeführt werden kann.
 

Internes Kontrollsystem (IKS) bezogen auf den Rechnungslegungsprozess

Die SWD AG haben die im EnBW-Konzern angewandte Methodik adaptiert und für den Bereich der rechnungslegungsbezogenen Prozesse ein standardisiertes IKS mit definierten Verantwortlichkeiten errichtet.

Insgesamt ist das IKS der SWD AG aus Sicht des Vorstands wirksam. Es finden turnusmäßige Abstimmungen mit dem Risikomanagement zur Lage des IKS statt.
 

Erklärung gemäß § 312 Aktiengesetz

Der Vorstand der SWD AG berichtet für das Geschäftsjahr 2019 über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen. Er erklärt in diesem Bericht abschließend:

„Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.“

Dieser Lagebericht enthält an verschiedenen Stellen Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung des Unternehmens bzw. wirtschaftliche und politische Entwicklungen beziehen, die wiederum Einfluss auf die Unternehmensentwicklung erwarten lassen. Alle in die Zukunft gerichteten Aussagen stellen Einschätzungen dar, die auf der Basis der zum Zeitpunkt der Berichterstellung verfügbaren Informationen getroffen wurden. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder weitere Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den derzeit erwarteten abweichen, sodass eine Gewähr für solche Angaben nicht übernommen werden kann.

 

Düsseldorf, den 25. Februar 2020
Stadtwerke Düsseldorf AG
Der Vorstand

Dr. Udo Brockmeier
Hans-Günther Meier
Manfred Abrahams