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UNSERE ARBEIT EINES JAHRES

Geschäftsbericht 2016

Lagebericht 2016 der Stadtwerke Düsseldorf AG.
der Stadtwerke Düsseldorf AG.
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Grundlagen der Stadtwerke Düsseldorf

Geschäftsmodell


Mehrheitsaktionär mit einem Anteil von 54,95 % ist die EnBW Energie Baden-Württemberg AG (EnBW AG), Karlsruhe. 25,05 % der Anteile gehören der Holding der Landeshauptstadt Düsseldorf GmbH, Düsseldorf. Alleinige Gesellschafterin ist die Landeshauptstadt Düsseldorf. Die übrigen 20 % der Namensaktien befinden sich im Eigentum der GEW Köln AG, Köln.

Die wesentlichen Beteiligungen der Stadtwerke Düsseldorf umfassen die Tochtergesellschaften Gemeinschaftsheizkraftwerk Fortuna GmbH (GHKW Fortuna), Netzgesellschaft Düsseldorf mbH (NGD), AWISTA Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung mbH (AWISTA) sowie die Grünwerke GmbH (Grünwerke). Des Weiteren halten die Stadtwerke Düsseldorf Beteiligungen an den Gesellschaften Neuss-Düsseldorfer Häfen GmbH & Co. KG, REMONDIS Rhein-Wupper GmbH & Co. KG, RheinWerke GmbH (RheinWerke) sowie Stadtwerke Hilden GmbH. Im Geschäftsjahr 2016 wurde die Gemeinschaft für Energieeffizienz GmbH gegründet. Die Stadtwerke Düsseldorf halten einen Geschäftsanteil von 26,4 %. Weitere Gesellschafter sind die Cordes & Graefe KG (54,0 %), die IHD GmbH (13,6 %) und die Rolf Weber Beratung (6,0 %). Über die Strom-, Erdgas-, Trinkwasser- und Fernwärmeversorgung hinaus sind die Stadtwerke Düsseldorf in den Geschäftsfeldern Entsorgung, Energiehandel, Contracting, Erdgasfahrzeuge, Elektromobilität, Energiedienstleistungen sowie in der öffentlichen Beleuchtung tätig.

Bei der Energie- und Trinkwasserversorgung bilden die Stadtwerke Düsseldorf und ihre Tochtergesellschaften die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung in eigenen Anlagen bis zur Verteilung an die Kunden ab. Während die GHKW Fortuna den Vermögensgegenstand Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) hält, akquirieren und betreiben die Grünwerke Erzeugungsanlagen bzw. Beteiligungen im Bereich der regenerativen Energien. Im Unterschied dazu beschäftigt sich die NGD im Wesentlichen mit dem Betrieb und dem Ausbau der Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmenetze.

Seit jeher verfügen die Stadtwerke Düsseldorf über eine eigene Erzeugung von Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Die Erzeugung erfolgt im Kraftwerk Lausward, dem Biomasseheizkraftwerk in Garath und durch Nutzung des Dampfes der Müllverbrennungsanlage (MVA) im Kraftwerk Flingern. Daneben verfügen die Stadtwerke Düsseldorf noch über Heizkessel, ein Gasturbinenspitzenlastkraftwerk und zahlreiche dezentrale Contracting-Anlagen mittlerer und kleiner Leistung. 

Ziele und Strategien


Im Berichtsjahr 2016 wurde die Unternehmensstrategie konsequent umgesetzt und weiterentwickelt.

Die Strategie wird wesentlich durch die Investitionen der Stadtwerke Düsseldorf gekennzeichnet. Herausragende Bedeutung kommt dabei der am 22.01.2016 erfolgten Fertigstellung der GuD-Anlage Block F auf der Lausward zu. Die Anlage leistet mittel- und langfristig einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung der Strom- und Fernwärmeversorgung der Region und zum Erreichen der Klimaschutzziele des Landes und der Stadt. Zum Jahresende 2016 wurde darüber hinaus der Fernwärmespeicher auf der Lausward fertiggestellt. Er wurde nach einer Testphase in das Gesamtsystem aus Erzeugung, Verteilung und Speicherung eingebunden. Er liefert einen wichtigen Beitrag zur Flexibilität des Gesamtsystems und ermöglicht eine wirtschaftlich und technisch optimierte Fahrweise der GuD-Anlage Block F.

Der Wärmeentwicklungsplan wird laufend aktualisiert und weiterentwickelt. Er bildet die Datenbasis für die Investitionen in die Wärmeinfrastruktur Düsseldorfs. Ausgehend von den für die Landeshauptstadt Düsseldorf gebäudescharf ermittelten Wärmebedarfspotenzialen wird der Ausbau der umweltfreundlichen Fernwärme, die Errichtung und Einbindung dezentraler Erzeugungs- und Versorgungsanlagen und erneuerbarer Energien sowie die Einbindung industrieller Abwärmepotenziale erfolgen. Erste Pilotprojekte – unter anderen zur Einbindung von Solarthermie und zur Erzeugung von Kälte aus Wärme – befinden sich in der Umsetzung. Mit der Stadt Düsseldorf besteht ein enger Austausch zu den Fragen des Ausbaus der Wärmeinfrastruktur. Die Stadt unterstützt insbesondere auch den Ausbau der Fernwärme. Im Jahr 2016 wurde dazu gemeinsam mit den Stadtwerken Düsseldorf das Projekt Modellquartier Bilk begonnen.

Große strategische Bedeutung ist der Fernwärme-Verbindungsleitung vom Kraftwerksstandort Lausward zum Fernwärmenetz Garath und ihrer perspektivischen Fortsetzung in Richtung Leverkusen und Köln beizumessen. Die Planungen des Trassenverlaufs in den Düsseldorfer Süden sind aufgenommen und sollen zu Beginn des laufenden Jahres abgeschlossen werden.

Im 2015 gestarteten mehrjährigen Projekt Südstadt geht es um die Modernisierung und Anpassung der Stromnetzstruktur im Hinblick auf eine veränderte Versorgungsaufgabe. Die Verlegung der 110 kV-Kabel in einer Trasse von 10 km Länge und der Bau von zwei neuen Umspannwerken wurden im Berichtszeitraum begonnen. Im laufenden Jahr stehen die Inbetriebnahme der neuen Umspannwerke und sowie die Optimierung der Kabel im Mittelspannungsbereich im Vordergrund.

Die Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien an der Gesamterzeugungskapazität erfolgt planmäßig durch die Grünwerke. Auch im Jahr 2016 wurde bundesweit die Realisierung weiterer Investitionen in Erneuerbare-Energien-Anlagen vorgenommen.

Unverändert sieht sich der Vertrieb einem hohen Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Die Sicherung der Marktposition erfordert weiterhin eine Fokussierung auf die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen im Rahmen des umfassenden Innovationsmanagements sowie Optimierungen der dazu gehörigen Prozesse. Im Berichtsjahr sind hierzu weitere wesentliche Schritte erfolgt.

Neben den Investitionen besitzen die Kooperationen mit der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Industrie, dem Handwerk und dem Handel sowie mit der Kölner RheinEnergie AG und den Stadtwerken Duisburg eine stetig wachsende strategische Bedeutung.

So haben die Themen Wärmeinfrastruktur und Mobilität im Masterplan Industrie 2016 einen besonderen Schwerpunkt der gemeinsamen Aktivitäten von Stadt, Stadtwerken und Industrie gebildet, der in den kommenden Jahren eine noch weiter wachsende Bedeutung gewinnen wird.

Im Projekt Handwerkerportal „Thermobox“ wurde ein gemeinsames Internetportal von den Stadtwerken Düsseldorf, einem bundesweit führenden Großhandelsunternehmen im Heizungsbereich sowie Düsseldorfer Heizungs-, Klima- und Sanitärinnungsbetrieben entwickelt, das 2016 an den Start gegangen ist. Nach einer Probephase ist ein bundesweiter Rollout ins Auge gefasst. Dieses Projekt wird zukünftig unter der neu gegründeten Gemeinschaft für Energieeffizienz GmbH geführt.

Das strategische Ziel der Kooperation mit der RheinEnergie AG im Rahmen der gemeinsamen Tochtergesellschaft RheinWerke ist 2016 erfolgreich weiterverfolgt worden. Dienstleistungen zur Realisierung von Landstromversorgungseinrichtungen werden ab Anfang 2017 aktiv bundesweit vertrieben.

Für die Entwicklung der Netze kommt auch weiterhin den regionalen Kooperationen eine immer stärkere Bedeutung zu. Im Rahmen der Netzkooperation „Rheinschiene“ werden Synergiepotenziale analysiert und Know-how ausgetauscht. Ziel dieser Zusammenarbeit zwischen den Stadtwerken Düsseldorf, der NGD, der RheinEnergie AG, der Rheinische NETZGesellschaft mbH, der Stadtwerke Duisburg AG und der Netze Duisburg GmbH ist es dabei, sich innerhalb der Branche optimal zu positionieren und einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der Muttergesellschaften zu leisten.

Steuerungssystem


Für den Mehrheitsaktionär ist quartalsmäßig ein konsolidiertes Reporting-Package der Stadtwerke Düsseldorf-Unternehmensgruppe, die die wesentlichen Beteiligungen umfasst, nach IFRS zu erstellen. Dabei wird auf Ebene der Steuerungsbereiche Stromerzeugung und Handel, Strom- und Gasvertrieb, Strom- und Gasverteilung, Wasser, Fernwärme, Entsorgung sowie Shared Services berichtet. Das HGB-Ergebnis der Stadtwerke Düsseldorf wird über den Umsatz und das Ergebnis vor Steuern abgebildet. Die Berichterstattung einschließlich Kommentierung der Plan-Ist-Abweichungen an den Vorstand sowie an den Aufsichtsrat erfolgt quartalsweise.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen und Geschäftsverlauf

 

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft ist im Jahr 2016 weiterhin moderat gewachsen. Die weitere Entwicklung sieht der Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung dabei zahlreichen Risiken ausgesetzt. Er nennt hierzu geopolitische Risiken und die politische Unsicherheit in Europa, nicht zuletzt wegen des Brexit Votums. Hinzu treten mögliche Turbulenzen auf den Finanzmärkten und der schwierige Transformationsprozess in China, der seinen Niederschlag in den schwächeren deutschen Exporten findet. Für den Euro-Raum sagt der Sachverständigenrat für 2016 ein reales Wachstum von 1,6 %, für 2017 von 1,4 % voraus. Die Entwicklung für Deutschland wird 2016 mit 1,9 % leicht günstiger als für den Euro-Raum prognostiziert. Der Rückgang der Wachstumsrate ist dabei vor allem auf einen Kalendereffekt (Schaltjahr) zurückzuführen, die grundlegende Wachstumsdynamik bleibe im Wesentlichen erhalten, zunehmend gerate die deutsche Wirtschaft in eine Überauslastung. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts 2016 lag nach Auswertungen des Statistischen Bundesamtes bei 1,9 % nach 1,7 % im Vorjahr.

Der Sachverständigenrat weist darauf hin, dass die fortdauernden europäischen strukturellen Probleme eine Gefährdung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der EU mit sich zu bringen drohen. Einerseits sei durch die lockere Geldpolitik ein wesentlicher Beitrag zum Aufschwung geleistet worden, andererseits sei diese Lockerung in Anbetracht der wirtschaftlichen Erholung nicht mehr angemessen. Einige Länder ließen weiterhin die erforderliche Haushaltsdisziplin vermissen und gingen notwendige Reformen nicht an. Da dies durch die Geldpolitik überdeckt werde, sei die Finanzmarktstabilität gefährdet. Die Problemverschleppung gefährde das europäische Projekt und verstärke die Skepsis gegenüber Europa.

Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Energieverbrauch

Der Primärenergieverbrauch in Deutschland liegt 2016 nach den vorläufigen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. um etwa 1,6 % über dem Niveau des Vorjahres. Ursächlich dafür waren wesentlich die gegenüber dem Vorjahr kältere Witterung, der Schalttag, die anhaltende positive wirtschaftliche Entwicklung und das Bevölkerungswachstum. Dämpfend haben sich die weiteren Fortschritte bei der Energieeffizienz ausgewirkt. Zuwächse gab es bei Erdgas, Mineralöl und Erneuerbaren Energien während Kernenergie, Stein- und Braunkohle Rückgänge verzeichneten. Würde der Energieverbrauch um den Witterungseffekt bereinigt, ergäbe sich eine nur 1 %ige Steigerung.

Die CO2-Emissionen sind nach Einschätzung der AG Energiebilanzen 2016 um 0,9 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Dabei wurde die Minderung des Ausstoßes durch den Verbrauchsrückgang bei Stein- und Braunkohle durch den höheren Erdgas- und Mineralölverbrauch mehr als ausgeglichen. Bereinigt um Witterungseinflüsse und den Schalttag, läge die Zunahme des CO2-Ausstoßes bei 0,6 %.

Der Mineralölverbrauch lag mit einem Plus von 1,8 % über dem Vorjahresniveau. Der Dieselverbrauch nahm um 4,5 %, der Absatz von Flugbenzin um 4 % zu, während der Verbrauch von Ottokraftstoff unverändert blieb. Der Absatz von leichtem und schwerem Heizöl ging jeweils um 3 % zurück.

Der Erdgasverbrauch stieg um rd. 10 %. Ursächlich hierfür war die im letzten Quartal kühlere Witterung sowie der Mehreinsatz in Kraftwerken, insbesondere in KWK-Anlagen und neuen Gaskraftwerken. Der Steinkohleverbrauch sank um 4 %, wobei sich der Einsatz in Kraftwerken um 6,2 % verringerte.

Der Braunkohleeinsatz lag 2016 rund 2,6 % unter dem Vorjahreswert. Die Stromerzeugung aus Braunkohle sank in etwa um den gleichen Betrag.

Der Kernenergiebeitrag sank aufgrund mehrerer außerplanmäßiger Revisionen um 7,4 % gegenüber dem Vorjahr.

Bei den erneuerbaren Energien ergab sich ein Zuwachs von 2,9 %. Dabei entfiel das stärkste Wachstum (+13 %) auf die Wasserkraft ohne Pumpspeicherkraftwerke. Bei der Biomasse gab es ein Plus von 3 %, der Beitrag der Windkraft wuchs um 1 %, der Beitrag der Solarenergie hingegen sank um 1 %.

Unverändert ist der Energiemix auch 2016 stark vom hohen Anteil des Mineralöls (34 %) geprägt. Erdgas deckt momentan rund 23 % des Energiebedarfs, Steinkohle und Braunkohle zusammen ebenfalls rund 23 %. Die erneuerbaren Energien konnten 2016 12,6 % beisteuern.

Wie in den Vorjahren ist zu betonen, dass sich die Problematik des volatilen Anfalls von Strom aus Wind- und Sonnenenergie und damit der Notwendigkeit, witterungsunabhängige Stromerzeugungskapazitäten im Gesamtsystem vorhalten zu müssen, weiter fortgesetzt hat. Die Speicherung von Strom in großen Mengen bleibt weiterhin eine der zentralen Herausforderungen.

2016: Trendwende im Energiemarkt?


Zu Beginn des Jahres hatten noch milde Temperaturen, niedrige Kohle- und Ölnotierungen bei zeitgleicher Erwartung einer zunehmend erneuerbaren Einspeisung zu einem Einbruch der kurzfristigen Spotpreise geführt. Das Jahresbase 2017 erreichte dadurch im Februar ein absolutes Jahrestief von 20,85 Euro/MWh. Steigende Preise bei den fossilen Energieträgern und Befürchtungen der Auswirkungen des Brexit führten dann im weiteren Verlauf des Jahres zu einer Preisspitze bis 35,51 Euro/MWh. Dazu trugen ab September auch erste Meldungen einer möglichen Einschränkung der Produktion aus belgischen und französischen Kernkraftwerken wegen Sicherheitsüberprüfungen bei. Eine kräftige Korrektur vor allem der Steinkohlepreise führte beim Strom dann wiederum zu einem deutlichen Rückgang beim Jahresbase 2017. Anfang Dezember zogen dann die Steinkohlenotierungen erneut deutlich an. Gleichzeitig führten die bereits erwähnten Sicherheitsüberprüfungen an bis zu 30 % der französischen Kernkraftwerke zu ungeplanten Stillständen dieser Kraftwerke und damit zu einem starken Anstieg der Spotpreise, so dass die Basepreise zum Jahresende mit 34,34 Euro/MWh fast wieder den Jahreshöchststand erreichten.

Der Gasmarkt 2016 zeigte sich recht turbulent, mit einer Preisspanne von ca. 4 Euro/MWh bei den Terminpreisen für das Lieferjahr 2017 und von ca. 8 Euro/MWh bei den täglichen Spotmarktpreisen.

Der Preis für Gas NCG mit Lieferjahr 2017 startete mit 15,77 Euro/MWh in das Handelsjahr 2016. Unterbrochen von einer kurzen Preiserholung Ende Januar fiel der Preis auf den Jahrestiefstwert von 13,31 Euro/MWh im April. Dabei folgte der Gaspreis nach einem moderaten Winter den Entwicklungen der Öl- und Kohlepreise. Das ergebnislose Treffen von Opec und Russland im April führte zu einer Marktverunsicherung und einem Preisanstieg durch „Mitnahmeeffekte“ des niedrigen Preisniveaus. Danach stieg der Preis mit einigen Unterbrechungen auf ein Zwischenhoch von 17,80 Euro/MWh am 22.06.2016, weil insbesondere Produktionskürzungen aus dem Gasfeld Groningen von der niederländischen Regierung beschlossen wurden. Volle Gasspeicher, schwächere Ölpreise und befürchtete Nachfrageminderungen als Folge des Brexits führten zu einem Preisverfall bis Mitte September um mehr als 3 Euro/MWh. Steigende Kohle- und Strompreise, eine hohe Stromnachfrage aus Frankreich infolge der Sicherheitsüberprüfung von vielen Kernkraftwerken und zum Jahresende noch die extreme Kälte bewirkten dann einen Preisanstieg auf den Jahreshöchstwert von 18,33 Euro/MWh Ende des Jahres.

Netze in Zeiten großer Herausforderungen

Die zunehmend dezentrale Erzeugung von Strom stellt die Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber vor große Herausforderungen. Die erforderlichen Ausbauten der Übertragungsnetze stoßen in der Regel auf starke Widerstände der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten. Die dezentralen Anlagen müssen an das Verteilnetz angeschlossen und technisch integriert werden. Dies erfordert hohen Personalaufwand, Kosten und Zeit. Die Probleme werden in der Politik wahrgenommen und diskutiert. Es ist davon auszugehen, dass es zu weiteren regulierenden Eingriffen des Staates und damit zu einer weiteren Zunahme an Komplexität des Gesamtsystems kommen wird. Innerhalb der Branche wird es unweigerlich zu weiteren Kooperationen zur Hebung von Synergieeffekten und zu Konsolidierungsprozessen kommen.

Veränderungen der rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

Am 18.04.2016 trat das neue Vergaberecht in Kraft. Die Novellierung stellt die größte Änderung des Vergaberechts in den letzten zehn Jahren dar. Betroffen sind Vergaben oberhalb der EU-Schwellenwerte. Schwerpunkt ist die Änderung der Gesetzessystematik. Mit der Vergaberechtsmodernisierung wurden zahlreiche neue Regelungen in das Gesetz aufgenommen (bspw. eVergabe) sowie in der Rechtsprechung entwickelte Grundsätze kodifiziert (bspw. Inhouse-Vergabe, Vertragsänderungen und Vertragsanpassungen).

Am 30.07.2016 ist das Strommarktgesetz in Kraft getreten. Der Gesetzgeber hat in diesem Gesetz Änderungen des EnWGs und einzelner Verordnungen vorgenommen, um die Ziele der Versorgungssicherheit und die Synchronisierung der Einspeisung und der Entnahme von Strom sicherzustellen. Eingeführt wurde die Kapazitätsreserve. Danach halten Betreiber von Übertragungsnetzen Reserveleistungen vor, um etwaige Bilanzdefizite ausgleichen zu können. Das Instrument der Netzreserve bleibt weiterhin bestehen. Zukünftig können Übertragungsnetzbetreiber netztechnische Betriebsmittel zur Absicherung der Systemstabilität errichten. Ferner wurde die Umlage nach § 19 Abs. 2 StromNEV, die zuvor durch den Bundesgerichtshof (BGH) für nichtig erklärt worden war, geheilt. Damit wurden die Wälzungsmechanismen bei individuellen Netzentgelten zwischen den Netzbetreibern auch rückwirkend gesichert.

Am 02.09.2016 trat das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende in Kraft. Das Gesetz regelt das gesamte Messwesen in der Energiewirtschaft neu. Es verpflichtet die Messstellenbetreiber zur Umrüstung der Messstellen innerhalb gesetzlich vorgegebener Fristen und legt dabei einzuhaltende maximale Preisobergrenzen fest. Verteilnetzbetreiber sind nun aufgerufen, bis zum 30.06.2017 zu entscheiden, ob sie durch Anzeige bei der BNetzA grundzuständiger Messstellenbetreiber werden wollen.

Am 17.09.2016 ist die novellierte Anreizregulierungsverordnung (ARegV) in Kraft getreten. Zentraler Bestandteil der Novellierung ist die Einführung des Kapitalkostenabgleichs ab dem Beginn der dritten Regulierungsperiode, wodurch der Zeitverzug in der Refinanzierung von Investitionen beseitigt wird. Zur Kompensation von wegfallenden positiven Sockelbeträgen vergangener Investitionen wurde eine Übergangsregelung implementiert, die jedoch auf die Dauer der dritten Regulierungsperiode begrenzt wurde. Zwischenzeitlich diskutierte Themen, wie die Abschaffung der Bestabrechnung im Effizienzvergleich, wurden nicht umgesetzt.

Am 24.10.2016 hat die EU-Kommission die Förderung von KWK-Anlagen nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G) genehmigt, nachdem das Gesetz bereits am 01.01.2016 in Kraft getreten war. Mit der Genehmigung konnte die KWK-Förderung unter der Voraussetzung eines Förderbescheids durch die BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) rückwirkend zum 01.01.2016 gezahlt werden. Die Genehmigung des Gesetzes durch die Kommission war wesentliche Voraussetzung für die Einzelnotifizierung von KWK-Anlagen mit einer KWK-Leistung von mehr als 300 MW. Am 14.12.2016 wurden die KWK-Beihilfen für diese KWK-Anlagen, zu denen auch die GuD-Anlage Block F gehört, durch die Europäische Kommission genehmigt. Der Zulassungsbescheid des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle erging am 10.02.2017.

Voraussetzung für die Genehmigung des Gesetzes war eine Änderung des KWK-G, welche zum 01.01.2017 in Kraft getreten ist. Zukünftig werden KWK-Anlagen zwischen 1 und 50 MW nur noch gefördert, wenn sie sich erfolgreich in einer Ausschreibung durchsetzen. Damit werden Ausschreibungen auch für KWK-Anlagen verpflichtend eingeführt. Das geänderte KWK-G gleicht die Privilegierung stromintensiver Unternehmen an das EEG 2017 an und passt diese Regelung an die europäischen Umweltschutz- und Energiebeihilferegelungen an.

Geschäftsverlauf 2016


Im Geschäftsjahr 2016 wurde die Umsetzung der strategischen Ziele in einer Vielzahl von Projekten vorangetrieben.

GuD-Anlage Block F am Kraftwerk Lausward

Das mit einem Investitionsvolumen von rund 440 Mio. Euro größte Projekt der Stadtwerkegeschichte, der Neubau der GuD-Anlage Block F, wurde nach rund zweieinhalbjähriger Bauzeit Ende Januar finanziell und zeitmäßig im Plan abgeschlossen und kommerziell in Betrieb genommen.

Fernwärmespeicher

Zum Jahresende 2016 wurde der Fernwärmespeicher am Standort der GuD-Anlage Block F am Kraftwerk Lausward fertiggestellt. Mittlerweile ist er in das Fernwärmesystem eingebunden. Mit seinem Inhalt kann die Wärmeversorgung im Fernwärmenetz Innenstadt zwischen einem und mehreren Tagen vollständig übernommen werden. Damit steigen Effizienz und Umweltfreundlichkeit des Gesamtsystems weiter an.

Wärmenetz

Der gemeinsam von den Stadtwerken Düsseldorf und der
Landeshauptstadt erarbeitete Wärmeentwicklungsplan ist wesentliche Grundlage für die zwischen Stadt und den Stadtwerken stattfindenden Abstimmungen zum weiteren Ausbau der Wärmeinfrastruktur in Düsseldorf. Auf der Grundlage der gebäudescharf differenzierten Daten zum Wärmebedarf und seiner Deckung im Stadtgebiet Düsseldorfs werden die Investitionen in den Ausbau der umweltfreundlichen Fernwärme, die Einbindung dezentral erzeugter Energie und erneuerbarer Energien sowie die Einbindung industrieller Abwärmepotenziale geplant. Im Jahr 2016 wurde gemeinsam von Landshauptstadt Düsseldorf und Stadtwerken Düsseldorf mit den Arbeiten zum Modellquartier Bilk begonnen. Insgesamt verläuft der Fernwärmeausbau aktuell schneller als in der Mittelfristbetrachtung jahresdurchschnittlich erwartet.

Fernwärmeverbund Rheinland

Von langfristig strategischer Bedeutung ist dieses Projekt, das als Idee einer Brückenbildung zwischen bestehenden Kraft-Wärme-Kopplungszentren in der Metropolregion Rheinland verstanden werden kann. In einem ersten Schritt geht es dabei um eine Verlängerung des Hauptnetzes bis nach Garath zum Anschluss des dortigen Inselnetzes. Die planerischen Vorarbeiten für die Realisierung sollen 2017 abgeschlossen werden. Auf dem Weg nach Garath können Industriebetriebe im Süden der Landeshauptstadt angeschlossen werden, um Wärme sowohl zu entnehmen als auch einzuspeisen.

In Köln gibt es mit der Ausweitung des Fernwärmenetzes im Norden eine ähnliche Entwicklung, sodass über diese beiden Ankerpunkte eine Erschließung der Metropolregion Rheinland erfolgen könnte.

Neben konzeptionellen Überlegungen ist die Umsetzbarkeit dieses Projektes im Rahmen regionaler Zusammenarbeit und die Förderfähigkeit erforderlicher Investitionen weiterhin in Prüfung.

Netzprojekt Rheinschiene

Im Projekt „Rheinschiene“ untersuchen die Stadtwerke, die NGD, die RheinEnergie AG, die Rheinische NETZGesellschaft mbH, die Stadtwerke Duisburg AG und die Netze Duisburg GmbH systematisch Kooperationsmöglichkeiten für den Wertschöpfungsbereich Netze.

Gemeinsam werden in vertrauensvoller Zusammenarbeit mögliche Synergiepotenziale untersucht und bewertet. Hierzu gehören insbesondere die Harmonisierung des Netzbetriebes durch eine zukunftsorientierte Konzeption für die Netzleitstellen, die Gestaltung optimierter einheitlicher Prozesse und Strukturen im Hinblick auf Arbeitsabläufe, Materialeinsatz und Netzbau sowie die regionale Einsetzbarkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wichtige Potenziale werden darüber hinaus in der Einkaufsoptimierung gesehen. Darüber hinaus werden die jeweiligen strategischen Ausrichtungen auf Grundlage der spezifischen städtebaulichen Herausforderungen über die Netzstrategie (Asset Management) optimiert. Ziel ist es dabei, sich innerhalb der Branche optimal zu positionieren und damit einen wesentlichen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg der Muttergesellschaften zu leisten.

Projekt Südstadt

Besonders zu erwähnen ist im Bereich der Stromversorgung das Projekt „Südstadt“, bei dem der Düsseldorfer Süden im Rahmen von anstehenden Erneuerungen eine auf die geänderte Versorgungsaufgabe angepasste Netzstruktur erhält. Dieses in 2015 gestartete Projekt erstreckt sich über mehrere Jahre. Die Arbeiten werden voraussichtlich Mitte 2018 abgeschlossen sein. Bestandteile dieses Großprojektes sind u. a. die in 2016 begonnene Verlegung von 110kV-Kabeln auf einer 10 km langen Trasse, der Bau zweier neuer Umspannwerke sowie die begonnene Optimierung der Kabel im Mittelspannungsbereich.

Projekt CDMA

Die im Zuge der Energiewende immer komplexer werdende Netzstruktur und dem folgend die Netzsteuerung erfordert perspektivisch den Umstieg der Betriebskommunikation auf Funktechnik. Im Projekt CDMA sind 2016 Funksendemasten auf Basis der 450 MHz-Technik errichtet worden. Dies ist die Basis für den Umstieg auf die neue Technik, mit der eine grundlegende Voraussetzung für eine auch künftig sichere Steuerung kritischer Infrastrukturen und für intelligente Netze geschaffen wird.

Projekt Handwerkerportal „Thermobox“

Im Projekt Handwerkerportal „Thermobox“ wurde ein gemeinsames Internetportal der Stadtwerke Düsseldorf mit einem bundesweit führenden Großhandelsunternehmen im Heizungsbereich sowie mit Düsseldorfer Heizungs-, Klima- und Sanitärinnungsbetrieben entwickelt und im August 2016 für die Region Düsseldorf an den Start gebracht. Im weiteren Verlauf ist ein bundesweiter Rollout vorgesehen. Ziel ist es, Impulse für die Modernisierung des dezentralen Wärmemarkts zu setzen und die daraus entstehenden Ertragsopportunitäten für die Stadtwerke Düsseldorf zu nutzen.

App „Stadtwerkzeug“ setzt erfolgreiche Entwicklung fort

Die gemeinsam mit einem Partnerunternehmen entwickelte App „Stadtwerkzeug“ konnte erfolgreich als White-Label-Produkt weiter vermarktet werden. Die App bietet dem Nutzer beispielsweise schnelle Hilfe bei Störungen im Energiebereich und hilfreiche Energiespartipps. Darüber hinaus finden sich unter anderem Hinweise auf freie Stromtankstellen, Parkmöglichkeiten, den Apothekennotdienst und den Abfallkalender sowie News rund um Düsseldorf und Veranstaltungshinweise. Die App ergänzt die bestehenden Produkte und Dienstleistungen und stellt damit einen wesentlichen Baustein für die Zukunftsfähigkeit der Stadtwerke Düsseldorf dar. Bis dato haben bereits 36 Energieversorgungsunternehmen das White-Label-Produkt im Einsatz, weitere Applikationen befinden sich in der Entwicklung.

Projekt „MultimoDus“

In diesem Entwicklungsprojekt bewegen sich die Stadtwerke Düsseldorf in den Bereich der Mobilität. Ziel ist es, Mobilitätsangebote als ganzheitliche Mobilitätsangebote für Bürger und Pendler zu etablieren. Gemeinsam mit der Landeshauptstadt Düsseldorf wurde das Projekt gestartet, bei dem die konzeptionelle Verantwortung bei den Stadtwerken liegt. Zunächst geht
es um die Inbetriebnahme von zwei Mobilitätsstationen und den Aufbau einer digitalen Plattform.

In einer Reihe weiterer Projekte und Arbeitsgruppen wird das Thema Mobilität gemeinsam mit den relevanten externen Akteuren in Düsseldorf bearbeitet. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Tätigkeitsfeld Daten und Systeme zu.

Wohnungswirtschaft und Immobilienentwicklung

In der Landeshauptstadt Düsseldorf gibt es viel Potenzial für die Entwicklung von Immobilien. Die Stadtwerke Düsseldorf verfügen als Unternehmen für die Daseinsfürsorge über zahlreiche Liegenschaften mit unterschiedlichen Nutzungen. In Stadtlagen, die nicht mehr für die Versorgung benötigt werden, sollen zukunftsweisende Projekte für moderne Wohn- und Arbeitswelten entwickelt werden. Hierbei werden energienahe Produkte und Serviceleistungen in einem neuen Zusammenhang zur Anwendung kommen.

Unterstützung von Existenzgründern

Das Start!Werke Gründerstipendium der Stadtwerke hilft Existenzgründern mit Know-how und einem starken Netzwerk. Diese Aktivität generiert neue Impulse und Arbeitsmethoden und schafft Möglichkeiten für konkrete Zusammenarbeit im Rahmen neuer Geschäftsmodelle wie etwa der vernetzten Mobilität oder der App „Stadtwerkzeug“.

Markt- und Wettbewerbsbedingungen

Privat- und Gewerbekunden

Im Segment der Privat- und Gewerbekunden konnten im Jahr 2016 über alle Sparten zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden. Sowohl die Anzahl der Kunden als auch die Absatzmengen haben sich gut entwickelt. Die daraus resultierenden Spartenergebnisse sind gestiegen. Die leicht gesunkenen Werte im Düsseldorfer Versorgungsgebiet konnten trotz des weiter steigenden Wettbewerbsdrucks – auch durch den zunehmenden Eintritt ursprünglich branchenfremder Marktteilnehmer – durch die positive Entwicklung außerhalb des Düsseldorfer Versorgungsgebietes mehr als kompensiert werden. Dieser Erfolg wurde auch durch die verstärkte Nutzung von positiven Effekten aus der Weiterentwicklung der Bereiche Internet-Vertrieb, Social Media und erhöhte Marketingmaßnahmen in potenzialstarken Gebieten erreicht.

Geschäfts- und Industriekunden

Trotz der nach wie vor hohen Wettbewerbsintensität – insbesondere auch außerhalb des Düsseldorfer Vertriebsgebiets – konnte im Bereich der Geschäfts- und Industriekunden im Jahr 2016 in den Sparten Strom und Gas wiederum ein positives Ergebnis erzielt werden. Haupttreiber dieses Ergebnisses sind sowohl das hohe Maß an Kundenorientierung als auch die kontinuierliche Weiterentwicklung des Produktportfolios im Sinne eines ganzheitlichen Dienstleistungsangebots.

Fernwärme

Der weiterhin wachsende Fernwärmemarkt in Düsseldorf trug ebenfalls maßgeblich zum guten Ergebnis der Stadtwerke Düsseldorf bei. In diesem Zusammenhang sind die zahlreichen langfristigen Abschlüsse mit Kunden der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft besonders hervorzuheben.

Abschluss und Beendigung von Kooperationsvereinbarungen und anderen Verträgen sowie wesentliche Rechtsstreitigkeiten

Abnahmevereinbarung

Am 25.01.2016 wurde die Abnahme der GuD-Anlage Block F zwischen der Siemens AG und der GHKW Fortuna mit Wirkung zum 22.01.2016 vereinbart. Die Abnahmevereinbarung regelt den Übergang des Generalunternehmervertrags inklusive Instandhaltungsvertrag von der Gemeinschaftsheizkraftwerk Fortuna GmbH auf die Stadtwerke Düsseldorf. Die Vereinbarung enthält abschließende Regelungen zu den Restmängeln und Fristen für deren Behebung sowie zur Höhe der Gewährleistungsbürgschaften. Mit der erfolgreichen Abnahme ging der kommerzielle Betrieb des Kraftwerks fristgerecht auf die Stadtwerke Düsseldorf über.

Ungeklärt bleibt die Frage, in welcher Höhe Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) Genehmigungsgebühren sowie weitere Gebühren für die Bauüberwachung zu entrichten sind. Wegen dieser Rechtsfrage ist seit dem 06.06.2014 ein Rechtsstreit gegen die Landeshauptstadt Düsseldorf (wegen der Gebühren für Bauüberwachung) sowie seit dem 11.09.2015 gegen das Land Nordrhein-Westfalen (wegen der Gebühr für den Vorbescheid der BImSchG-Genehmigung) vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf anhängig. Das Verfahren gegen die Landeshauptstadt Düsseldorf ist ruhend gestellt.

Gründung der Gesellschaft für Energieeffizienz

Die Stadtwerke Düsseldorf haben am 31.05.2016 die Gemeinschaft für Energieeffienz GmbH gemeinsam mit der Cordes & Graefe KG (54 % der Anteile), der IHD GmbH (13,6% der Anteile) sowie Herrn Rolf Weber als geschäftsführenden Gesellschafter (6?% der Anteile) gegründet. Die Stadtwerke Düsseldorf halten 26,4 % der Anteile. Die Gründung der Gesellschaft ist wesentlicher Bestandteil der Digitalisierungsstrategie der Stadtwerke Düsseldorf. Die Gesellschaft entwickelt und betreibt ein Internetportal zur Vermarktung und zur bundesweiten Vermittlung von standardisierten Rechtsgeschäften wie dem Verkauf von Energie (u.a. Gas und Strom), dem Contracting sowie dem Verkauf, der Montage und Wartung von Wärmeerzeugungssystemen.

Fortführung Rahmenvereinbarung AWISTA

Der bestehende Rahmenvertrag zwischen der AWISTA GmbH und der Stadtwerke Düsseldorf AG zur Verbrennung der Abfälle in der MVA Düsseldorf konnte bis zum 31.12.2023 fortgesetzt werden. Grundlage hierfür war die Ratsentscheidung der Landeshauptstadt Düsseldorf vom 07.07.2016, die bestehenden Leistungsverträge zwischen der Landeshauptstadt Düsseldorf und der AWISTA GmbH nicht zu kündigen.

Klage gegen Amprion

Da die Frage, ob der Flughafen Düsseldorf verpflichtet ist, die EEG-Umlage auf die in seinem geschlossenen Verteilnetz entstandenen Netzverluste für 2011 - 2014 zu entrichten, außergerichtlich nicht geklärt werden konnte, haben die Stadtwerke Düsseldorf die Amprion GmbH mit Klage vom 06.07.2016 auf Rückzahlung der vom Flughafen Düsseldorf durch Wirtschaftsprüfertestat ausgewiesenen EEG-Umlage auf Netzverluste verklagt und der Flughafen Düsseldorf Energie GmbH als Vertragspartner der Stadtwerke Düsseldorf den Streit verkündet. Streitgegenständlich ist eine Forderung in Höhe von 1,3 Mio. Euro.

Klage gegen Siemens

Die Stadtwerke Düsseldorf machen gegen die Siemens AG aufgrund deren Beteiligung an einem Kartell auf dem Markt für gasisolierte Schaltanlagen (sog. GIS-Kartell) Schadenersatzansprüche in Höhe von ca. 4,2 Mio. Euro geltend.

Lage

Finanzielle Leistungsindikatoren


Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren im Rahmen der HGB-Rechnungslegung der Stadtwerke Düsseldorf sind neben dem Umsatz das Ergebnis vor Steuern.

Ertragslage


Das Gesamtertragsvolumen liegt mit 2.092,3 Mio. Euro um 109,5 Mio. Euro über dem Vorjahreswert in Höhe von 1.982,8 Mio. Euro. In den Gesamterträgen der Stadtwerke Düsseldorf sind Umsatzerlöse, Bestandsveränderungen, aktivierte Eigenleistungen, sonstige betriebliche Erträge sowie Erträge aus Beteiligungen, aus Ausleihungen, aus sonstigen Zinsen und aus Gewinnabführungsverträgen enthalten.

Das Gesamtaufwandsvolumen liegt mit 2.027,7 Mio. Euro um 97,7 Mio. Euro über dem Vorjahreswert in Höhe von 1.930,0 Mio. Euro. Die Gesamtaufwendungen beinhalten den Materialaufwand, den Personalaufwand, die Abschreibungen, die Konzessionsabgabe, die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die Abschreibungen auf Finanzanlagen, Zinsen und ähnliche Aufwendungen, Aufwand aus Ergebnisabführungsverträgen, die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die sonstigen Steuern.

Die Stadtwerke Düsseldorf stellten ihren Jahresabschluss zum 31.12.2016 erstmals nach dem Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) auf. Dadurch ist die Vergleichbarkeit einzelner Posten der Gewinn- und Verlustrechnung gegenüber dem Vorjahr eingeschränkt.

Die Umsatzerlöse (nach Abzug der Strom- und Energiesteuer auf Erdgas) betragen 2.042,3 Mio. Euro nach 1.758,6 Mio. Euro im Vorjahr und stellen sich wie folgt dar:

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Umsatzerlöse 2016 2016 2015 2015
Stromverkauf an Endkunden (Menge in Mio. kWh) 3.798,4 617,8 3.768,8 618,0
Stromverkauf Eigenhandelsgeschäfte (Menge in Mio. kWh) 9.275,0 303,6 7.578,6 295,0
Stromverkauf an Weiterverteiler (Menge in Mio. kWh) 3.218,9 107,8 2.706,6 103,2
Stromverkauf Kraftwerksvermarktung (Menge in Mio. kWh) 5.572,7 180,4 2.111,7 95,9
Stromverkauf übrige Handelsgeschäfte (Menge in Mio. kWh) 1.050,3 30,2 1.388,5 44,5
Stromverkauf Gesamt (Menge in Mio. kWh) 22.915,3 1.239,8 17.554,2 1.156,6
Gasverkauf an Endkunden (Menge in Mio. kWh) 4.515,0 185,3 4.353,1 191,2
Gasverkauf Eigenhandelsgeschäfte (Menge in Mio. kWh) 1.490,6 33,0 1.728,4 44,6
Gasverkauf übrige Handelsgeschäfte (Menge in Mio. kWh) 4.455,3 61,2 631,6 12,6
Gasverkauf Gesamt (Menge in Mio. kWh) 10.460,9 279,5 6.713,1 248,4
Wasserverkauf (Menge in Mio. m³) 57,1 87,9 57,2 83,8
Fernwärmeverkauf (Menge in Mio. kWh) 1.272,0 79,7 1.235,0 81,6
Müllverbrennung (Menge in Tsd. T) 442,2 59,6 429,4 59,0
Verkauf von Kraftwerksgas (Menge in Mio. kWh) 152,0 2,7 1.005,8 20,8
Sonstige Umsatzerlöse 293,1 108,4
2.042,3 1.758,6

Die Umsatzerlöse aus dem Stromverkauf an Endkunden liegen nahezu auf Vorjahresniveau. Die Umsatzerlöse aus dem Stromeigenhandel sind um 8,6 Mio. Euro auf 303,6 Mio. Euro gestiegen. Die Umsatzerlöse aus dem Stromverkauf an Weiterverteiler liegen mit 107,8 Mio. Euro um 4,6 Mio. Euro ebenfalls über dem Vorjahreswert. Der deutliche Anstieg des Stromverkaufs aus der Kraftwerksvermarktung von 95,9 Mio. Euro im Vorjahr auf 180,4 Mio. Euro in 2016 resultiert aus den Erzeugungsmengen der neuen GuD-Anlage Block F im Kraftwerk Lausward. Die Umsatzerlöse aus dem Gasverkauf an Endkunden sind aufgrund von Preissenkungen bei um 3,7 % gestiegenen Absatzmengen um 3,1 % auf 185,3 Mio. Euro gesunken. Geringere Handelsaktivitäten im Gaseigenhandel führten zu einem Rückgang der Umsatzerlöse von 44,6 Mio. Euro im Vorjahr auf 33,0 Mio. Euro in 2016 (- 11,6 Mio. Euro). Die sonstigen Umsatzerlöse beinhalten erstmalig Zuschläge für den erzeugten Strom im Rahmen des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes in Höhe von 24,6 Mio. Euro aufgrund der Genehmigung der EU-Kommission zur Förderung des Kraftwerks am Standort Lausward in 2016.

Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen mit 29,8 Mio. Euro um 175,5 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert in Höhe von 205,3 Mio. Euro. In 2016 wurden mit der Einführung des Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetzes Erträge in Höhe von 154,6 Mio. Euro von den sonstigen betrieblichen Erträgen in die Umsatzerlöse umgegliedert. Außerdem wirkten sich im Vorjahr höhere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (30,8 Mio. Euro in 2015, 7,5 Mio. Euro in 2016) aus. Im Berichtsjahr führte die Veräußerung von Grundstücken zu einem Ertrag in Höhe von 17,6 Mio. Euro (Vorjahr 0,4 Mio. Euro).

Der Materialaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um 164,2 Mio. Euro auf 1.689,0 Mio. Euro (+ 10,8 %) gestiegen. Das liegt im Wesentlichen an Gasbezugsmengen für die Stromerzeugung in der GuD-Anlage Block F im Kraftwerk Lausward. Die Gasbezugskosten sind insgesamt von 229,2 Mio. Euro in 2015 auf 308,2 Mio. Euro in 2016 gestiegen (+ 79,0 Mio. Euro). Außerdem ist in 2016 erstmalig das Pachtentgelt für die GuD-Anlage Block F an die GHKW Fortuna in Höhe von 34,9 Mio. Euro ausgewiesen. Darüber hinaus führten gestiegene Netzentgelte sowie Umgliederungen im Rahmen des Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetzes aus den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu dem erhöhten Materialaufwand.

Der Personalaufwand liegt mit 124,2 Mio. Euro in 2016 um 5,7 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert in Höhe von 129,9 Mio. Euro. Das liegt im Wesentlichen an höheren Zuführungen zu Rückstellungen für die 63er-Vorruhestandsregelung in 2015. Zum 01.03.2016 trat eine Tariferhöhung in Höhe von 2,4 % in Kraft.

Die Abschreibungen sind von 42,0 Mio. Euro in 2015 um 1,4 Mio. Euro auf 40,6 Mio. Euro in 2016 gesunken.

Das Konzessionsabgabevolumen entwickelte sich in Abhängigkeit der durchgeleiteten Mengen von 50,3 Mio. Euro im Vorjahr auf 52,0 Mio. Euro in 2016 (+ 1,7 Mio. Euro). Außerdem wurde in 2016 erstmalig neben den Konzessionsabgaben für Strom-, Gas- und Wasserlieferungen auch eine Konzessionsabgabe für Fernwärmelieferungen entrichtet.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von 100,5 Mio. Euro in 2015 auf 62,1 Mio. Euro in 2016 deutlich gesunken. Im Vorjahr waren Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften zu bilden. Des Weiteren wirken sich die Umgliederungen von Aufwendungen in den Materialaufwand im Rahmen des Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetzes aus.

Das Finanzergebnis in 2016 beträgt -8,6 Mio. Euro nach -31,9 Mio. Euro in 2015 und stellt sich wie folgt dar:

Finanzergebnis

2016 Mio. Euro 2015 Mio. Euro
Erträge aus Beteiligungen 17,7 15,9
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 1,1 1,4
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,9 1,4
Abschreibungen auf Finanzanlagen -1,5 0,0
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -17,7 -23,7
Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen 0,0 0,1
Aufwendungen aus Verlustübernahmen -9,1 -27,0
-8,6 -31,9

Der Anstieg bei den Erträgen aus Beteiligungen um 1,8 Mio. Euro resultiert aus höheren Gewinnausschüttungen der Stadtwerke Hilden GmbH, der REMONDIS Rhein-Wupper GmbH & Co. KG, der AWISTA, der Neuss-Düsseldorfer Häfen GmbH & Co. KG, der energieNRW GmbH sowie der Nahwärme Düsseldorf GmbH. Die Abschreibungen auf Finanzanlagen in 2016 betreffen Abwertungen der Beteiligungen an der Sirius EcoTechFonds GmbH (-1,0 Mio. Euro) und an der energieNRW GmbH (-0,5 Mio. Euro). Der Rückgang der Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ist im Wesentlichen auf die deutliche Verbesserung der Kreditkonditionen unter der neuen Unternehmensfinanzierung sowie nochmals gesunkene Einstandsätze am Interbankenmarkt zurückzuführen. Bei den Erträgen aus Ergebnisabführungsverträgen ist 2015 die Gewinnabführung der Grünwerke ausgewiesen. Die Aufwendungen aus Verlustübernahmen der NGD betragen in 2016 8,6 Mio. Euro nach 27,0 Mio. Euro im Vorjahr. Die Verlustübernahme der Grünwerke in 2016 beträgt 0,5 Mio. Euro.

Das Ergebnis vor Steuern in 2016 liegt mit 96,0 Mio. Euro um 13,3 % über dem Vorjahreswert in Höhe von 84,7 Mio. Euro.

Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist von 25,7 Mio. Euro im Vorjahr um 1,1 Mio. Euro auf 26,8 Mio. Euro in 2016 im Verhältnis zum Ergebnis vor Steuern nur geringfügig gestiegen. Im Vorjahr führten periodenfremde Steuereffekte aus den Folgewirkungen der Betriebsprüfung für die Jahre 2006-2009 zu einem erhöhten Steueraufwand.

Damit liegt der Jahresüberschuss für das Jahr 2016 mit 64,5 Mio. Euro um 11,7 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahreswert in Höhe von 52,8 Mio. Euro. Der Vorstand schlägt vor, 50 % des Jahresüberschusses in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen. Der verbleibende Bilanzgewinn und damit die ausschüttungsfähige Dividende beträgt somit für das Jahr 2016 32,3 Mio. Euro nach 26,4 Mio. Euro im Vorjahr.

Finanzlage

Kapitalstruktur

Zum Jahresende weisen die Stadtwerke Düsseldorf einen Finanzmittelbestand von 110,4 Mio. Euro (Vorjahr: 106,4 Mio. Euro) aus.

Es bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Gesellschaftern in Höhe von 497,1 Mio. Euro (Vorjahr: 505,3 Mio. Euro). Alle Darlehen lauten auf Euro und weisen zum 31.12.2016 eine durchschnittliche Verzinsung von 1,9 % p.a. für neue festverzinsliche und 0,75 % p.a. für variabel verzinsliche Darlehen auf. Die Altbestände werden mit durchschnittlich 5,0 % p.a. fest verzinst.

Insgesamt verfügt das Unternehmen über freie kurz- bis mittelfristige Kreditlinien in Höhe von 122,6 Mio. Euro. Der zur Verfügung stehende Avalrahmen von 20,6 Mio. Euro wurde zum 31.12.2016 zu 47,6 % (9,8 Mio. Euro) planmäßig in Anspruch genommen.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2016 wurden insgesamt 56,1 Mio. Euro Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen getätigt. Folgende Investitionsprojekte führten in 2016 zu wesentlichen Zugängen im Anlagevermögen der Stadtwerke Düsseldorf AG:

Das größte Investitionsvolumen der Stadtwerke Düsseldorf betrifft den Netzbereich. Hier wurden neben den auch in den Vorjahren schon erheblichen Investitionen im Bereich der regulierten Netze, auch wesentliche Maßnahmen im Bereich der Fernwärme- und Wasserversorgung vorgenommen. Im Fernwärmebereich ist vor allem die Anbindung des Rheinbahndepots „Am Handweiser“ zu nennen. Des Weiteren wurde mit der Umsetzung des ersten Teilabschnitts des Projektes „Fernwärme Modellquartier Bilk“ begonnen. Die Erschließung des Quartiers erfolgt partnerschaftlich mit dem Umweltamt. Ziel der Maßnahme ist es, geeignete Unterstützungsmaßnahmen der Stadt Düsseldorf für den Fernwärmeausbau zu entwickeln bzw. zu identifizieren. Im Wasserbereich wurde neben den strukturbedingten Erneuerungen der Verteilungsanlagen (u.a. 5 km Leitung) zusätzlich in die Erneuerungen der Wasserversorgungsleitung in Mettmann investiert.

Im Kraftwerksbereich konnten Zugänge durch Investitionen in den Fernwärmespeicher verzeichnet werden. Der Bau des Speichers begann im Jahr 2015 am Standort Lausward und wurde  Ende 2016 abgeschlossen. Der Fernwärmespeicher führt zu einer Effizienzsteigerung der Fernwärmeproduktion, da er die Inanspruchnahme von Heizkesseln als Ersatz für die GuD-Anlage Block A in Zeiten niedriger Strompreise reduziert. Darüber hinaus ermöglicht er eine flexiblere Fahrweise der GuD-Anlage Block F hinsichtlich der Fernwärmeauskopplung. Der Bau des neuen Fernwärmespeichers erforderte zusätzlich den Austausch der alten Fernwärmepumpenanlage. Diese Maßnahme konnte im September 2016 abgeschlossen werden.

Die Investitionen im Bereich Contracting wurden vor allem durch die Wärmeerzeugungsanlage im ISS Dome geprägt. Hier wurden ein Erdgaskessel sowie ein Bioheizkraftwerk gebaut.

Liquidität

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt 60,4 Mio. Euro. Bedeutende Einflussgrößen sind der Rohertrag (353,3 Mio. Euro), der Personalaufwand (-124,2 Mio. Euro) und der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen (-88,5 Mio. Euro). Weitere Einflussgrößen sind gesunkene Rückstellungen (-25,3 Mio. Euro), Erträge aus Grundstücksverkäufen1 (-17,6 Mio. Euro) sowie Ertragsteuerzahlungen (-23,8 Mio. Euro).

(1 Korrektur der Erträge aus Anlagenabgang im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, da der Zahlungsmittelzufluss der Veräußerungserlöse im Cashflow aus der Investitionstätigkeit erfolgt)

Die Veränderungen in Höhe von -99,6 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreswert (160,0 Mio. Euro) sind zurückzuführen auf ein gesunkenes EBITDA (-11,8 Mio. Euro), eine stärkere Abnahme der Rückstellungen (-6,6 Mio. Euro), höhere Erträge aus Anlagenabgang inkl. Grundstücksverkäufen (-16,6 Mio. Euro) sowie höhere Ertragsteuerzahlungen (-4,2 Mio. Euro). Hinzu kommen Effekte aus der anders gerichteten Entwicklung der Aktiva und Passiva. So nehmen die Vorräte, Forderungen etc. im Berichtsjahr im Saldo zu (-16,6 Mio. Euro), im Vorjahr sind sie im Saldo gesunken (+56,4 Mio. Euro; Unterschied: -73,0 Mio. Euro). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen und andere Passiva nehmen im Saldo zu (+7,1 Mio. Euro), im Vorjahr sind sie im Saldo gesunken (-8,3 Mio. Euro, Unterschied: +15,4 Mio. Euro).

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt -12,4 Mio. Euro und wird im Wesentlichen bestimmt durch Investitionen in Sachanlagen (-53,8 Mio. Euro), insbesondere für den Fernwärmespeicher und die Erneuerung und Erweiterung der Netze. Hinzu kommen Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen (-28,8 Mio. Euro). Zahlungszuflüsse stammen im Wesentlichen aus dem Verkauf von Sachanlagen (+24,8 Mio. Euro, davon 17,9 Mio. Euro aus Grundstücksverkäufen) und dem Abgang von Finanzanlagen (+36,4 Mio. Euro). Der Saldo aus Zinseinzahlungen und Ein-/Auszahlungen des Beteiligungsgeschäftes beeinflusst den Cashflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von +10,7 Mio. Euro.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit des Vorjahres in Höhe von -153,9 Mio. Euro beinhaltete höhere Auszahlungen in die Kapitalrücklage der GHKW Fortuna (-105,6 Mio. Euro), für Sachanlagen (-66,5 Mio. Euro) sowie Einzahlungen aus dem Verkauf von Anteilen der Stadtwerke Hilden GmbH (+24,8 Mio. Euro).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von -44,0 Mio. Euro resultiert hauptsächlich aus der Ausschüttung an die Gesellschafter (-26,4 Mio. Euro) sowie aus Zins- (-11,1 Mio. Euro) und Tilgungszahlungen (-10,3 Mio. Euro). Einen positiven Beitrag leisten Einzahlungen aus Baukostenzuschüssen (+1,7 Mio. Euro) und Darlehensaufnahmen (+2,1 Mio. Euro).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit des Vorjahres (+54,9 Mio. Euro) beinhaltete eine Nettodarlehensaufnahme für den Bau der GuD-Anlage Block F in Höhe von 98,4 Mio. Euro.

Die Liquidität war im Berichtsjahr gesichert.

Ergebnisse aus der Kapitalflussrechnung *

2016 Mio. Euro 2015 Mio. Euro
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 60,4 160,0
Cashflow aus Investitionstätigkeit -12,4 -153,9
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -44,0 54,9
Veränderung der Liquidität 4,0 61,0
Liquidität zum Jahresanfang 106,4 45,4
Liquidität zum Jahresende 110,4 106,4

* Aufgrund der Anwendung des DRS 21 i.V.m. DRÄS 6 wurden auch die Vorjahreswerte neu ermittelt (Änderungen aufgrund BilRUG).

Vermögenslage


Bilanzstruktur

2016 Mio. Euro 2015 Mio. Euro
Aktiva
Anlagevermögen 994,0 995,3
Umlaufvermögen, übrige Aktiva 329,3 310,9
Bilanzsumme 1.323,3 1.306,2
Passiva
Eigenkapital 473,9 435,8
Langfristige Schulden 468,5 495,2
Kurzfristige Schulden 380,9 375,2
Bilanzsumme 1.323,3 1.306,2

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Bilanzsumme um rund 1,3 % erhöht.

Die Anlagenquote beträgt 75,1 % und ist im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 %-Punkte gesunken. Im Wesentlichen führten Investitionen in die Verteilungsnetze zu einem Anstieg bei den Sachanlagen in Höhe von 2,4 %. Gegenläufig wirkten sich Kapitalrückzahlungen, Abschreibungen bei den Finanzanlagen sowie planmäßige Tilgungen von langfristig gewährten Darlehen aus. Insgesamt entspricht das Anlagevermögen in etwa dem Vorjahresniveau.

Der Bestand des Umlaufvermögens ist gegenüber dem Vorjahr um 5,8 % angestiegen. Innerhalb dieser Position gab es unterschiedliche Entwicklungen. So stieg das Vorratsvermögen deutlich um 13,5 Mio. Euro an. Wesentlicher Grund für den deutlichen Anstieg sind umfangreichere Kabelbestände für den Ausbau der Südstadt sowie der erhöhte Bestand an Emissionsrechten. Der Bestand an unfertigen Leistungen ist im Wesentlichen aufgrund noch nicht abgerechneter Instandhaltungsleistungen für das neu errichtete Kraftwerk um 4,7 Mio. Euro angestiegen. Für diese Leistungen wurden von der GHKW Fortuna bereits Anzahlungen in gleicher Höhe vereinnahmt. Diese wurden auf der Passivseite der Bilanz unter den „erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen“ ausgewiesen. Die Forderungspositionen bleiben insgesamt auf Vorjahresniveau.

Bank- und Kassenbestände verzeichneten stichtagsbedingt gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 4,0 Mio. Euro. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten stiegen gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,4 Mio. Euro. Der ausgewiesene Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung von verpfändeten Rückdeckungsversicherungen und zugesagten Pensionsverpflichtungen ist in etwa auf Vorjahresniveau verblieben.

Das Eigenkapital vor Gewinnverwendung hat sich aufgrund der 50-prozentigen Thesaurierung des Jahresüberschusses gegenüber dem Vorjahr bei einem um 11,7 Mio. Euro gestiegenen Jahresüberschuss insgesamt um ca. 8,7 % erhöht. Die Eigenkapitalquote ist trotz der angestiegenen Bilanzsumme von 33,4 % (2015) auf 35,8 % (2016) gestiegen.

Die empfangenen Baukostenzuschüsse haben sich aufgrund von planmäßigen Auflösungen um 5,4 % verringert.

Bei den Rückstellungen ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von 6,6 % zu verzeichnen. Diese Verringerung ist in gesunkenen Rückstellungen für Energiebezüge und verjährungsbedingten Auflösungen bei den sonstigen Rückstellungen begründet. Des Weiteren wirken die gestiegenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die gestiegenen Steuerrückstellungen.

Die Verbindlichkeiten weisen insgesamt einen leichten Rückgang von 1,2 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr aus. Ursache ist unter anderem der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aufgrund planmäßiger Tilgungen. Die erhaltenen Anzahlungen stiegen aufgrund der geleisteten Zahlungen der GHKW Fortuna um 3,9 Mio. Euro. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist ein Anstieg in Höhe von 5,1 Mio. Euro bei einer gleichzeitigen Minderung der entsprechenden Rückstellungsposition zu verzeichnen. Aufgrund planmäßiger Tilgungen des Gesellschafterdarlehens reduzierten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern um 2,0 Mio. Euro. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erfolgte ein stichtagsbedingter Rückgang um 2,9 Mio. Euro. Die sonstigen Verbindlichkeiten stiegen im Wesentlichen aufgrund höherer Verbindlichkeiten aus Steuern leicht um 1,0 Mio. Euro.

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten haben sich gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,1 Mio. Euro verringert.

Die Stadtwerke Düsseldorf verfügen über eine stabile Vermögensstruktur sowie eine solide Ertragslage.

Ausführungen zu Tätigkeitsbereichen der Stadtwerke Düsseldorf gem. § 6b Abs. 7 S. 4 EnWG


Tätigkeitsabschlüsse werden für die Bereiche Elektrizitätsverteilung und Gasverteilung erstellt und betreffen die wirtschaftliche Nutzung eines Eigentumsrechts an Elektrizitäts- und Versorgungsnetzen, wobei die Stadtwerke Düsseldorf die Verpächterin dieser Netze sind. Es wird auf die Erläuterungen im Anhang zu diesen Tätigkeitsabschlüssen, die sich aus der Anwendbarkeit des § 268 HGB ergeben, sowie auf die Hinweise zu den Abschreibungsmethoden verwiesen. Darüber hinaus wird auch auf die Angabe der Regeln, nach denen die Gegenstände des Aktiv- und Passivvermögens sowie die Aufwendungen und Erträge den Tätigkeitskonten zugeordnet worden sind, hingewiesen.

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Integriertes Managementsystem der Stadtwerke Düsseldorf (Umwelt- und Energiemanagementsystem)

Zur Umsetzung und Sicherstellung der Unternehmensziele haben die Stadtwerke Düsseldorf in ein bestehendes Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001 ein Energiemanagementsystem DIN EN ISO 50001 eingeführt. Das integrierte Managementsystem (Umwelt- und Energiemanagementsystem - IMS) ist ein Werkzeug, um Umweltschutz, Ressourcen- und Energieeffizienz kontinuierlich zu verbessern.

Im März 2016 wurde ein Überwachungsaudit gemäß DIN EN ISO 14001 für die Stadtwerke Düsseldorf und die Grünwerke als 100 % Tochter der Stadtwerke Düsseldorf sowie des unternehmensweiten Energiemanagementsystems gemäß DIN EN ISO 50001 erfolgreich durchgeführt.

Das Zertifikat nach DIN EN ISO 50001 ist u.a. Voraussetzung, um weiterhin den Spitzensteuerausgleich beantragen zu können. Mit diesem System sind die Stadtwerke Düsseldorf auch vorbereitet auf die rechtlichen Anforderungen aus der Energieeffizienz-Richtlinie der EU bzw. erfüllen die Anforderungen aus dem Energiedienstleistungsgesetz zur Durchführung von Energieaudits.

Ebenfalls konnte das Zertifikat Entsorgungsfachbetrieb für die Müllverbrennungsanlage verlängert werden. Dieses ermöglicht eine privilegierte Nachweisführung als Entsorgungsanlage.

Mit der Einführung sowie der kontinuierlichen Verbesserung des Energiemanagementsystems lässt sich außerdem der Energiebedarf im Unternehmen senken, die Energiebilanz optimieren, der CO2-Ausstoß verringern und die Wirtschaftlichkeit erhöhen.

Wesentliche Projekte diesbezüglich sind der Neubau der GuD F, die durch ihren Gesamtnutzungsgrad von bis zu 85 % zu einem geringeren Energieeinsatz und umweltfreundlicher Fernwärmeversorgung für die Innenstadt und die linksrheinischen Gebiete führen wird. Auch durch den Ausbau der Erzeugungsanlagen der Grünwerke werden wertvolle fossile Energieressourcen geschont und ein Beitrag zur CO2-Minderung geleistet.

Im Jahr 2016 hat die Bezirksregierung Düsseldorf vier Umweltinspektionen auf Basis der IE-RL Richtlinie 2010/75/EU durchgeführt. Für alle vier Anlagen bzw. Standorte Kraftwerk Lausward, Biomasseheizkraftwerk Garath, Heizwerk Garath und Kraftwerk Flingern führten die Umweltinspektionen zu dem hervorragenden Ergebnis „keine Mängel“.

Energieaudits

Das EDL-G (Energiedienstleistungsgesetz) ist zum 15.04.2015 geändert worden. Seit 21.04.2015 ist es im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und damit gültig. Das bedeutet, dass alle Unternehmen, die nach EU-Definition nicht als kleine oder mittlere Unternehmen gelten, ein Energieaudit oder ein zertifiziertes Energiemanagementsystem bis 05.12.2015 nachweisen müssen.

Durch ein Energieaudit (nach § 8 EDL-Gesetz sowie nach Artikel 8 Absatz 4 der EU-Energieeffizienz-Richtlinie 2012/27/EU (EED) lassen sich die wesentlichen Energieflüsse eines Unternehmens offenlegen und Energieeffizienzpotenziale identifizieren. Grundlage hierfür ist die systematische Erfassung und Analyse der Energiedaten von Anlagen und Gebäuden. Im Ergebnis wird ein Abschlussbericht erstellt, der vorhandene Energieeinsparpotenziale ausweist und auf der Basis von Wirtschaftlichkeitsberechnungen sinnvolle Energieeffizienzmaßnahmen empfiehlt.

Die Stadtwerke Düsseldorf und ihre Beteiligungsgesellschaften haben die Anforderung an ein Energieaudit nach DIN 16247-1 geprüft und erforderliche Energieaudits im Jahr 2016 termingerecht und erfolgreich durchgeführt.

Die Stadtwerke Düsseldorf führen Energieaudits mit BAFA-gelisteten Auditoren durch und sind somit Unterstützer der Kunden beim Zukunftsthema Energieeffizienz und Energietransparenz.

Kundenstamm und Kundenzufriedenheit

Die Kundenzufriedenheit und die Loyalität der Kunden bleiben auf hohem Niveau stabil trotz einer Strompreiserhöhung im Frühjahr und weiter gestiegenem Wettbewerbsdruck. Neue Wettbewerber sind in den Markt getreten und die großen Vergleichsportale verweisen mit großem Medieneinsatz auf die hohen Einsparmöglichkeiten beim Wechsel des Strom- bzw. Gasanbieters.

Regelmäßig durchgeführte Marktforschungsstudien zeigen, dass Kunden mit den Leistungen der Stadtwerke Düsseldorf weiterhin sehr zufrieden sind, insbesondere mit der Versorgungssicherheit und dem kundenfreundlichen Service.

Die Marke Stadtwerke Düsseldorf genießt einen guten Ruf und das Image entwickelt sich weiter positiv. Zuverlässigkeit, Professionalität, gute Erreichbarkeit, engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ein hohes Maß an sozialem Engagement für Düsseldorf und die Region zeichnen die Marke in besonderem Maße aus. Das Vertrauen der Kundinnen und Kunden in die Stadtwerke Düsseldorf ist weiterhin sehr hoch. Sie fühlen sich bei den Stadtwerken gut aufgehoben und würden die Marke weiterempfehlen.

Die bei allen Düsseldorfern sehr bekannte und geschätzte I-love-Kampagne unterstützt das Ansehen der Stadtwerke Düsseldorf in hohem Maße. Markenbekanntheit und Werbeerinnerung sind auf hohem Niveau nochmals leicht gestiegen und heben sich weiterhin deutlich vom Wettbewerb ab.

Die Vielzahl an Marketingaktionen in diesem Jahr rund um die Inbetriebnahme der GuD-Anlage Block F („Block Fortuna“) am Kraftwerk Lausward und um das 150-jährige Firmenjubiläum haben die Markenbekanntheit und die Kundenbindung gestärkt.

Personalbericht

Führung

In 2016 wurde nach den bereits durchgeführten Führungskräfteentwicklungsprogrammen für die Leiter 1 und 2 Ebene ein Hauptaugenmerk auf die Schulungen der Leiter 3 gelegt, die seit Ende 2015 und 2016 neu in ihrer Funktion sind. 18 neue Führungskräfte wurden und werden intensiv von der Personalentwicklung begleitet. Abhängig von den persönlichen Entwicklungsbedarfen, den Rahmenbedingungen und den besonderen beruflichen Anforderungen erhielten neue Führungskräfte externe und interne Seminare, Coachings, Moderationen von Starthilfen sowie kollegiale Beratungen. 2016 haben insgesamt 25 Personen ein Coaching in Anspruch genommen, davon wurden sieben Personen von internen Coaches gecoacht. Insgesamt wurden die Beschäftigten der Stadtwerke Düsseldorf an 344 Tagen (ohne fachbezogene Weiterbildungen) geschult. Des Weiteren wurden 10 Wissensstafetten durchgeführt.

Kompetenzen, Talente, Nachwuchs, Demografie

Eine zentrale Herausforderung ist es weiterhin, qualifizierte Fachkräfte für unser Unternehmen zu gewinnen, Nachwuchskräfte frühzeitig auszubilden und etablierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedarfsorientiert zu fördern und weiterzuentwickeln. Eine erfolgreiche demografieorientierte Personalarbeit zeichnet sich durch eine strategisch nachhaltige Nachwuchssicherung aus.

Ausbildung

Um die weiteren Spitzen der Verrentung in den Jahren 2017-2021 abdecken zu können, werden im Durchschnitt jedes Jahr rund 30 junge Menschen ausgebildet. Erstmalig werden wir 2017 den Studiengang Energieinformatiker in Kooperation mit der Hochschule Düsseldorf ausbilden. Im Jahr 2016 wurden die Stadtwerke Düsseldorf zum fünften Mal in Folge erneut als anerkannter Ausbildungsbetrieb für ihre hervorragenden Leistungen von der IHK ausgezeichnet.

Vorgezogene Altersrente

12 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben 2016 einen Aufhebungsvertrag für den vorzeitigen Ruhestand im Rahmen einer internen Betriebsvereinbarung unterschrieben.

Digitalisierung des Personalbereichs

In einem gemeinsamen Projekt von Personal- und Informationsmanagement sowie mit Beteiligung des Betriebsrates sollen heute noch auf Papier ausgeführte Prozesse wie Zeitnachweis, Urlaubsbeantragung und Dienstreiseantrag/-abrechnung auf einen digitalen Workflowprozess umgestellt werden. Hierdurch wird es den Beschäftigten ermöglicht, diese Daten eigenständig und papierlos in SAP/HCM zu erfassen und die Führungskräfte werden in die Lage versetzt, Genehmigungsprozesse papierlos und workflowbasiert vorzunehmen sowie selbständig definierte Auswertungen zu erstellen.

Ab April 2017 ist eine sukzessive Produktivsetzung für alle ca. 1.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den Stadtwerken Düsseldorf, NGD, Grünwerke und AWISTA mit PC-Arbeitsplatz vorgesehen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement [BGM]

Auf Basis der strategischen Ausrichtung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements reagieren die Stadtwerke Düsseldorf mit zielgruppenorientierten Aktivitäten. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft zu stärken und nachhaltig zu sichern. Wichtige Elemente sind die Fachberatung zu Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit, die betriebliche Gesundheitsförderung mit vielfältigen Angeboten zu Themen der physischen, psychischen und sozialen Gesundheit und das betriebliche Eingliederungsmanagement. Im institutionalisierten Mitarbeitergespräch ist das Thema Jobfitness ein fester Bestandteil. Bei allen Aktivitäten wird dem Gedanken der Prävention gefolgt.

Erklärung zur Frauenquote

Jede dritte Neubesetzung in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands (Leiter 1) und in der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands (Leiter 2) soll mit einer Frau erfolgen. Gemäß dem „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ hat der Vorstand für die Stadtwerke Düsseldorf festgelegt, den Frauenanteil in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands von aktuell 15,38 % bis zum 31.12.2020 auf 18 % zu steigern. Im gleichen Zeitraum soll der Frauenanteil in der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands von aktuell 14,29 % auf 20 % steigen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Zahlen, Daten, Fakten

Zum 31.12.2016 beschäftigten die Stadtwerke Düsseldorf 1.464 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr 1.517), einschließlich 38 Beschäftigte in der Passivphase der Altersteilzeit, 39 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Freistellung für vorzeitigen Ruhestand im Rahmen einer internen Betriebsvereinbarung, 2 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in sonstiger Freistellung und 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ruhenden Arbeitsverhältnissen. Der Anteil der weiblichen Beschäftigten an der Gesamtbelegschaft beträgt 26,0 % (Vorjahr 26,4 %). Der Frauenanteil in den Führungspositionen beträgt 13,1 % (Vorjahr 14,3 %). In Teilzeit waren 242 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr 243) einschließlich 74 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Teilzeit-flex beschäftigt, davon insgesamt 69 % Frauen. An Mobiler Arbeit haben im Jahr 2016 66 Beschäftige (Vorjahr 47) teilgenommen. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit beträgt 23,0 Jahre (Vorjahr 22,5 Jahre). Das Durchschnittsalter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liegt bei 49,9 Jahren (Vorjahr 49,4 Jahre).

Ausblick

Um jüngere Generationen für die Stadtwerke Düsseldorf zu gewinnen, werden die sozialen Medienkanäle die zukünftigen Rekrutierungsmaßnahmen und -kampagnen maßgeblich prägen. Zur Optimierung und Beschleunigung der administrativen Prozesse ist es geplant, in der Rekrutierung ein neues Bewerbermanagementsystem einzusetzen. Damit verbunden ist auch die Prüfung und das Setting des employer brands der Stadtwerke Düsseldorf und der NGD. Im Rahmen der Personalentwicklung werden ebenfalls neue Wege eingeschlagen. Das Lern-Management-System (LMS) wird hin zu einem aktiv nutzbaren PE-Campus (PE-Fabrik) erweitert und sichert somit ein passendes und effizientes Angebot des Lernens und Arbeitens in einer digitalen Welt der Stadtwerke Düsseldorf, NGD und Grünwerke. Im Frühjahr 2017 ist geplant, einen Großteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Bereichen Erzeugung und Entsorgung in die Netzgesellschaft Düsseldorf zu überführen, um die technischen Kompetenzen der Erzeugung, Entsorgung und Verteilung in einer Gesellschaft zu bündeln.

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Situation

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung geht in seinem Jahresgutachten 2016/2017 davon aus, dass die Weltwirtschaft auch 2017 weiterhin moderat wachsen wird. Er weist jedoch darauf hin, dass dieses Wachstum zahlreichen Risiken ausgesetzt ist. Für den Euro-Raum wird dabei für 2017 ein Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes von 1,4 % nach 1,6 % in 2016 erwartet. Vor diesem Hintergrund wird sich auch die konjunkturelle Lage Deutschlands 2017 stabil entwickeln. Nach einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 1,9 % im Jahre 2016 wird für 2017 ein geringeres Wachstum von 1,3 % erwartet.

Der Sachverständigenrat zeigt auf, dass auch in Deutschland weiterhin erheblicher zukunftsgerichteter wirtschaftspolitischer Handlungsbedarf besteht. Dazu gehören die Bildungspolitik als Mittel, langfristig der Ungleichheit von Einkommen und Vermögen entgegenzuwirken, die Stärkung der Aufnahmefähigkeit des Niedriglohnsektors, die Bekämpfung der Fluchtursachen, um dem Migrationsdruck zu begegnen, europäische Regeln zur Migration und für einen effektiven Schutz der EU–Außengrenzen, die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen. Ferner führt der Sachverständigenrat an: Die Rückführung der Schuldenquote der Öffentlichen Haushalte, eine Reform der Unternehmensbesteuerung, um die Wettbewerbsfähigkeit der Deutschen Wirtschaft zu festigen, die Koppelung des Renteneintrittsalters an die fernere Lebenserwartung sowie die Einführung einer Bürgerpauschale mit integriertem Sozialausgleich für eine einkommensunabhängige Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung.

Branchensituation

Die für 2017 erwartete positive konjunkturelle Entwicklung könnte in Deutschland mit einem leichten Anstieg des Energieverbrauchs einhergehen. Wegen des starken Einflusses der Witterung auf den Wärmebedarf ist aber eine valide Prognose für den Jahresenergieverbrauch nicht möglich.

Gemäß Veröffentlichung der vier Übertragungsnetzbetreiber wird die EEG-Umlage 2017 bei 6,880 Cent/kWh liegen. Verglichen mit dem Jahr 2016, in dem die Umlage bei 6,354 Cent/kWh lag, erhöht sie sich um 8,3 %. Der Umlagebetrag liegt dann insgesamt bei 23,98 Milliarden Euro (Vorjahr 22,88 Milliarden Euro).

Die Prognosen für die Strom- und Gaspreisentwicklungen auf den europäischen Großhandelsmärkten auf Basis der aktuellen Terminmarktnotierungen bleiben auch 2017 von Unsicherheiten bezüglich der Angebots- und Nachfrageentwicklungen und der konjunkturellen Entwicklung geprägt. Anfang 2016 wurden für Anfang 2017 bei Strom 26,32 Euro/MWh, bei Gas 15,77 Euro/MWh erwartet. Tatsächlich lagen die Schlusskurse der Forwardpreise für Strom bei 34,34 Euro/MWh und für Gas bei 18,33 Euro/MWh. Für 2017 wird mit einer Seitwärtsbewegung der Strom- und Gas-Großhandelspreise gerechnet.

Für die Kohle ist nach der deutlichen Verteuerung im Jahre 2016 jede Prognose schwierig. Für Öl wird nach der Preiserholung im Berichtsjahr eine Seitwärtsbewegung erwartet.

Die Wettbewerbssituation – und damit der Preisdruck auf alle Marktteilnehmer – wird sich voraussichtlich auch 2017 nicht entspannen, sondern tendenziell weiter verschärfen.

Ex-post-Analyse der Prognosen im vorjährigen Lagebericht:

Für die Strom- und Gaspreisentwicklung auf den europäischen Großhandelsmärkten wurde im Vorjahr beim Strom eine Seitwärtsbewegung, beim Gas eine Seitwärtsbewegung allenfalls ein leichter Anstieg erwartet. Beobachtet wurde stattdessen ein Fallen der Großhandelspreise bei Strom bis in den Februar und ein deutlicher Anstieg seit dem Sommer bis zum Jahresende, beim Gas zunächst ein dramatischer Preisverfall, dem dann eine deutliche Erholung folgte. Für die Mineralölpreise wurde für den Jahresverlauf mit einer Preiserholung gerechnet, die so auch eingetreten ist. Für die Kohle wurden sinkende Preise erwartet, stattdessen haben sich deutliche Verteuerungen eingestellt.

Situation der Stadtwerke Düsseldorf

Auch 2017 wird in einer Reihe von Projekten die weitere Ausgestaltung und Umsetzung der Strategie sowie die Optimierung interner Prozesse und Strukturen im Mittelpunkt stehen. So ist für 2017 in konsequenter Weiterentwicklung der seit 2011 bestehenden großen Netzgesellschaft die Verlagerung der technischen Betriebsführung der Kraftwerke und der Müllverbrennungsanlage mit rund 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur NGD vorgesehen. Hierdurch werden Ressourcen im Bereich des technischen Personals gebündelt. Strategische und marktrelevante Aufgaben der Erzeugung und der Entsorgung verbleiben bei den Stadtwerken Düsseldorf. Auch Kooperationsprojekten wird eine wachsende Bedeutung zukommen. Auf Führungskräfte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke kommen damit weitere Belastungen und Mehrarbeit zu.

Die gemeinsame Tochtergesellschaft von RheinEnergie AG und Stadtwerken Düsseldorf, die RheinWerke, hat auch 2016 die Erarbeitung von Ansätzen für künftige Aktivitäten in den Feldern Fernwärmeversorgung, Elektromobilität, Erneuerbare Energien und Landstromversorgung fortgesetzt. Die ersten Einrichtungen zur Landstromversorgung von Fahrgastkabinenschiffen wurden in Köln realisiert. In Düsseldorf und Köln werden im Jahre 2017 weitere Anlagen folgen. Ab Anfang 2017 werden Dienstleistungen zur Planung, Realisierung und Betrieb von Landstromversorgungseinrichtungen bundesweit aktiv vertrieben.
 
Im Projekt „Rheinschiene“ untersuchen die Stadtwerke, die NGD, die RheinEnergie AG, die Rheinische NETZGesellschaft mbH, die Stadtwerke Duisburg AG und die Netze Duisburg GmbH weiterhin systematisch Kooperationsmöglichkeiten für den Wertschöpfungsbereich Netze. Ziel ist es dabei, sich innerhalb der Branche optimal zu positionieren und damit einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg des Mutterunternehmens zu leisten. Gemeinsam werden hierzu in vertrauensvoller Zusammenarbeit mögliche Synergiepotenziale untersucht und bewertet. Hierzu gehören u. a. die Harmonisierung des Netzbetriebes durch eine zukunftsorientierte Konzeption für die Netzleitstellen, die Gestaltung optimierter, einheitlicher Prozesse und Strukturen und die Optimierung der jeweiligen strategischen Ausrichtungen auf Grundlage der spezifischen städtebaulichen Herausforderungen. Entsprechend den geschlossenen Kooperationsvereinbarungen werden weitere Felder für eine unternehmerische Arbeit geprüft.

Das Planergebnis für das Jahr 2017 basiert auf den energiewirtschaftlichen Prämissen der Konzernmutter EnBW. Für das kommende Jahr werden Umsatzerlöse in Höhe von rund 1,8 Mrd. Euro und ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von rund 78 Mio. Euro erwartet.

Aufgrund der Ausweisänderungen infolge des Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) ab dem Jahresabschluss 2016 sind erhebliche Abweichungen in den Positionen Umsatzerlöse, Materialaufwand, sonstige betriebliche Erträge und sonstige betriebliche Aufwendungen zum Plan 2016 festzustellen. Dies geschieht ohne Auswirkung auf das Gesamtergebnis. U.a. aufgrund der Genehmigung staatlicher Beihilfen und der erfolgten Einzelnotifizierung für hocheffiziente KWK-Anlagen in Deutschland von Seiten der EU-Kommission im Dezember konnten die im Vorjahr prognostizierten Umsatzerlöse darüber hinaus jedoch auch mit Wirkung auf das Gesamtergebnis übertroffen werden. Das Ergebnis vor Steuern liegt rund 26 Mio. Euro über dem prognostizierten Ergebnis von 2016.

Die Investitionsplanung des kommenden Jahres wird hauptsächlich durch Investitionen in die Netze in Höhe von 50,4 Mio. Euro bestimmt. Hierbei liegt ein Großteil der Investitionen in Einzelmaßnahmen über alle Sparten im Bereich der Erweiterungen und Erneuerungen von Versorgungs- sowie Anschlussleitungen. Darüber hinaus erfolgt die finale Abwicklung von Netzbaumaßnahmen, die durch eine verspätete Fertigstellung zur Verschiebung von Mittelausgaben nach 2017 geführt haben. Der Gasbereich wird wesentlich durch die Maßnahme „Marktraumumstellung“ geprägt. Bis voraussichtlich Ende 2028 werden alle Gasleitungen im DVG vom niederkalorischen L-Gas auf hochkalorisches H-Gas umgestellt, da die inländische L-Gas-Produktion signifikant zurückgefahren wird und die L-Gas-Importmengen aus den Niederlanden stark rückläufig sind. Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt wird der Ausbau der Fernwärmeversorgung sein. Zu diesem Zweck ist u.a. eine Fernwärmetrasse geplant, die das Heizkraftwerk Garath mit dem Heizkraftwerk Lausward verbinden soll. Der Bau soll nach aktueller Planung 2020 abgeschlossen sein. Weitere Investitionen fließen in den Immobilienbereich. Hier soll der Grundstein zur Nutzung und Vermarktung neuer Techniken im Smart Home-Bereich gelegt werden.

Die weiterhin konsequente Ausrichtung an der Hebung von Effizienzsteigerungspotenzialen durch Optimierung von Geschäftsprozessen und an der Nutzung von Einsparmöglichkeiten wird die Stadtwerke Düsseldorf auch 2017 weiterhin beschäftigen. Hierzu leistet die Personalstrategie mit an den künftigen Anforderungen orientierten Qualifizierungsmaßnahmen entscheidende Unterstützung. Der Personalbestand wird 2017 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres gehalten. Die im Vorjahr geplante Erhöhung des Personalbestandes um 2,95% wurde nicht erreicht, stattdessen verminderte sich der Personalbestand um 53 Beschäftigte. Dies lag u.a. an den Effizienzsteigerungspotenzialen, an der Fremdvergabe des Casinos sowie an verschobenen externen Zugängen in das neue Geschäftsjahr 2017.

Gleichzeitig sind dauerhaft vermehrte Anstrengungen erforderlich, durch die Entwicklung neuer margenträchtiger Produkte und Dienstleistungen die Ertragskraft der Stadtwerke Düsseldorf nachhaltig zu steigern. Die Kundenzufriedenheit und der Kundenstamm sollen auf hohem Niveau stabil gehalten werden. Dieses Ziel konnte 2016 erreicht werden.

Risiko- und Chancenbericht

Beschreibung des Risikomanagements

Die Organisation und Arbeitsweise des Risikomanagements dient dem Ziel, den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens zu sichern, indem Risiken und Chancen laufend identifiziert und überwacht, die Risiken begrenzende Maßnahmen initiiert werden und die Berichterstattung an die Entscheider innerhalb des Unternehmens gewährleistet wird.

Durch die Verzahnung von Risikomanagement und internem Kontrollsystem (Teilbereich Unternehmenssteuerung) zum integrierten Risikomanagement (iRM) wurden die Prozesse und Methoden nach EnBW-Konzernvorgaben für die Stadtwerke Düsseldorf vereinheitlicht. Durch das iRM werden die Risiken der Stadtwerke Düsseldorf wirksam überwacht.

Die Aufgaben des iRM werden von der zentralen Organisationseinheit Risikomanagement sowie den Risikoverantwortlichen und den dezentralen iRM-Beauftragten wahrgenommen. Die Maßstäbe ihrer Tätigkeit sind in einem verbindlichen Regelwerk in Form einer unternehmensweit gültigen Richtlinie konkretisiert.

Die Organisationseinheit Risikomanagement ist die zentrale Stelle, deren Aufgabe es ist, erkannte Risiken zu erfassen, deren Auswirkungen umfassend zu beurteilen und Steuerungsmöglichkeiten aufzuzeigen sowie die Risikoberichte an die Unternehmensleitung zu erstellen.

Eine effektive Durchführung des Risikomanagementprozesses kann nur mit genauer und umfassender Kenntnis sämtlicher operativer Prozesse des Unternehmens erfolgen. Voraussetzung eines erfolgreichen Risikomanagements ist daher die Zusammenarbeit des zentralen Risikomanagements mit den Fachabteilungen.

Diese Zusammenarbeit ist organisatorisch durch die Zuordnung sämtlicher Risiken zu den Risikoverantwortlichen sichergestellt. Risikoverantwortlich sind diejenigen Träger von Leitungsfunktionen, in deren Fachbereich ein Risiko sich realisieren könnte und gesteuert werden kann.

Bei dieser Aufgabe werden sie von den dezentralen iRM-Beauftragten unterstützt, die sie aus ihren Fachabteilungen benennen. Die dezentralen iRM-Beauftragten leisten die ständige Beobachtung ihres Fachbereiches im Hinblick auf neu entstehende und sich ändernde Risikolagen und arbeiten dabei mit dem Risikomanagement zusammen.

Aufgrund der personellen und organisatorischen Integration des Risikomanagementprozesses in das operative Geschäft sind sowohl seine Effektivität als auch seine ständige Anpassung an die Bedürfnisse des Unternehmens gewährleistet.

Der Risikoausschuss tagt grundsätzlich sechsmal im Jahr. Er erhält einen Bericht über die fünf größten Risiken der Stadtwerke Düsseldorf gemäß finanzieller Auswirkungen über den Planungszeitraum sowie über weitere Risiken, die zum jeweiligen Termin berichtsrelevant sind.

Das Risikomanagement berichtet regelmäßig in Form von Berichten an den Vorstand der Stadtwerke Düsseldorf über die Risikolage. Der Vorstand der Stadtwerke Düsseldorf informiert den Aufsichtsrat auf Basis detaillierter Berichte über die jeweils aktuelle Risikosituation.

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Düsseldorf überwacht im Sinne des § 107 AktG die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. Der Finanzausschuss des Aufsichtsrates befasst sich in seinen Sitzungen unter anderem auch mit dem Risikomanagementsystem. In diesen berichtet der Vorstand über die Risiken. Er erläutert, welche Maßnahmen ergriffen werden, um Risiken zu überwachen und zu steuern. Ebenso wird Auskunft über die Angemessenheit und Funktionsfähigkeit von Risikoüberwachung und Risikomanagementsystem erteilt.

Risikoberichterstattung

Strategisch
Umfeld- und Branchenrisiken

Der Aufschwung in Deutschland und im Euro-Raum setzt sich fort. Die Bundesregierung erwartet in ihrer Herbstprojektion 2016 einen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts von 1,8 % im Jahr 2016 und von 1,4 % im Jahr 2017. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung rechnet in seinem Jahresgutachten vom November 2016 für Deutschland mit Zuwachsraten des realen Bruttoinlandsprodukts von 1,9 % im Jahr 2016 und 1,3 % im Jahr 2017. Der prognostizierte Rückgang der Zuwachsrate ist vor allem auf einen Kalendereffekt zurückzuführen, die zugrunde liegende Wachstumsdynamik bleibt im Wesentlichen erhalten. Für den Euro-Raum prognostiziert der Sachverständigenrat ein reales Wachstum von 1,6 % im Jahr 2016 und 1,4 % im Jahr 2017.

Bedingt durch die Energiewende ergeben sich weiterhin Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen in der Versorgungsbranche. Nachdem am 01.01.2016 das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz 2016 (KWKG 2016) in Kraft getreten ist, erfolgte im Anschluss die Überprüfung des Gesetzes durch die EU-Kommission bezüglich der EU-Beihilfe-Leitlinie. Dadurch waren einige wesentliche Regelungen des KWKG 2016 unter Vorbehalt der Zustimmung der EU-Kommission gestellt. Im August 2016 gab das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) bekannt, dass mit der EU-Kommission eine grundsätzliche Verständigung über das Genehmigungsverfahren des KWKG 2016 erreicht worden ist. Demnach werden Bestandsanlagen rückwirkend zum 01.01.2016 gefördert. Am 14.12.2016 wurden die KWK-Beihilfen für diese KWK-Anlagen, zu denen auch die GuD-Anlage Block F gehört, durch die Europäische Kommission genehmigt.

Für die Vermarktung der Stromproduktion am Großhandelsmarkt bestehen insbesondere aufgrund stark schwankender Rohstoff- und Strompreise Auslastungs- und Margenrisiken.

Soweit in Verbindung mit den Risiken der Erzeugung auch Verluste aus schwebenden Geschäften drohen, werden Rückstellungen für diese Verluste gebildet.

Durch stark steigende Einflüsse einer politisch geförderten Energiewende (als Beispiele seien die Energieeinsparverordnung und Sanierungsquoten genannt) sinkt der Gas- und Fernwärmeabsatz. Im Wesentlichen werden diese Einsparungen durch Gebäudesanierungsmaßnahmen realisiert, die in Teilen durch die Bundesregierung forciert werden. Sollten zukünftig weitere Fördermittel zur Gebäudesanierung zur Verfügung gestellt bzw. die Richtlinien zur Energieeinsparung für Bestandsgebäude weiter verschärft werden, besteht die Gefahr, dass der Gas- und Fernwärmeabsatz über das bereits in der Planung verarbeitete Maß hinaus sinkt.

Die Digitalisierung der Wirtschaft und damit die Durchdringung aller Branchen mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglicht es auch branchenfremden Unternehmen, den angestammten Markt des Energiesektors zu durchdringen und damit die derzeitigen und künftigen Geschäftsfelder der Energiebranche zu besetzen. Dabei besteht die Gefahr, dass die neuen Wettbewerber aufgrund von günstigeren Kostenstrukturen und schnelleren Entscheidungswegen sowie einer effizienteren Innovationsrate im Vorteil sind. Durch die Verabschiedung und Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie sowie der Entwicklung von Modellen zur Optimierung von Anwendungen, neuen Produkten und Services sehen sich die Stadtwerke Düsseldorf für diese Entwicklung gut aufgestellt.

Des Weiteren sind insbesondere die demografische Entwicklung auf der Kundenseite sowie der vermehrte Einsatz von Energieberatern zu erwähnen. Die Stadtwerke Düsseldorf begegnen diesen Risiken mit verschiedenen Kundenbindungsmaßnahmen, einem optimalen Marketingmix (Produkt, Preis, Distribution, Kommunikation) und der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

Die sich zukünftig für die Stadtwerke Düsseldorf ergebenden Risiken sind abhängig von weiteren politischen Entscheidungen. Die Stadtwerke Düsseldorf begegnen den Entwicklungen mit einem konsequenten Risikomanagement und einer kontinuierlichen Analyse des politischen Umfeldes.

Unternehmensstrategische Risiken

Der BGH hat einem Unternehmen durch Urteil untersagt, die Bezeichnung „Stadtwerke“ in seiner Firma zu führen. Ein wesentlicher Gesichtspunkt der Entscheidung war, dass das Unternehmen nicht mehrheitlich in kommunaler Hand ist. Die Entscheidung bezieht eine Vielzahl weiterer Gesichtspunkte ein und lässt eine abschließende Aussage über die Beurteilung anderer Fälle nicht zu. Es ist möglich, dass Wettbewerber die Rechtsprechung aufgreifen, um die Firmen ihrer Konkurrenten anzugreifen. Somit könnten auch die Stadtwerke Düsseldorf betroffen werden. Der Bund der Energieverbraucher hat die Berechtigung der Stadtwerke Düsseldorf zur Verwendung der Firmenbezeichnung in Frage gestellt. In den Veröffentlichungen des Verbandes wird auf die Problematik hingewiesen.

Operativ
Leistungswirtschaftliche Risiken

Die Stadtwerke Düsseldorf haben auch 2016 ihre strategischen Vorhaben weiter umgesetzt. Diese Vorhaben sind mit Investitionen verbunden. Naturgemäß wohnt allen Investitionstätigkeiten das Risiko von unerwarteten Ergebniseinbußen, Kostensteigerungen und notwendigen Wertberichtigungen inne.

Mit der erfolgreichen Abnahme und der Aufnahme des Dauerbetriebes der neuen GuD-Anlage Block F am Kraftwerksstandort Lausward im Januar 2016 konnte ein wichtiger Meilenstein im Projekt realisiert werden. Das Risiko von Überschreitungen des genehmigten Projektbudgets in Höhe von 440 Mio. Euro im Projekt der GuD-Anlage Block F wird bis zum endgültigen kaufmännischen Abschluss des Projektes durch das Projektcontrolling und Top-Projekte-Reporting aktiv gesteuert und berichtet. Die vorhandene Projektreserve deckt in vollem Umfang die derzeit identifizierten Risiken ab. In der 3. Vorschau 2016 wurde die Projektreserve mit Ausnahme des in 2017 geplanten Erwartungswertes der Risikopositionen vollständig zurückgegeben.

Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat auf die Kündigung des mit der AWISTA bestehenden Leistungsvertrags zur Entsorgung von Abfällen sowie des Straßenreinigungsvertrags zum 01.01.2019 verzichtet. Auf dieser Grundlage hat die AWISTA den bestehenden Verbrennungsvertrag mit den Stadtwerken Düsseldorf verlängert. Gegen den Kündigungsverzicht der Landeshauptstadt Düsseldorf hat ein Unternehmen aus dem Bereich der Alttextilsammlung zum Ende des Jahres Vergabebeschwerde eingelegt.

Das Geschäft mit privaten Strom- und Gaskunden steht bereits im Blickfeld verschiedener Wettbewerber. Durch verstärkte Vertriebsaktivitäten anderer Anbieter als auch aufgrund hoher Preissensibilität der Kunden besteht das Risiko von Mengen- und Margenverlusten.

Die zur Regelung von Preisanpassungen erforderlichen Klauseln führen in der gesamten Branche immer wieder zu rechtlichen Auseinandersetzungen mit Kunden. Derartige Fälle sind grundsätzlich unvermeidlich, da auch Klauseln, die zunächst der anerkannten Rechtslage entsprechen, durch die Entwicklung der Rechtsprechung immer wieder überholt und in Frage gestellt werden.

In Bezug auf Normsondervertragskunden hat der BGH bereits in den letzten Jahren Grundsätze entwickelt, unter welchen Voraussetzungen Preisänderungen in der Vergangenheit bei Unwirksamkeit von Preisanpassungsklauseln zurückzuzahlen sind. Danach kann sich ein Normsondervertragskunde bei langjährigen Energielieferungsverhältnissen nicht mehr mit Erfolg gegen die Preiserhöhung wenden, wenn er die Preiserhöhung nicht innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren (regelmäßige Verjährungsfrist) nach Zugang der Jahresrechnung, in der die Preiserhöhung erstmals berücksichtigt worden ist, beanstandet hat. Dieses Risiko einer Rückzahlung für die letzten drei Jahre seit Abrechnung der Preiserhöhung besteht nach wie vor. Das Risiko wird über eine Rückstellung in entsprechender Höhe abgesichert.

Nach der Umsetzung einer Preisanpassung der Stadtwerke Düsseldorf im Segment Wasser besteht das Risiko, dass dieser Preisanpassung von Kartellbehörden widersprochen wird bzw. es zu einer zusätzlichen Reduktion der Wasserpreise unter das bisherige Preisniveau kommt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Stadtwerke Düsseldorf in ein mögliches kartellrechtliches Verfahren einbezogen werden, bleibt auch vor dem Hintergrund kartellamtlicher Untersuchungen bei vergleichbaren Wasserversorgern bestehen.

Die Europäische Union treibt die Regulierung der Finanz- und Energiemärkte voran. Dabei erfasst sie auch Warengeschäfte von Unternehmen der Realwirtschaft. Die Stadtwerke Düsseldorf sind u.a. durch Handel, Beschaffung und Vertrieb von Energie betroffen. Die neuen Regeln im Zuge der Verordnung EMIR (European Market Infrastructure Regulation) sehen Meldepflichten gegenüber Behörden und mögliche Clearingpflichten vor. Die Abschlussprüfung zu EMIR ist im August 2016 durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erfolgt. Den Stadtwerken Düsseldorf wurde fristgerecht ein insgesamt in allen wesentlichen Belangen angemessenes und wirksames System testiert. Die Anforderungen im Zuge der weiteren Verordnung REMIT (Regulation on wholesale Energy Market Integrity and Transparency) sind umgesetzt. Diese umfassen das Verbot von Insiderhandel und Marktmanipulationen sowie die Erhöhung der Transparenz durch zusätzliche Melde- und Veröffentlichungspflichten.

Die Stadtwerke Düsseldorf sind sowohl als Energieerzeuger als auch als Energielieferant am Energiemarkt auf Anbieter- und auf Käuferseite präsent. Das Risikomanagementsystem des Energiehandels erfasst die Marktpreis- und Adressenausfallrisiken anhand der aktuellen Marktpreise, misst die Handelsergebnisse und überwacht die Einhaltung der Limits.

Die eingeräumten Limits basieren auf dem jährlich vom Vorstand genehmigten Risikokapital. Für die notwendige Risikotransparenz sorgen eine differenzierte Bücherstruktur und ein detailliertes Berichtswesen, das die Information an die Entscheidungs- und Risikoverantwortlichen gewährleistet. Zentrales Organ der Risikosteuerung ist der regelmäßig tagende Risikoausschuss, in den verschiedene Fachbereiche entlang der Wertschöpfungskette sowie die Vorstandsmitglieder eingebunden sind. Im Rahmen der durch den Risikoausschuss definierten Kompetenzen setzt das Handelskomitee als operativ wirkendes Organ die verabschiedete Handelsstrategie unter Beachtung aktueller Markt- und Portfolienentwicklungen um.

Die Kraftwerksvermarktung erfolgt im Rahmen einer konzeptionellen Absicherung ihrer Rohmarge. Risikopositionen an den Großhandelsmärkten für Strom, Erdgas und Emissionsberechtigungen werden durch entsprechende Hedgegeschäfte gegen nicht beeinflussbare Preisschwankungen gesichert. Zur Absicherung der Positionen der Kraftwerksvermarktung werden Forward-Kontrakte und Swaps verwendet.

Hinsichtlich der weitergehenden Erläuterung zu Sicherungsgeschäften gem. § 285 Nr. 19 und Nr. 23 HGB wird auf die Ausführungen im Anhang unter 5. Ergänzende Angaben Punkt 5.6 verwiesen.

Personalrisiken

Zur Entwicklung des Unternehmens und Erwirtschaftung der Ergebnisse bedienen sich die Stadtwerke Düsseldorf ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Risiko besteht darin, nicht in ausreichendem Maß über Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den erforderlichen Fähigkeiten zu verfügen, um die operativen und strategischen Anforderungen zu erfüllen. Die Stadtwerke Düsseldorf stehen auf dem Arbeitsmarkt im Wettbewerb mit anderen Unternehmen. Die demografische Entwicklung grundsätzlich, aber auch speziell die Altersstruktur der Belegschaft der Stadtwerke Düsseldorf verschärfen die Situation. Die Stadtwerke Düsseldorf begegnen diesem Risiko durch ihre Positionierung als attraktiver Arbeitgeber und durch Projekte zur Sicherstellung des Wissenstransfers von ausscheidenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf die neuen Aufgabenträger.

Ein weiteres Risiko ergibt sich aus der Entwicklung des Personalaufwandes durch Tarifabschlüsse, die die geplanten Kosten überschreiten können.

Informationstechnische Risiken

Um die Produktions- und Geschäftsprozesse effizient und kostengünstig durchzuführen, wird modernste Informations- und Kommunikationstechnologie eingesetzt. Die komplexen Prozesse der Kraftwerke und Müllverbrennungsanlage, Strom-, Gas-, Fernwärme- und Wassernetze werden mit hochmoderner Leittechnik gesteuert. Die hohe Verfügbarkeit des IT-Netzwerks und der IT-Applikationen sowie die Integrität und Vertraulichkeit der Daten haben deshalb im Unternehmen einen hohen Stellenwert.

IT-Risiken werden durch hohe Sicherheitsstandards und umfassende Testverfahren vor einer Produktivsetzung minimiert. Ein fester Bestandteil dieser Standards sind die für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke Düsseldorf verbindlichen Schulungen und Grundsätze zur Sicherheit in der Informations- und Kommunikationstechnologie in Form von Unternehmensregelwerken.

Das Gesetz zur Erhöhung der Sicherheit informationstechnischer Systeme (IT-Sicherheitsgesetz), welches im Juli 2015 in Kraft getreten ist, definiert ein hohes Mindestmaß an IT-Sicherheit als „angemessenen Schutz“ für den Betrieb von kritischen Infrastrukturen. Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand der Stadtwerke Düsseldorf am 01.03.2016 die Einführung eines integrierten, konzernweiten, zentralen und zertifizierungsfähigen Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) nach den Vorgaben der ISO/IEC 27001 beschlossen.

Finanziell
Finanzwirtschaftliche Risiken

Die Finanzierungsrisiken der Stadtwerke Düsseldorf umfassen im Wesentlichen Liquiditäts-, Anlage- und Zinsrisiken. Hauptaufgabe des Liquiditätsmanagements ist es, die jederzeitige Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Dafür werden der Liquiditätsbedarf sowie alle Zahlungsmittelflüsse fortlaufend ermittelt. Die Tochtergesellschaften NGD, Grünwerke und GHKW Fortuna sind über ein Cash-Pooling-Verfahren an die Stadtwerke Düsseldorf angeschlossen, um einen optimalen Liquiditätseinsatz in der Gruppe sicherzustellen. Der Umfang der vertraglich zugesicherten Kreditlinien ist so dimensioniert, dass auch in einem schwierigen Marktumfeld ausreichende Liquiditätsreserven zur Verfügung stehen. Aufgrund der vorhandenen Liquidität, der freien kurz- bis mittelfristigen Kreditlinien im Volumen von gegenwärtig 122,6 Mio. Euro sowie des operativen Cashflows von 60,4 Mio. Euro sehen sich die Stadtwerke Düsseldorf 2016 keinen wesentlichen Liquiditätsrisiken ausgesetzt.

Die Stadtwerke Düsseldorf haben zudem in 2015 möglichst lang laufende Kredite (ursprüngliche Restlaufzeit zwischen 5 und 19 Jahren) in einer Höhe von 530 Mio. Euro zur Finanzierung von Investitionen in die Erzeugungs- und Netzinfrastruktur aufgenommen, um Bonitäts- sowie Prolongationsrisiken zu minimieren.

Die Anlagerisiken werden durch eine konservative Anlagestrategie minimiert. Bei der Anlage stehen sehr gute Bonität und hohe Marktgängigkeit im Fokus.

Zinsrisiken bestehen auf der Aktivseite aus Bankguthaben sowie auf der Passivseite aus variabel verzinslichen Bankverbindlichkeiten. Zur Absicherung gegen Zinsrisiken aus variablen Darlehensbestandteilen werden gegenwärtig Zinsswaps eingesetzt. Insgesamt sind ca. 85% des Finanzierungsvolumens gegen steigende Zinsen geschützt. Bestehende Zinsswaps werden zur Zeit nicht in Bewertungseinheiten nach § 254 HGB einbezogen.

Compliance
Rechtliche Risiken

Die unternehmerische Tätigkeit bringt eine Vielzahl rechtlicher Risiken mit sich, die aus den vertraglichen Beziehungen zu Kunden und Geschäftspartnern, aus den rechtspolitischen Entwicklungen wie z. B. der Entwicklung des europäischen und nationalen Energierechts, der Entscheidungspraxis der Gerichte oder den Aktivitäten des Bundeskartellamtes unter geänderten kartellrechtlichen Rahmenbedingungen resultieren. Die sich aus diesen Rahmenbedingungen ergebenden konkreten Risiken für die Stadtwerke Düsseldorf wurden im Rahmen der Risikovorsorge weitgehend berücksichtigt.

Die Prüfung des Fernwärme-Sektors durch die Kartellämter ist weiterhin Gegenstand von Untersuchungen. Darüber hinaus prüft auch die Landeskartellbehörde NRW die Fernwärmepreise. Zur Durchführung einer Preisprüfung wurden die Fernwärmepreise für die relevanten Versorgungsgebiete der Stadtwerke Düsseldorf abgefragt. Im Versorgungsgebiet Düsseldorf-Einbrungen wurden Auffälligkeiten festgestellt. Diese konnten gegenüber der Landeskartellbehörde NRW begründet werden, woraufhin das Verfahren eingestellt wurde.

Keine den Bestand gefährdenden Risiken

Bestandsgefährdende Einzelrisiken waren 2016 für die Stadtwerke Düsseldorf nicht erkennbar.

Gesamtbeurteilung

Auch eine Gesamtbetrachtung der Risikosituation der Stadtwerke Düsseldorf unter Einbeziehung des Risikoportfolios insgesamt führt nicht zu der Annahme einer Gefährdung des Bestandes des Unternehmens.

Chancenberichterstattung

Strategisch

Das Chancenberichtswesen ist in das unternehmensweite Risikomanagement integriert, indem das Netzwerk der dezentralen iRM-Beauftragten in allen Fachbereichen und Beteiligungen auch für das Chancenmanagement genutzt wird.

Fortschritt und technologischer Wandel müssen im Konsens mit der Politik, der ansässigen Wirtschaft und nicht zuletzt mit den Bürgerinnen und Bürgern erfolgen, um die langfristige Perspektive der Stadtwerke Düsseldorf zu erhalten. Als lokaler Marktführer sehen die Stadtwerke daher eine Chance in der Partizipation am Bevölkerungswachstum in Düsseldorf.

Für Düsseldorf und die Region haben die Stadtwerke in ihrer strategischen Ausrichtung ein integriertes Konzept für eine neue Energieinfrastruktur entwickelt. Zentrales Element ist die neue hocheffiziente GuD-Anlage Block F mit Kraft-Wärme-Kopplung am Kraftwerksstandort Lausward, deren Inbetriebnahme im Januar 2016 erfolgte. Mit der Umsetzung der Teillastoptimierung ist die GuD-Anlage noch flexibler einsetzbar und wird somit erheblich zum klimapolitischen Ziel der Landeshauptstadt beitragen, die bis zum Jahr 2050 klimaneutral sein will.

Mit einer Marktbereinigung bei Stromerzeugungsanlagen und einer damit verbundenen Kapazitätsverknappung kann es außerdem zu einer positiven Preiswirkung am Großhandelsmarkt mit Chancen für die Vermarktung der Stromproduktion kommen.

Weiterhin wird in operativen Allianzen mit anderen in der Region ansässigen lokalen Versorgungsunternehmen das Heben von Synergiepotenzialen gesehen.

Aufgrund der auch in der Energiewirtschaft voranschreitenden Digitalisierung besteht in der Entwicklung und Umsetzung eines Handwerkerportals zum Vertrieb von standardisierten Produkten wie u.a. Strom, Gas, Fernwärme, Dienstleistungen und Wärmeerzeugungssystemen eine weitere Chance.

Operativ

Die Stadtwerke Düsseldorf wollen von den sich ändernden Marktbedingungen im Bereich der Energie- und Wasserversorgung profitieren. Chancen bieten sich durch die Entwicklung neuer und innovativer Geschäftsmodelle sowie einer Handels- und Energieversorgungsstrategie, die Flexibilität bei gleichzeitiger Ergebnisabsicherung und -optimierung erlaubt.

Die Erweiterung des Fernwärmeausbaus, Mehrabsätze durch eine im Gegensatz zum unterstellten Plan kältere Heizperiode sowie die Wasserversorgung für angrenzende Gebiete bilden weitere Chancen.

Bei der Entsorgung kann sich durch Kapazitätsverknappungen eine Stabilisierung der Preise ergeben mit Möglichkeiten zum Abschluss neuer Kontingentverträge für die Müllverbrennungsanlage.

Internes Kontrollsystem (IKS) bezogen auf den Rechnungslegungsprozess

Die Stadtwerke Düsseldorf haben die im EnBW-Konzern angewandte Methodik adaptiert und für den Bereich der rechnungslegungsbezogenen Prozesse ein standardisiertes IKS mit definierten Verantwortlichkeiten errichtet.

Insgesamt ist das IKS der Stadtwerke Düsseldorf wirksam. Es finden turnusmäßige Abstimmungen mit dem Risikomanagement zur Lage des IKS statt.

Erklärung gemäß § 312 Aktiengesetz


Der Vorstand der Stadtwerke Düsseldorf berichtet für das Geschäftsjahr 2016 über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen. Er erklärt in diesem Bericht abschließend:

„Bei jedem Rechtsgeschäft mit der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, und den mit ihr verbundenen Unternehmen hat unsere Gesellschaft nach den Umständen, die uns zu dem Zeitpunkt bekannt waren, zu dem diese Geschäfte vorgenommen wurden, eine angemessene Gegenleistung erhalten. Im Berichtsjahr wurden Rechtsgeschäfte oder Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse der EnBW Energie Baden-Württemberg AG und den mit ihr verbundenen Unternehmen weder vorgenommen bzw. getroffen noch unterlassen.“

Dieser Lagebericht enthält an verschiedenen Stellen Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung des Unternehmens bzw. wirtschaftliche und politische Entwicklungen beziehen, die wiederum Einfluss auf die Unternehmensentwicklung erwarten lassen. Alle in die Zukunft gerichteten Aussagen stellen Einschätzungen dar, die auf der Basis der zum Zeitpunkt der Berichterstellung verfügbaren Informationen getroffen wurden. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder weitere Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den derzeit erwarteten abweichen, sodass eine Gewähr für solche Angaben nicht übernommen werden kann.

Düsseldorf, den 01.03.2017
Stadtwerke Düsseldorf AG
Der Vorstand